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02.02.2013
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Bayern-Sieg gegen Mainz

Tore für den Imagefilm

Aus Mainz berichtet Christoph Ruf
DPA

Jubelnde Bayern-Profis: Wo ist die Konkurrenz?

Bayern marschiert ungebremst Richtung Meisterschaft. Gute Spieler hatten die Münchner schon immer, nun ist auch die Taktik meisterlich. Gegen Mainz zeigte das Team von Trainer Heynckes schöne Tore und traumhafte Kombinationen.

Man sah Mario Gomez und Arjen Robben an, welch miserable Laune sie auf dem Weg zum Mannschaftsbus hatten. Kein Wunder, die beiden Stars hatten auch zum 3:0-Sieg in Mainz nicht viel beitragen dürfen: Als das Spiel längst entschieden war, bekamen sie von Jupp Heynckes noch ein Gnaden-Viertelstündchen geschenkt - zu wenig für die Ansprüche zweier Stars des europäischen Fußballs.

Es war also zu erwarten, dass der Coach auf die Befindlichkeiten der beiden Joker wider Willen angesprochen werden würde. Doch auch das konnte Heynckes' Laune nach diesem Spiel nicht trüben. "Ich bin auch ein Top-Stürmer gewesen", hob er lachend an. "Wenn mir mein Trainer gesagt hätte, dass ich nicht spiele, obwohl ich fit bin - meinen Sie, dass ich erfreut gewesen wäre?" Wohl kaum, das sah im Medienraum der Mainzer Arena wirklich jeder ein.

Zumal das vermeintliche Aufregerthema der vergangenen Wochen auch an diesem Nachmittag keines war. Was sollte Heynckes auch anderes tun, als die zwei Stars auf die Bank zu setzen? Thomas Müller draußen lassen? Der Mann war mal wieder einer der Besten im Team. Mario Mandzukic opfern? Der Kroate hat in Mainz seine Saisontreffer Nummer 13 und 14 geschossen und war auch außerhalb des Strafraums bärenstark.

Also: kein Handlungsbedarf weit und breit. Die Bayern-Aufstellung Neuer-Lahm-van Buyten-Dante-Alaba-Martinez-Schweinsteiger-Kroos-Ribéry-Müller-Mandzukic präsentierte sich auch in Mainz als perfekt eingespieltes Ensemble aus elf ziemlich guten Einzelspielern.

Früher hatten die Bayern gute Spieler - jetzt ist auch die Taktik top

Die individuelle Qualität der Spieler ist seit jeher der größte Triumph jeder FC-Bayern-Elf. In der Vergangenheit hat sie oft zu Meisterschaften geführt, die so gut wie immer verdient waren - und so gut wie nie glanzvoll. Letzteres wird beim Meistertitel 2013 ganz anders sein. In dieser Saison ist der FC Bayern nicht nur individuell die beste Mannschaft, sondern auch mannschaftstaktisch auf absolutem europäischem Topniveau. Die Bayern lassen so gut wie keine Räume im und um den eigenen Strafraum zu und haben in allen 20 Saisonspielen gerade mal sieben Gegentore kassiert.

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Grafische Fußball-Analyse: Mandzukic trifft, Kirchhoff schaut zu
Doch damit nicht genug der Dinge, die dem künftigen Trainer Pep Guardiola bei den TV-Übertragungen in New York bereits jetzt gut gefallen dürften: Bei gegnerischem Ballbesitz stören nun auch die Offensivspieler so konsequent, dass so gut wie jeder Gegner über kurz oder lang zu Fehlpässen gezwungen wird. Auch Mainz 05, eine Mannschaft, die zu den ballsicheren der Liga gehört und zumindest im ersten Durchgang eine sehr ordentliche Partie bot, wie auch Bayern-Trainer Jupp Heynckes fand. Der Coach hatte "30, 35 Minuten eine laufstarke, sehr gut organisierte Mainzer Mannschaft" gesehen.

Keine Frage: Die Mainzer haben ein richtig gutes Team beisammen, das mit einer ähnlichen Spielphilosophie wie die "neuen" Bayern auftreten. Wenn Heynckes' Mainzer Kollege Thomas Tuchel gar von einem eigenen "Chancenplus bis zur 41. Minute" sprach, stimmte das sogar.

Doch dann traf Thomas Müller nach tollem Pass von Toni Kroos (41.). Länger als sieben, acht Sekunden dürfte es nicht gedauert haben, bis der Ball nach dem Abschlag von Manuel Neuer im gegnerischen Tor lag. Doch das war bei weitem nicht der ästhetische Höhepunkt des Nachmittags. Der zweite und der dritte Münchner Treffer haben das Potential, um in bunten Imagefilmen über die Bayern-Saison 2012/2013 hineingeschnitten zu werden.

Sowohl dem ersten als auch dem zweiten Treffer von Mandzukic (50./57.) gingen Kombinationen voraus, die einfach nur wunderschön herausgespielt waren. Einmal standen Franck Ribéry, David Alaba und Toni Kroos Pate, beim zweiten Mal zeigten Ribéry und Lahm eine Ballstafette, die keinen Vergleich mit den Ballkünstlern von Guardiolas ehemaligem Arbeitgeber, dem FC Barcelona, scheuen muss.

"Es ist extrem schwer, diesen FC Bayern in dieser Form zu schlagen", hat Tuchel dann auch erkannt. Es spricht einiges dafür, dass in den kommenden Wochen ähnliche Sätze nach Spielen der Bayern zu hören sein werden. Wie sagte Kapitän Philipp Lahm so schön, als er gefragt wurde, ob der Nachmittag ein "Schritt nach vorne" gewesen sei? "Die ganze Saison ist ein Schritt nach vorne." So ist es.

Forum

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insgesamt 15 Beiträge
1. Wen interessieren diese zwei vereine
eltoro80 03.02.2013
Die einen haben nur zuschauer die nicht mal aus bayern sind . Und dieser studentenverein iss eh die grösste lachnummer der liga ...
Die einen haben nur zuschauer die nicht mal aus bayern sind . Und dieser studentenverein iss eh die grösste lachnummer der liga ...
2. den Kirchhoff ....
momo63 03.02.2013
... hätten die Mainzer direkt in dne Münchener Bus setzen können . So wie der gespielt hat hatte der keine Identifikation mit Mainz05 sondern war neben den Schiri der 13-te Münchner auf dem Platz . Warum hat Tuchel diesemn [...]
... hätten die Mainzer direkt in dne Münchener Bus setzen können . So wie der gespielt hat hatte der keine Identifikation mit Mainz05 sondern war neben den Schiri der 13-te Münchner auf dem Platz . Warum hat Tuchel diesemn Menschen aufgestellt - der im Sommer die Farben wechselt. Das erinnerst doch start an Matthäus Elfer im DFB Finale bevor er von Gladbach nach München wechselte. Der Schiri war übrigens wie meistens eine typische DFB Pfeife.
3. Schön für den FCB...
oberfrange 03.02.2013
aber für den Ottonormalo- und nicht FCB oder BVB Fan wird die Bundesliga immer langweiliger und sie wird mit Guardiola als FCB Trainer noch langweiliger werden und in Richtung Premier League steuern, d.h. nur 2 Mannschaften machen [...]
aber für den Ottonormalo- und nicht FCB oder BVB Fan wird die Bundesliga immer langweiliger und sie wird mit Guardiola als FCB Trainer noch langweiliger werden und in Richtung Premier League steuern, d.h. nur 2 Mannschaften machen den Titel unter sich aus. Geldgenerierungsblödsinn, das alles. Bin ein großer Fußballfan und schaue momentan eben deshalb lieber Kreis- und Regionalliga als Bundesliga.
4. 2012
Traffical 03.02.2013
wurde fast die selbe mannschaft dreimal zweiter. und das mit der mentalen belastung des finales dahoam. wäre das nicht gewesen, mindestens ein titel hätten sie geholt. der bvb,bei allem repeckt wäre nicht so leicht [...]
wurde fast die selbe mannschaft dreimal zweiter. und das mit der mentalen belastung des finales dahoam. wäre das nicht gewesen, mindestens ein titel hätten sie geholt. der bvb,bei allem repeckt wäre nicht so leicht durchmaschiert.
5. ...
jujo 03.02.2013
Ich würde ja gerne meinen Reflexen sls alter HSVer folgen und über das Spiel der Bayern lästern, mir fällt aber nichts ein!
Zitat von sysopBayern marschiert ungebremst Richtung Meisterschaft. Gute Spieler hatten die Münchner schon immer, nun ist auch die Taktik meisterlich. Gegen Mainz zeigte das Team von Trainer Heynckes schöne Tore und traumhafte Kombinationen. Bundesliga: FC Bayern siegt gegen Mainz 05 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-fc-bayern-siegt-gegen-mainz-05-a-881161.html)
Ich würde ja gerne meinen Reflexen sls alter HSVer folgen und über das Spiel der Bayern lästern, mir fällt aber nichts ein!

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