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23.02.2013
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Remis zwischen Freiburg und Frankfurt

Alles Ansichtssache

Von , Freiburg
Getty Images

Freiburgs Caligiuri: "Da waren die erstmal überrascht"

War das nun ein Spitzenspiel? Beim Unentschieden zwischen Freiburg und Frankfurt sollte sich niemand vom Ergebnis blenden lassen. Die Gastgeber bestätigten ihren positiven Trend, die Eintracht wirkte reifer. Der Europacup ist deshalb für beide drin - die Konkurrenz spielt auch nicht besser.

Stefano Celozzi ist nicht eben ein Riese unter den Bundesligaprofis. Mit 1,71 Metern ist er sogar so klein geraten, dass der ein oder andere Journalist den Mann im dichten Gedränge der Freiburger Interviewzone erst bemerkte, als er schon wieder den Weg in die Kabine angetreten hatte. Dabei war der 24-Jährige beim 0:0 seiner Frankfurter in Freiburg ganz eindeutig der Mann des Spiels.

Gleich zweimal (64./65.) kratzte er Bälle von der Torlinie, die Jan Rosenthal und Matthias Ginter sonst ins Frankfurter Tor geköpft hätten. Für Celozzi war das jedoch nicht der Rede wert: "Der Kleinste steht eben am Pfosten und macht weg, was auf ihn zukommt", sagte er. Auch der gelernte Verteidiger war froh, dass die Freiburger eine Weile gebraucht hatten, bis sie sich auf das ungewohnte Frankfurter Spielsystem mit Mittelfeldraute eingestellt hatten: "Da waren die erstmal überrascht."

Und so kam es, dass im ersten Durchgang die Frankfurter klar dominierten und die verunsicherten Freiburger früh in deren Hälfte störten. "Wir haben früh gepresst und hatten deswegen nicht so weite Wege zum Freiburger Tor", analysierte Trainer Armin Veh. Genutzt haben sie das allerdings nicht so recht - und das trotz einiger Konzentrationsmängel in der Freiburger Abwehr.

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Freiburg vs. Frankfurt: Viel Kampf, wenig Spielkunst

Es kam der Halbzeitpfiff, und Karim Matmour blieb in der Kabine. Der einst von Christian Streich im nahen Straßburg entdeckte Franko-Algerier in Diensten der Eintracht hatte nach einem dümmlichen Foul an Daniel Caligiuri die Gelbe Karte gesehen. Damit bestand gehörige Gefahr, dass der Angreifer im zweiten Durchgang vom Platz fliegen könnte. Um dem dritten Platzverweis für Matmour in dieser Saison zuvorzukommen, wechselte Veh Olivier Occean ein - und damit Slow Motion im Offensivspiel, wie sein Coach nach der Partie zugab: "Das hat uns nicht so gut getan, weil uns dann die Schnelligkeit gefehlt hat."

Die legte stattdessen der Sportclub an den Tag, der im ersten Durchgang eine der schlechtesten Halbzeiten dieser Saison gespielt hatte und nun neben der von Celozzi zunichte gemachten Doppelchance noch zu hochkarätigen Gelegenheiten durch Max Kruse (76.) und Johannes Flum (85.) kam. Am Ende waren die Gastgeber den drei Punkten näher als die Eintracht, die insgesamt etwas reifer aufgetreten war, sich aber nicht eine einzige echte Torchance erspielt hatte.

"In der Vorrunde haben wir alle Spiele gegen die Mannschaften, die über uns stehen, verloren", freute sich Kapitän Julian Schuster, "In der Rückrunde haben wir gegen Leverkusen und Frankfurt unentschieden gespielt." Dass er das so betonte, konnte man durchaus als Indiz dafür sehen, dass sie sich beim SC trotz aller Dementis durchaus zutrauen, in der kommenden Saison international zu spielen.

Genügend Spiele mit Spitzenleistungen gezeigt

Dass sich Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg dann mit Spitzenteams aus Italien, Spanien oder England messen, klingt natürlich ein wenig so, als habe Aserbaidschan vor, die WM 2014 zu gewinnen. Doch zum einen haben beide Teams in dieser Saison schon viele Spiele bestritten, in denen sie echte Spitzenleistungen gezeigt haben.

Und zum anderen lohnt ein Blick auf die Plätze sechs bis zehn, das unmittelbare Verfolgerfeld von Frankfurt und Freiburg: Hamburger SV, Mainz 05, Hannover 96, Schalke 04, Borussia Mönchengladbach. Über all diese Mannschaften ließe sich vieles sagen - nur nicht, dass sie souveräner sind als die beiden Überraschungsmannschaften dieser Spielzeit.

Im Übrigen wären Zweifel an der Euro-Qualität der beiden Teams sowieso nur Wasser auf die Mühlen von deren Trainern. Sowohl Streich als auch Veh haben schließlich noch nie etwas anderes gesagt, als dass sich da ein Aufsteiger und ein Team mit einem der drei kleinsten Etats der Liga ganz wacker schlagen.

Bei beiden hatte man dennoch in den vergangenen Wochen den Eindruck, dass sie sich heimlich, still und leise sehr wohl mit Europa beschäftigen. Offenbar haben beide einen Fernseher zu Hause. Und was sie dort bei den Spielen der Tabellennachbarn sehen, kann sie nur optimistisch stimmen.

Forum

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insgesamt 1 Beitrag
1. Aserbaidschan?
Herzbubi 25.02.2013
wenn der HSV es wollte würde so klingen, als habe Aserbaidschan vor, die WM 2014 zu gewinnen. Freiburg und Eintracht zeigen Leistung und stehen auch zu Recht auf den vorderen Plätzen. Aber dem Norden gefählt das nicht
wenn der HSV es wollte würde so klingen, als habe Aserbaidschan vor, die WM 2014 zu gewinnen. Freiburg und Eintracht zeigen Leistung und stehen auch zu Recht auf den vorderen Plätzen. Aber dem Norden gefählt das nicht

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