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27.01.2013
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Stuttgart gegen Bayern

Das Spitzenspiel im Schnelldurchlauf

Von
DPA

Bayernspieler van Buyten, VfB-Profi Harnik: Pflichtübung für den Rekordmeister

Ein einziger Fehler - und die Partie Stuttgart gegen Bayern war entschieden. Der Rekordmeister überzeugte zwar nicht restlos, bewies aber Cleverness. Von Pechvögeln und schlechten Wortwitzen: Alles Wichtige zum Topspiel auf einen Blick.

Die Ausgangslage: Wie bei jedem Spiel des FC Bayern in dieser Saison. Für den Gegner gilt: Nicht zu früh in Rückstand geraten. Das Spiel lange offen halten. Vielleicht irgendeinen Konter abschließen. Und ansonsten: Respekt, Respekt, Respekt. Und für die Bayern? Wir gehen mal rein ins Spiel, wir nehmen das ja auch irgendwie ernst, aber wenn man ehrlich ist: Wir gewinnen das ja eh.

Die erste Halbzeit: War dann exakt so, wie es die Ausgangslage vermuten ließ. Dem VfB galt Vorsicht als die erste und letzte Pflicht. Vor allem die starke linke Bayernseite mit David Alaba und Franck Ribéry wurde von drei, manchmal vier Stuttgartern zugemacht. Ein paar zaghafte Konterversuche gab es auch, ein Kopfball von Martin Harnik verfehlte ganz knapp das Ziel, aber zuallererst hieß das Prinzip für die Gastgeber Sicherheit. Die schwäbische Hausfrau wäre zufrieden gewesen. Und die Bayern? Früher, als noch Heribert Fassbender und nicht Harald Schmidt Spiele kommentierte, hätte der Reporter nach zehn Minuten das Wort pomadig benutzt. Ein altes aber schönes Wort der Fußball-Berichterstattung. Die logische Folge: KEINE ernstzunehmende Torgelegenheit für den Rekordmeister.

Die zweite Halbzeit: Die Halbzeit war gerade fünf Minuten alt, da war sie quasi auch schon vorbei. Mit dem glücklichen Führungstor durch den cleveren Mario Mandzukic war die Strategie des VfB gescheitert, und dem Team fehlte anschließend jegliche Möglichkeit, auf einen Alternativplan, der sich Offensive nennt, umzuschalten. Das Heimteam brachte es am Ende fertig, nicht einmal mehr gefährlich vor Bayern-Keeper Manuel Neuer aufzutauchen. Und die Bayern? Sie taten nicht mehr als nötig und verausgabten sich so richtig nur noch einmal, als sie wütend einen Elfmeter nach Foul an Toni Kroos forderten. Thomas Müller machte allen Restzweifeln in der 71. Minute mit dem 2:0 den Garaus.

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Stuttgart gegen Bayern: Molinaro patzt, Mandzukic trifft

Spieler des Spiels: Aufgedrängt hat sich so recht keiner, so bleibt es dann doch am Torschützen und Vorbereiter Mandzukic hängen. Beim ersten Treffer bewies er Geistesgegenwart, beim zweiten Tor gar die Fähigkeit zur Flanke. Der Kroate hatte vor Weihnachten seine Durchhänger, aber er ist deutlich verbessert aus der Winterpause herausgekommen. Bis auf weiteres die Nummer eins im Sturm.

Duell des Tages: Der junge Antonio Rüdiger hatte bislang ganze fünf Bundesligapartien aufzuweisen. In seinem sechsten Einsatz hieß sein Gegenspieler Franck Ribéry. Es gibt sehr viel leichtere Aufgaben, und es gab sehr viele, die es schlechter gemacht haben als der 19-jährige gebürtige Berliner. Vom Franzosen war für dessen Verhältnisse arg wenig zu sehen.

Pechvogel des Spiels: Diese Auszeichnung war mit der 50. Minute an Cristian Molinaro unwiderbringlich vergeben. Der fatale Rückpass des Italieners hat das Spiel entschieden.

Einwechslung des Tages: Mario Gomez hat für den VfB Stuttgart in fünf Jahren und 121 Einsätzen 63 Bundesligatore erzielt. Er ist hier zum Nationalspieler geworden, zum Torschützenkönig. Wenn so jemand in seine alte Heimat zurückkehrt, kann man ihn auch ruhig mal für drei Minuten spielen lassen. So machte Bayern-Coach Jupp Heynckes das dann auch.

Pep des Tages: "Das wird ihn sehr nerven." Franz Beckenbauer weiß bestens Bescheid, wie sich Bayern-Trainer Jupp Heynckes angesichts des steten Josep-Guardiola-Rummels fühlen muss. Dabei handelt Heynckes jetzt schon so, wie Guardiola es künftig auch tun könnte: Solokünstler Arjen Robben blieb ebenso von Beginn an auf der Bank wie Strafraumstürmer Mario Gomez.

Schmidt des Tages: "Eine Torszene wäre nicht schlecht, oder?" Harald Schmidt wurde seit Tagen beim TV-Sender Sky als Co-Kommentator des Spiels gehypt. Und das mit der Torszene war letztlich wohl sein klügster Satz während der 90 Minuten. Ansonsten mühte sich sein Sidekick Wolf Fuss unablässig, dem Meister zu beweisen, dass er der eigentliche Champion des schalen Wortwitzes ist. Manuel Andrack dürfte sich mit Grausen abgewandt haben. Eine so humorfreie Zone hat es im deutschen Fußballfernsehen lange nicht gegeben.

Weisheit des Spiels: "Wir spielen ja schon Tiki-Taka, wir nennen das nur nicht so." Toni Kroos hat offenbar eine sehr exklusive Vorstellung davon, wie der Fußball des FC Barcelona funktioniert. Mit einem Stoßstürmer vorne, mit einem van Buyten hinten. Guardiola wird doch noch einiges zu erklären haben.

Bewertung des Spiels: Man hätte vorher auf ein 0:2 wetten können. Bayern zieht seine Runden und hat den Vorsprung auf Leverkusen nun auf elf Punkte ausgebaut. Der VfB startet mit zwei Pleiten in das Jahr 2013, und Trainer Bruno Labbadia sollte ganz schnell seinen Vertrag verlängern.

Hoeneß des Tages: An diesem Sonntag mal keiner. Das bleibt aber die Ausnahme.

Forum

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insgesamt 19 Beiträge
1. Mehr davon, SPON!
shanda 27.01.2013
Mehr davon, SPON!
Mehr davon, SPON!
2. wie immer....
frowin 27.01.2013
Brüno raus!
Brüno raus!
3. optional
genscher72 27.01.2013
Das letzte Spiel das so langweilig war habe ich 82 bei der WM gesehen
Das letzte Spiel das so langweilig war habe ich 82 bei der WM gesehen
4. Was für ein Gurkenkick
bloßmolwassage 27.01.2013
Und so etwas wird Deutscher Meister.
Zitat von genscher72Das letzte Spiel das so langweilig war habe ich 82 bei der WM gesehen
Und so etwas wird Deutscher Meister.
5. Ergebnis bitte in die Überschrift
Rosa3000 27.01.2013
Warum fällt das SPON so schwer? Das Ergebnis ist das Wichtigste, aber das kommt oft wie hier irgendwo im Kleingedruckten... Vielleicht sollte hier besser ein Sportreporter ran? -Der weiß sowas.
Warum fällt das SPON so schwer? Das Ergebnis ist das Wichtigste, aber das kommt oft wie hier irgendwo im Kleingedruckten... Vielleicht sollte hier besser ein Sportreporter ran? -Der weiß sowas.

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