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27.01.2013
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Fußball-Bundesliga

Hamburg bezwingt Bremen im Nordderby

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Getty Images

Der Hamburger SV und Werder Bremen haben sich ein würdiges Derby geliefert: viele Tore, Platzverweise, Kampfgeist. Am Ende konnten die Gastgeber das Duell für sich entscheiden - zum ersten Mal in den vergangenen vier Partien.

Hamburg - Wer ist die aktuelle Nummer eins im Norden? Das 98. Derby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen sollte die Antwort liefern. Die jüngste Bilanz sprach für Bremen, hatte die Elf von Trainer Thomas Schaaf doch die vergangenen drei Duelle für sich entschieden. Diesmal erwischte Hamburg den besseren Tag: Die Gastgeber gewannen dank Toren von Heung-Min Son (23. Minute), Dennis Aogo (46.) und Artjoms Rudnevs (52.) 3:2 (1:1). Für Werder trafen Assani Lukimya (9.) und Sokratis (54.). Hamburg bleibt damit seit vier Spielen zu Hause ungeschlagen, verharrt aber in der Tabelle auf Platz neun (28 Punkte), drei Ränge vor Bremen (22).

HSV-Trainer Thorsten Fink, der als Spieler und Trainer keine seiner letzten sieben Partien gegen Bremen hatte gewinnen können, musste auf den verletzten Michael Mancienne verzichten, für ihn rückte Jeffrey Bruma in die Innenverteidigung. Bremens Coach Schaaf nahm nach der 0:5-Pleite gegen Dortmund drei Personalwechsel vor: Für Sebastian Prödl, Aaron Hunt (muskuläre Probleme) und Eljero Elia durften Lukimya, Aleksandar Ignjovski und Mehmet Ekici auflaufen.

Bei unangenehmem Schneeregen starteten beide Teams schwungvoll in die Partie. Die erste Chance für die Gastgeber hatte Rudnevs bereits in der 1. Minute nach einem Pass von Rafael van der Vaart, Bremens Nils Petersen scheiterte kurz darauf an HSV-Keeper René Adler (5.). Vier Minuten später machte Lukimya es besser, der eine Flanke von Ignovski mit dem Hinterkopf versenkte.

Die Hamburger suchten eine Antwort, doch die Bremer zeigten sich im Vergleich zur Vorwoche selbstsicherer und drängender. Immer wieder zwangen sie ihre Gegner zu Ungenauigkeiten im Aufbau und Fehlern im Passspiel. Umso überraschender fiel eine Viertelstunde später der Ausgleich: Heung-Min Son ließ Theodor Gebre Selassie stehen und überwand Bremens Sebastian Mielitz mühelos mit einem strammen Schuss ins rechte Eck.

Drei Tore in acht Minuten

Ein wichtiges Signal für die Hamburger, die mehr und mehr die Kontrolle übernahmen. Rudnevs hätte sogar das 2:1 machen können (29.), doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hatte zuvor abgepfiffen. Immer wieder versuchte es der HSV mit van der Vaart und Son über die an diesem Tag sehr schwache rechte Abwehrseite der Bremer.

In der zweiten Hälfte machte der HSV furios weiter: Nicht einmal eine Minute war gespielt, da verwandelte Aogo eine etwas unglückliche Flanke von Son, nahm dabei aber den Arm zur Hilfe. Referee Kinhöfer zählte den Treffer trotzdem und eröffnete damit ein zwischenzeitiges Schützenfest - sehr zur Freude der knapp 55.000 Derby-Besucher. Rudnevs traf in der 52. Minute aus abseitsverdächtiger Position nach einem Pass von Aogo, bevor Sokratis zwei Minuten später den Anschluss für die Bremer herstellte. Adler sah dabei schlecht aus.

Es dauerte einige Minuten, bis sich die Partie wieder beruhigt hatte. Doch es schien, als hätten beide Teams den Großteil ihres Pulvers in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit verschossen; das Spiel wurde unpräziser, Chancen seltener. Bremen drängte auf den Ausgleich, war aber zu sehr mit der eigenen, wackeligen Defensive beschäftigt, als dass nach vorne nennenswerte Aktionen stattfinden hätten können.

Als zehn Minuten vor Abpfiff auch noch Kapitän Clemens Fritz mit Gelb-Rot vom Platz musste, war die Entscheidung zugunsten der Hamburger eigentlich bereits gefallen. Die Gelb-Rote Karte von Marko Arnautovic eine Minute vor Abpfiff war nicht mehr als eine unnötige Ergänzung zum unglücklichen Bremer Spiel.

"Das war ein echtes Derby. Da haben zwei Mannschaften gespielt, die sich beweisen wollten. Wir sind nicht gut aus der Halbzeit gekommen, haben uns jedoch wieder gefangen, aber unsere Möglichkeiten nicht nutzen können", sagte Werder-Coach Schaaf. Sein Hamburger Kollege Fink resümierte: "Ich weiß, wie wichtig dieser Sieg für die Region ist. Wir haben gelernt mit Rückschlägen umzugehen und haben uns nach dem 0:1 wieder ins Spiel zurückgekämpft."

Hamburger SV - Werder Bremen 3:2 (1:1)
0:1 Lukimya (9.)
1:1 Son (23.)
2:1 Aogo (46.)
3:1 Rudnevs (52.)
3:2 Sokratis (54.)
Hamburg: Adler - Diekmeier, Bruma, Westermann, Jansen - Badelj - Skjelbred (62. Arslan), Aogo - van der Vaart (82. Rincon) - Son (90. Rajkovic), Rudnevs
Bremen: Mielitz - Gebre Selassie (56. Arnautovic), Lukimya, Sokratis, Schmitz - Fritz - Ignjovski, Junuzovic, Ekici (89. Prödl), De Bruyne - Petersen
Schiedsrichter: Kinhöfer
Zuschauer: 54.758
Gelb-Rote Karten: Fritz wegen Foulspiels (80.), Arnautovic wegen unsportlichen Verhaltens (90.+1)
Gelbe Karten: Rudnevs (2), Adler (4) - Sokratis (4), Petersen (2)

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insgesamt 18 Beiträge
1. was für eine sch..- schiedsrichterleistung
viceman 27.01.2013
aogo war EINDEUTIG hand, mal wieder die "hand gottes"? eigentlich hat sich bremen mindestens einen punkt verdient - schade drum!
Zitat von sysopDer Hamburger SV und Werder Bremen haben sich ein würdiges Derby geliefert: viele Tore, Platzverweise, Kampfgeist. Am Ende konnten die Gastgeber das Duell für sich entscheiden - zum ersten Mal in den vergangenen vier Partien. Bundesliga: Hamburg gewinnt das Nordderby gegen Bremen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-hamburg-gewinnt-das-nordderby-gegen-bremen-a-879925.html)
aogo war EINDEUTIG hand, mal wieder die "hand gottes"? eigentlich hat sich bremen mindestens einen punkt verdient - schade drum!
2. skandalöse Schiedsrichterleistung
hanswurster 27.01.2013
Das 3:1 war Abseits. Also 2 Tore in 7 Minuten, die beide irregulär waren, davon das erste sogar ganz eindeutig. Die erste gelbe Karte für Fritz war schon daneben, da er sich über eine Szene beschwert, in dem er völlig klar den [...]
Das 3:1 war Abseits. Also 2 Tore in 7 Minuten, die beide irregulär waren, davon das erste sogar ganz eindeutig. Die erste gelbe Karte für Fritz war schon daneben, da er sich über eine Szene beschwert, in dem er völlig klar den Ball spielt, also niemals ein Foul. Gegen Ende lief Kinhöfer ja praktisch Amok. Die gelbe Karte gegen Peteresen war schon ein Witz. Der ärgert sich und wirft den Ball auf den Boden. Nicht in Richtung Schiedsrichter, nicht gegen Gegner, sondern als Aufsetzer auch noch völlig ungefährlich dahin, wo er hin soll. Die gelb-rote gegen Arnautovic setzt dem Ganzen die Krone auf. Der bekommt gelb, weil er mit angelegtem Arm, mit dem Rücken minimal zuviel gedrückt haben soll??? Und dann für diese angetäuschte Aktion sofort gelb-rot? Das kann man nur noch mit völligem Kontrollverlust Kinhöfers erklären. Für Werder aber einfach nur ganz bitter.
3. ... gegen 12 Hamburger ...
clausbremen 27.01.2013
... ist es halt etwas schwerer. KINHÖFER war der 12. Hamburger und hat Werder mehrfach klar benachteiligt. Zwei klar irreguläre Tore des HSV und mehrere dem HSV ersparte, Gelbe Karten. Außerdem gelbe Karten gegen Werder für [...]
... ist es halt etwas schwerer. KINHÖFER war der 12. Hamburger und hat Werder mehrfach klar benachteiligt. Zwei klar irreguläre Tore des HSV und mehrere dem HSV ersparte, Gelbe Karten. Außerdem gelbe Karten gegen Werder für Aktionen, die so beim HSV nicht geahndet wurden. Ein schiedsrichterliches Trauer-Spiel, umso mehr, als beide Mannschaften sich mit recht ausgeglichenem Leistungsniveau präsentierten. Schade aus Bremer Sicht und recht glücklich für den Gastgeber.
4. optional
hattrick73 27.01.2013
Das Sky-Standbild in der Nachberichterstattung belegt, dass das 3:1 kein Abseits war. Das 2:1 hingegen war ein Handspiel. Schiri, Linienrichter, wo guckt Ihr hin? Platzverweis gegen Fritz 100% korrekt, der gegen Arnautovic für [...]
Das Sky-Standbild in der Nachberichterstattung belegt, dass das 3:1 kein Abseits war. Das 2:1 hingegen war ein Handspiel. Schiri, Linienrichter, wo guckt Ihr hin? Platzverweis gegen Fritz 100% korrekt, der gegen Arnautovic für mich unklar. Sieht korrekt Gelb nach einem Foul, will dann wutentbrannt den Ball wegkicken und überlegt es sich dann doch anders und läßt es besser. Dafür Platzverweis ? Herr Kinhöfer, bitte erklären
5. optional
hasenmann123 27.01.2013
Schaaf RAUS!
Schaaf RAUS!

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