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10.02.2013
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Bayern-Gala gegen Schalke

Vom Gipfel grüßt der FCB

Von Sebastian Winter, München
DPA

Echte Gegner scheint es für die Bayern in der Liga nicht mehr zu geben - auch Schalke stellte für den Rekordmeister keine ernstzunehmende Hürde dar. In dieser Saison spielen die Münchner wie von einem anderen Stern. Einzig die Personalplanung für die kommende Saison sorgt noch für etwas Spannung.

"Schalke 04, Schalke 04" - der blanke Hohn sprach aus den Sprechchören der Bayern-Fans. Die Südkurve des deutschen Rekordmeisters startete die spöttische Einlage nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit, Stürmer Mario Gomez hatte die Bayern gegen die Königsblauen gerade mit 4:0 in Führung gebracht. Es war der Endstand einer völlig einseitigen Partie, in der neben Gomez zweimal David Alaba sowie Bastian Schweinsteiger mit einem schönen Freistoß getroffen hatten. Mit dem Triumph dürfte der Tabellenführer wohl die letzten Zweifel beseitigt haben, wer der neue deutsche Meister wird.

15 Punkte Vorsprung hat die Mannschaft von Jupp Heynckes auf den ersten Verfolger Dortmund, der gegen den Hamburger SV fürchterlich patzte, 16 Zähler liegt der Tabellendritte Leverkusen zurück. "Es sind noch viele Spiele in der Liga. Mit der Drei-Punkte-Regelung kann das ganz schnell gehen", sagte Torschütze Schweinsteiger - ein Ausweis an Bescheidenheit. Denn wenn die Bayern so weiter spielen, halten sie den Vorsprung mühelos.

Schalkes Torwart Timo Hildebrand war näher an der Realität. Auf die Frage, ob er denn den Bayern jetzt schon zum Titel gratulieren möchte, sagte er: "Ja, das war's." Schalke stolpert nach der Klatsche noch tiefer in die Krise. Gegen den Rekordmeister agierte das Team völlig verängstigt. Die Unruhe dürfte nun noch größer werden, auch wenn sich die Spieler weiterhin hinter ihren Trainer Jens Keller stellen, der im Dezember Huub Stevens abgelöst hatte. Von Platz zwei in der Hinrunde sind sie mittlerweile bis auf Platz neun abgestürzt. "Ich fühle mich wie im falschen Film", sagte Nationalspieler Benedikt Höwedes.

Die eigene Bestmarke im Visier

Der Spitzenreiter kann allmählich auch den Rekord für den Titelgewinn mit dem größten Vorsprung ins Visier nehmen. Die eigene Bestmarke liegt bei 20 Punkten Vorsprung am Ende der Saison 1972/73. Die Bayern halten in dieser Wertung, in der sämtliche Tabellen der 50-jährigen Bundesliga-Historie nach der Drei-Punkte-Regel berechnet sind, die ersten drei Plätze und teilen sich den vierten Rang mit dem 1. FC Köln.

Den Bayern ist es ziemlich egal, dass der Titelkampf in dieser Saison eigentlich keiner mehr ist. Sie wirken in allen Mannschaftsteilen extrem konzentriert und selbstbewusst. Trainer Heynckes hat es sogar geschafft, die zu Reservisten degradierten Gomez, Arjen Robben und Jérôme Boateng gegen Schalke in die Stammformation zu bauen. Boateng verteidigte sicher, Robben spielte unglücklich, verdiente sich aber zwei Assist-Punkte und Torschütze Gomez sagte später fast überschwänglich in Richtung Heynckes: "Es war mutig, uns Drei einzuwechseln, obwohl es vorher so gut lief. Das zeigt seine wahre Größe."

Echte Gegner scheint es für die Bayern in der Liga nicht mehr zu geben. Und so richtet sich der Blick auf den Kader der Münchner. Dort gibt es immerhin noch so etwas wie Spannung. Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski sei sich bereits mit den Bayern einig, heißt es.

Gomez sagte nach dem Spiel zum Personalthema: "Irgendwann wird der Verein sagen, wie er plant. Ein Bekenntnis sieht aber anders aus, auch für Claudio (Pizarro, d. Red.)." Der Angreifer fürchtet, in diesem Sommer trotz seines bis 2016 laufenden Vertrags gehen zu müssen, möglicherweise für Lewandowski. Nun würde er gerne Rückendeckung des Vereins bekommen. Der zweite Bankdrücker, Robben, stieg mit mehreren kläglich vergebenen Chancen zwar nicht in der Gunst des Publikums, aber er war diplomatischer in seinen Aussagen: "Wir müssen aufhören, über einzelne Spieler zu sprechen, die Mannschaft ist entscheidend."

Es sind ganz neue Töne, die der zuweilen egoistische Holländer anschlägt, über dessen Zukunft ebenfalls spekuliert wird. Selbst bei den Wackelkandidaten scheint der Fokus in diesen Tagen voll auf dem Titelkampf zu liegen.

Bayern München - FC Schalke 04 4:0 (1:0)
1:0 Alaba (19., Foulelfmeter)
2:0 Schweinsteiger (32.)
3:0 Alaba (51.)
4:0 Gomez (63.)
München: Neuer - Lahm (ab 73. Rafinha), Boateng, Dante, Alaba - Martínez, Schweinsteiger (ab 73. Luiz Gustavo) - Robben, Toni Kroos, Ribery (ab 73. Contento) - Gomez
Schalke: Hildebrand - Höwedes, Metzelder, Matip, Kolasinac - Jones, Neustädter - Höger (ab 64. Raffael), Barnetta, Bastos (ab 72. Farfan) - Pukki (ab 78. Edu)
Schiedsrichter: Peter Gagelmann
Zuschauer: 71.000 (ausverkauft)

Forum

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insgesamt 33 Beiträge
1. optional
fraecael 10.02.2013
Echter Gegner: BVB! Aus 6 Spielen 5 Niederlagen für Bayern und ein Unentschieden. Inklusive einer fetten 5:2 Klatsche!
Echter Gegner: BVB! Aus 6 Spielen 5 Niederlagen für Bayern und ein Unentschieden. Inklusive einer fetten 5:2 Klatsche!
2. Dort-Mund
maxderzweite 10.02.2013
Ich weiß nicht aber es war klar das Dortmund nicht 3 Saisons auf hohem Niveau spielen kann, aber das ist ja auch nicht weiter schlimm.
Ich weiß nicht aber es war klar das Dortmund nicht 3 Saisons auf hohem Niveau spielen kann, aber das ist ja auch nicht weiter schlimm.
3.
Greg84 10.02.2013
Ist es schon so weit, dass sich einige daran festkrallen müssen? Was in den letzten 6 Spielen war, interessiert heute nicht. Abgesehen davon haut Ihre Statistik nicht hin aber den Supercup blendet man ja gern mal aus, nicht [...]
Zitat von fraecaelEchter Gegner: BVB! Aus 6 Spielen 5 Niederlagen für Bayern und ein Unentschieden. Inklusive einer fetten 5:2 Klatsche!
Ist es schon so weit, dass sich einige daran festkrallen müssen? Was in den letzten 6 Spielen war, interessiert heute nicht. Abgesehen davon haut Ihre Statistik nicht hin aber den Supercup blendet man ja gern mal aus, nicht wahr? Natürlich nur, weil Dortmund ihn nicht gewonnen hat, sonst wäre das auch erwähnt worden. Um nicht falsch verstanden zu werden: Dortmund hat die meisten Spiele auch verdient gewonnen gegen die Bayern.
4. bayern: schalke
ben04 10.02.2013
kopfhoch schalke!!! hildebrand raus aus dem Tor und unerstall Rein!!! GLÜCK AUF!!!!!
kopfhoch schalke!!! hildebrand raus aus dem Tor und unerstall Rein!!! GLÜCK AUF!!!!!
5. Herr Tönnies
schalkefan 10.02.2013
Sie sind gefragt! Abtauchen bringt nichts. Vorschlag für zukünftiges zuverlässiges und anerkanntes Führungspersonal und Spieler: Bitte Echte Schalker mit Herzblut einstellen!
Sie sind gefragt! Abtauchen bringt nichts. Vorschlag für zukünftiges zuverlässiges und anerkanntes Führungspersonal und Spieler: Bitte Echte Schalker mit Herzblut einstellen!

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