27.01.2013
Israelischer Erstligist Beitar
Proteste gegen muslimische Spieler in Jerusalem
Beitar-Besitzer Gaydamak: "Kleine antimuslimische Provokation"
Hamburg - Die geplante Verpflichtung von zwei muslimischen Spielern hat beim israelischen Fußball-Erstligisten Beitar Jerusalem zu einer Kontroverse mit einer antiarabischen Fangruppe geführt. Bei einem Punktspiel am Samstag protestierten die Gegner von nichtjüdischen Spielern lautstark gegen die Verpflichtung zweier tschetschenischer Profis von Terek Grozny. Die Polizei nahm nach dem Abpfiff der Begegnung drei Beitar-Fans wegen Volksverhetzung fest.
Die fremdenfeindlichen Parolen riefen am Sonntag sogar Spitzenpolitiker auf den Plan. "Heute ist der internationale Holocaust-Gedenktag. Man muss sich nur einmal vorstellen, was passieren würde, wenn ähnliche Gruppierungen in England oder Deutschland fordern würden, dass keine jüdischen Spieler für ihre Vereine spielen sollen. Wir sollten den Kopf gegen Faschismus und Rassismus anführen", sagte Knesset-Präsident Reuven Rivlin in einem Radio-Interview am Sonntag.
Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat schloss sich dieser Sichtweise an: "Wir können keine muslimischen oder christlichen Spieler diskriminieren. Dabei geht es auch nicht nur um Fußball. Das liegt im Interesse des Judentums und im nationalen Interesse Israels."
Der russischstämmige Beitar-Boss Arkady Gaydamak, der als einer der reichsten Männer Israels gilt, will sich in seinen Verstärkungsplänen für seinen Club nicht beirren lassen. "Es ist ganz klar, dass die große Mehrheit unserer Fans gegen diese antimuslimische Provokation einer kleinen Gruppe ist", sagte Gaydamak.
Beitar ist in der Vergangenheit schon mehrfach für fremdenfeindliche Parolen seiner antiarabischen Fans mit Sanktionen belegt worden. In der Geschichte des Clubs spielten nach Vereinsangaben bislang nur drei Muslime für Jerusalem.
aha/sid