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Sport

Bayern-Sieg in Frankfurt

Ein Hoch auf die Senioren

Im Duell Pokalsieger gegen Meister wurden der Eintracht die Grenzen aufgezeigt - vor allem dank der reiferen Herren Ribéry, Rafinha und Lewandowski. Man braucht keine große Fantasie für den weiteren Saisonverlauf.

DPA

Franck Ribéry

Von
Samstag, 22.12.2018   22:44 Uhr

Ausgangslage des Spiels: Bayerntrainer Niko Kovac zurück in Frankfurt, Pokalsieger gegen Meister - Frankfurt gegen Bayern bereits im dritten Endspiel des Jahres gegeneinander. Erst das Pokalfinale, dann das Supercupfinale, nun das Samstagabend-Topspiel-Finale. Dazu Fünfter gegen Dritter nach Erster gegen Zweiter am Abend zuvor. Der Spielplaner ist jetzt schon Man of the Year.

Ergebnis des Spiels: 3:0 für die Bayern. Zunächst zwei Tore von Franck Ribéry (35. Minute/79.), das dritte von Rafinha (89.).

Die erste Halbzeit: Ein wilder Beginn. Die Eintracht hat vier gute bis sehr gute Chancen in den ersten 15 Minuten. Bayern im Pokalendspiel-Modus. Dazu ein Rasen, der so tief ist, dass er in Bayernpräsident Uli Hoeneß womöglich Erinnerungen an das alte Waldstadion im Sommer 1974 wach werden ließ. Aber die Bayern sind nicht mehr die Bayern aus dem Oktober, mittlerweile schaffen sie es, solche Spiele zu beruhigen. Am besten mit einem Tor: Ribéry, 35. Minute.

Die zweite Halbzeit: Sie suhlen sich, sie wälzen sich, sie krümmen sich. Im Minutentakt. Ein unansehnliches Spiel ist es geworden, voller Unterbrechungen und voll mit dem, was Fußballreporter über Generationen Nickeligkeiten nennen. Ein Wort, das außerhalb des Fußballs so gut wie unbekannt ist. Irgendwann hat Ribéry genug von all dem. In der 79. Minute beendet er die Hänge- und Liegepartie mit seinem 2:0. Rafinha rutscht dann noch kurz vor Abpfiff eine Flanke ins Tor. So entstehen Traumtore.

Spieler des Spiels: Franck Ribéry wird am 7. April 2019 36 Jahre alt. Nach allen Gesetzen der Branche dürfte er nicht mehr so behände über seine Gegenspieler hinüberhüpfen, ihnen beim Dribbling entwischen, wie er es am Samstag tat. Vorzugsweise im Zusammenspiel mit Robert Lewandowski (wird am 21. August 31) oder Rafinha (am 7. 9. 34). Wenn dann noch Arjen Robben (am 23. Januar 35) zurückkommt (das mit dem neuen Vertrag regelt der Präsident), wird dieser FC Bayern auf Jahrzehnte unschlagbar sein. Es ist in diesem Jahr so viel auf die alten, weißen Männer geschimpft worden. Warum nur?

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Bundesliga: Das ist einfach nur Franck

Duell des Spiels: Gab es schon vor der Partie. Nacheinander wurden am Sky-Mikrofon die Sportdirektoren von Frankfurt und München interviewt. Erst der Charmeur Fredi Bobic, scherzend, eloquent, dann Hasan Salihamidzic. Dem TV-Experte Lothar Matthäus, direkt neben ihm stehend, ganz generös attestierte: "Er macht sich langsam." Immerhin hat er ihm nicht den Kopf getätschelt.

Wechsel des Spiels: Auch schon vor dem Spiel. Im Mai wurde das Pokalendspiel durch das Sprintduell des Jahres entscheiden, Ante Rebic gegen Mats Hummels. Alle, die sich auf den Rückkampf, Sky würde es "The Battle of the Giants" nennen, gefreut haben, wurden enttäuscht. Beide mussten kurz vor dem Spiel wegen Verletzungen passen.

Zitat des Spiels: "Kevin Trapp ging als hessischer Bub zu Paris Saint-Germain und kam als Mann von Welt zur Eintracht zurück." Sky-Mann Wolf Fuss kann es eben auch mit dem blumigen Einstieg. So als Reporter.

Erkenntnis des Spiels: Die Bayern gehen mit sechs Punkten Rückstand und auf Platz zwei in die Winterpause. Tabellenführer Borussia Dortmund spielt in der Rückrunde bei allen vier Mannschaften auswärts, die direkt hinter dem BVB stehen. In München, in Mönchengladbach, in Leipzig und in Frankfurt. Wir alle wissen doch ganz genau, wie diese Saison enden wird.

Eintracht Frankfurt - Bayern München 0:3 (0:1)
0:1 Ribéry (35.)
0:2 Ribéry (79)
0:3 Rafinha (89.)
Frankfurt: Trapp - Salcedo, Falette, N'Dicka - da Costa, Fernandes (69. Müller), Willems, Kostic - Gacinovic (43. de Guzman) - Haller, Jovic
München: Neuer - Rafinha, Süle, Boateng, Alaba - Kimmich, Martínez - Müller (90. Shabani), Thiago, Ribéry (90. Coman) - Lewandowski (90+1. Wagner)
Schiedsrichter: Gräfe
Gelbe Karten: Fernandes, de Guzman / Alaba
Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)

insgesamt 29 Beiträge
websmile33 22.12.2018
1. Netter Versuch
Erstmal Respekt vor der guten Leistung von Frankfurt, die Mannschaft hat Qualität und entwickelt sich weiter, die ersten 20 Minuten waren die klar besser. Und nun zu Herr Ahrens, wir wissen eben nicht wie es endet, Dortmund hat [...]
Erstmal Respekt vor der guten Leistung von Frankfurt, die Mannschaft hat Qualität und entwickelt sich weiter, die ersten 20 Minuten waren die klar besser. Und nun zu Herr Ahrens, wir wissen eben nicht wie es endet, Dortmund hat sechs Punkte Vorsprung, eine sehr starke Vorrunde gespielt und einen Kader voller sehr guter Spieler - Bayern muss auch noch nach Hoffenheim, Gladbach, Leipzig, usw, das scheint mir auch nicht so einfach. Favorit auf den Titel ist immer noch der BVB mit seinem großen und ausgeglichenen Kader und vor allem dem überragenden Marco Reus, der in der Form seines Lebens ist. Sechs Punkte aufzuholen plus Tordifferenz sind viel auf so eine stabile Mannschaft.
Dummwie Brot 23.12.2018
2. Also wirklich Herr Ahrens,
dass Wechseln der Pferde kommt zu spät! So tief können Sie nicht in den Kreidesack tauchen, um glaubhaft zu wirken. Und Sie können betteln wie Sie wollen, es gibt für Sie keine Geschenke! Die werden statthaften und objektiven [...]
dass Wechseln der Pferde kommt zu spät! So tief können Sie nicht in den Kreidesack tauchen, um glaubhaft zu wirken. Und Sie können betteln wie Sie wollen, es gibt für Sie keine Geschenke! Die werden statthaften und objektiven Journalisten zuteil!
aprilhh 23.12.2018
3.
Ach Herr Ahrens. Sind sie wirklich so sauer, dass die Bayern wieder zurück in die Spur gefunden haben? Der Artikel ist mal wieder an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Sie verstecken ihre Abneigung gegenüber dem FCB überhaupt [...]
Ach Herr Ahrens. Sind sie wirklich so sauer, dass die Bayern wieder zurück in die Spur gefunden haben? Der Artikel ist mal wieder an Peinlichkeit nicht zu überbieten. Sie verstecken ihre Abneigung gegenüber dem FCB überhaupt gar nicht mehr. Darüber hinaus sind manche Dinge die sie schreiben, einfach nicht richtig. Zum Beispiel Arjen Robben, der wird die Bayern im nächsten Sommer verlassen. Das steht fest. Was das ganze auch mit weißen Männern zu tun haben sollen, keine Ahnung. Einfach mal rausgehauen, ist halt modern im Moment. Auch die Überheblichkeit gegenüber HS ist völlig fehl am Platz. Ich mag ihn auch nicht besonders, aber Sie führen nicht mal ein Zitat von ihm an, welches einen unsicheren Auftritt bescheinigen würde. Aber Bobic war locker und witzig, ja nee ist klar. Am Ende steht folgendes mal wieder im Raum. Die alten Herrschaften haben es bei den Bayern immer noch drauf und Sie sind einfach sauer, weil Ihre ganzen Prognosen (und wahrscheinlich auch Hoffnungen) mal wieder nicht eingetroffen sind. Aber so funktioniert nun mal der online Journalismus. Ist auch nicht Ihr Fehler.
Papazaca 23.12.2018
4. Die alten weißen Männer haben nur eine Gnadenfrist. Bis wann?
Die Frage ist nur: Wie lange noch. Abwarten. Die CL wird erste Antworten geben. Unseren Freunden des Südens frohe Weihnachten und Gratulation zur Vizeweihnachtsmeisterschaft. Sammeln für sie, damit sie mehr Geld als die 200 [...]
Die Frage ist nur: Wie lange noch. Abwarten. Die CL wird erste Antworten geben. Unseren Freunden des Südens frohe Weihnachten und Gratulation zur Vizeweihnachtsmeisterschaft. Sammeln für sie, damit sie mehr Geld als die 200 Mio. für Spielerkäufe ausgeben können, werden wir aber nicht. Ich hoffe, sie können uns verstehen, soweit geht unsere Liebe dann doch nicht.
bayernmann 23.12.2018
5. Unfassbar
Das wars jetzt für mich mit Spiegel. Man muss die Bayern ja nicht mögen, aber wieder mal inhaltlich völlig daneben. In der ersten Hälfte nur Chancen für Frankfurt ? Ist der Autor Narkoleptiker und zwischendurch [...]
Das wars jetzt für mich mit Spiegel. Man muss die Bayern ja nicht mögen, aber wieder mal inhaltlich völlig daneben. In der ersten Hälfte nur Chancen für Frankfurt ? Ist der Autor Narkoleptiker und zwischendurch eingeschlafen ? Chancenverhältnis war nach 45 Minuten schon mindestens ausgeglichen. Und die zweite Hälfte war nur unansehnlich wenn man Bayernhasser ist. Da war der FCB klar überlegen mit vielen Guten Chancen und sehr ansehnlichen Spielzügen. Alle anderen Medien schaffen es realistisch darüber zu berichten. Hier klappt das leider nie. Armselig.

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