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19.01.2013
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5:4 zwischen Schalke und 96

"Schwuppdiwupp, wieder ein Tor"

Aus Gelsenkirchen berichtet
DPA

Schalke-Profi Holtby: Ein Tor und zwei Vorlagen gegen Hannover 96

Wahnsinnsspiel zum Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga: Neun Tore und einen überragenden Lewis Holtby sahen die Zuschauer bei der Partie zwischen Schalke und Hannover. Für den 22-Jährigen war es womöglich das letzte Heimspiel für S04 - Tottenham will ihn sofort haben.

Es war ein spektakulärer Fußballabend, mit neun Toren zwischen Schalke 04 und Hannover 96, und dennoch wurde nach dem Spiel ein anderer Vereinsname häufig genannt: Tottenham Hotspur. Und das lag an dem Hauptdarsteller der Partie, der für die Gelsenkirchener ein Tor selbst erzielt und zwei weitere vorbereitet hatte: Lewis Holtby.

Bei den "Spurs" hat der 22-Jährige einen Vertrag ab dem 1. Juli 2013. Weil sein Kontrakt mit Schalke ausläuft, kann der Club nur bei einem Wechsel vor Ende der Transferperiode am 31. Januar noch eine Ablösesumme kassieren. "Es gibt eine Anfrage von Tottenham", sagte S04-Manager Horst Heldt, ließ aber zugleich deutlichen Verhandlungsbedarf erkennen: "Das Angebot ist nicht akzeptabel. Aber das Transferfenster ist ja noch offen. Wir haben den Hut auf und werden es in Ruhe überlegen." Und zwar mit einer Erkenntnis vom 5:4-Sieg über Hannover: "Billiger ist Lewis heute nicht geworden."

Viel war über Holtby im Vorfeld der Partie geredet worden. Immer wieder kam die Frage auf, wie er nach seiner Entscheidung für Tottenham wohl von den Fans empfangen werden würde. Um es vorweg zu nehmen: Es gab keine Schmährufe. Und angesprochen auf einen früheren Wechsel nach Tottenham sagte Holtby: "Ich bin nicht bei den Gesprächen dabei, kann mir aber immer beides vorstellen." Also noch ein halbes Jahr für Schalke kicken, oder gleich nach England wechseln, von wo sein Vater stammt. Sollte er gehen, hätte er sich mit einem Spektakel von den Schalker Fans verabschiedet.

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Schalke vs. Hannover: Tor-Festival zum Rückrundenauftakt
"Für die Leute im Stadion und die Zuschauer am Fernseher war es ein Wahnsinnsspiel. Aber als Trainer sitzt man dabei und versteht die Welt nicht mehr", beschrieb Jens Keller nach seiner ersten Ligapartie als Schalker Cheftrainer seinen emotionalen Zwiespalt. Holtby sagte: "Ein verrücktes Spiel. Schwuppdiwupp, wieder ein Gegentor, das war was für die Geschichtsbücher."

Hannovers Trainer Mirko Slomka stellte fest: "Die Rückrunde hat spektakulär begonnen." Er richtete den Blick auch auf das interessierte Ausland. "Live-Übertragung in fast 200 Länder - da denken die Leute sicher: Was ist denn da los in Deutschland?", sinnierte Slomka, vergaß dabei aber nicht seine eigene missliche Lage: "Wenn man auf Schalke vier Tore schießt, muss man einen Punkt mitnehmen, eigentlich drei." Die aber behielt der Gastgeber, der nach der sportlichen Talfahrt im Spätherbst und der unbefriedigenden Vorbereitung heilfroh über den geglückten Start in die Rückrunde war.

Für Coach Keller, kurz vor Weihnachten für den beurlaubten Huub Stevens installiert und spätestens nach dem peinlichen 0:5 gegen Bayern München in der Vorbereitung extrem kritisch beäugt, gilt das in besonderem Maße. "Ich habe das letztlich nicht an mich herankommen lassen", versicherte Keller zwar, gestand aber andererseits: "Der ganze Verein stand wahnsinnig unter Druck. Deshalb waren das drei ganz wichtige Punkte."

Jetzt wollen Team und Trainer auf Schalke endlich wieder eine Erfolgsserie starten. Die Unterstützung seines Kapitäns hat Keller dabei. "Es gab gar keine Diskussion in der Mannschaft über den Trainer, er hat unser absolutes Vertrauen", betonte Benedikt Höwedes. Gefolgt von Holtby, der die düstere Stimmung mehr allgemein beschrieb: "Nach der vielen Prügel für uns war es wichtig, die drei Punkte hier behalten zu haben. Wir brauchten diesen Dreckssieg, um wieder Selbstvertrauen zu ergattern." Geht es nach seinen Mitspielern, dürfte er noch ein wenig auf Schalke bleiben: "Ich glaube nicht, dass in der Kabine einer gesagt hat: 'Junge, hau' jetzt ab.'"

Schalke 04 - Hannover 96 5:4 (1:0)
1:0 Farfán (44.)
2:0 Draxler (49.)
2:1 da Silva Pinto (55.)
2:2 Huszti (59.)
3:2 Höger (64.)
4:2 Marica (67.)
4:3 Huszti (68.)
5:3 Holtby (88.)
5:4 Diouf (90.+2)
Schalke: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Christian Fuchs - Höger (73. Kolasinac), Neustädter - Farfán, Holtby (90.+1 Raffael), Draxler (77. Barnetta) - Marica
Hannover: Zieler - Chahed, Eggimann, Djourou, Rausch - Schmiedebach (86. Kadah), da Silva Pinto (77. Hoffmann) - Schlaudraff, Huszti - Sobiech (71. Abdellaoue), Diouf
Schiedsrichter: Aytekin
Zuschauer: 60.811
Gelbe Karten: Holtby (3), Marica, Uchida, Höwedes - da Silva Pinto (5), Djourou, Sobiech (4), Rausch

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insgesamt 17 Beiträge
1. Kamikazi-Liga
derpolokolop 19.01.2013
Wenn das in der Premier League passiert ist es Kamikazi Fußball, in der Bundesliga ein Spektakel. Geht es hier um Sport reportage oder Schleichwerbung?
Wenn das in der Premier League passiert ist es Kamikazi Fußball, in der Bundesliga ein Spektakel. Geht es hier um Sport reportage oder Schleichwerbung?
2. Die wo von wo kommen?
mant 19.01.2013
..."von wo sein Vater kommt". Lieber SPON, das tut im Auge weh und Henri Nannen rotiert. Klar, es muss schnell gehen und es ist kein Leitartikel, aber behaltet doch bitte die sprachliche Eleganz bei. Selbst wenn es nur [...]
..."von wo sein Vater kommt". Lieber SPON, das tut im Auge weh und Henri Nannen rotiert. Klar, es muss schnell gehen und es ist kein Leitartikel, aber behaltet doch bitte die sprachliche Eleganz bei. Selbst wenn es nur ein Artikel ueber Schalke ist...
3. optional
iradei 19.01.2013
Immer diese Germanisten.
Immer diese Germanisten.
4.
HaioForler 19.01.2013
Immer noch besser als wie der Focus.
Zitat von mant..."von wo sein Vater kommt". Lieber SPON, das tut im Auge weh und Henri Nannen rotiert. Klar, es muss schnell gehen und es ist kein Leitartikel, aber behaltet doch bitte die sprachliche Eleganz bei. Selbst wenn es nur ein Artikel ueber Schalke ist...
Immer noch besser als wie der Focus.
5.
HaioForler 19.01.2013
Mal Hildebrandt rausnehmen und das Tor leer lassen.
Mal Hildebrandt rausnehmen und das Tor leer lassen.

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