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Dortmunds Niederlage im Derby

Da hilft nur: beten!

Der nächste Rückschlag für den BVB: Nach dem Debakel in München vor zwei Wochen hat die Borussia auch noch das Revierderby verloren. Nun müssen sich die Borussen irgendwie in die Champions League retten.

DPA

Nuri Sahin

Von
Sonntag, 15.04.2018   18:36 Uhr

Eine Saison zum Vergessen: In Dortmund sehnt man sich nach dem Saisonende. Nach dem blamablen 0:6 in München vor zwei Wochen hat der BVB nun auch noch das Derby verloren. S04 dominierte und legte spielerische Schwächen des Gegners offen. Viele Profis wirken momentan restlos überfordert. Schalke hingegen steht vor der ersten Vizemeisterschaft seit 2010 und hat den Vorsprung gegenüber dem Rivalen auf vier Punkte ausgebaut.

Königlicher Beistand: Einst führte er Schalke 04 mit seinen Toren bis ins Halbfinale der Champions League, nun wollte er sein Ex-Team immerhin von den Rängen unterstützen: Raúl González Blanco genießt auch sechs Jahre nach seinem Abschied aus Gelsenkirchen noch große Sympathien. Er sollte Schalke Glück bringen.

DPA

Raúl

Ergebnis: Schalke feiert den ersten Derbysieg seit dem 27. September 2014. Das Team von Trainer Domenico Tedesco gewann 2:0 (0:0). Hier geht es zur Meldung.

Erste Hälfte: Schalke drängte den BVB weit in die eigene Hälfte und hatte deutlich mehr vom Spiel. Der BVB hatte Glück, als zunächst Alessandro Schöpf (5. Minute) und kurz vor der Pause Yevhen Konoplyanka ihre Chancen vergaben (45.). Dortmund wurde nur einmal gefährlich: Marco Reus' Freistoß wurde von Ralf Fährmann zur Ecke geklärt (24.).

Zweite Hälfte: Schalke belohnte sich kurz nach der Pause für den hohen kämpferischen Aufwand und ging nach einem Ballverlust von Marcel Schmelzer in der Vorwärtsbewegung in Führung. Konoplyanka traf nach einem Zuspiel von Daniel Caligiuri (50. Minute). In der Schlussphase sorgte Naldo mit einem gewaltigen Freistoß aus 25 Metern für die Entscheidung (82.).

Derbyheld: Naldo ist das Gesicht des Schalker Aufschwungs unter Tedesco. Der Innenverteidiger verpasste in dieser Saison noch keine einzige Minute und erzielte bereits sein siebtes Saisontor. Sein Freistoß verdeutlichte einmal mehr, warum ihn seine Fans "Knaldo" rufen. Mit 126 Stundenkilometern schlug der Ball im Tor von Roman Bürki ein. Im Hinspiel war es Naldo, der Schalke mit seinem Kopfball in der Nachspielzeit den Punkt rettete - ein echter Derbyheld eben.

AP

Schalke feiert Derbyheld Naldo

Nationalspieler auf Formsuche: Mario Götze und André Schürrle saßen gegen Schalke zunächst auf der Bank und wurden erst im Laufe des Spiels eingewechselt. Belebende Elemente sind die WM-Helden von 2014 aktuell nicht. Die Nominierung für das Turnier im Sommer ist in Gefahr. Auch für Marco Reus, dem gegen Schalke seine lange Verletzungspause anzumerken war, könnte die Weltmeisterschaft noch zu früh kommen.

Starke Defensive: Schalke konnte sich gegen den BVB erneut auf seine starke Abwehr verlassen. Neben Naldo hielten auch Benjamin Stambouli und Thilo Kehrer die Borussia weitestgehend vom eigenen Tor fern. Mit 33 Gegentoren stellt S04 die zweitbeste Abwehr der Liga, lediglich die Münchner stehen hinten noch sicherer (22 Gegentore). Der Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz beträgt vier Spieltage vor Schluss neun Punkte. S04 kann langsam für die Königsklasse planen.

Schweres Restprogramm: Für den BVB gilt es, die Saison irgendwie zu retten. Die Mannschaft muss Vierter werden, um sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Das Restprogramm hat es allerdings in sich: Neben Mainz trifft Dortmund noch auf die formstarken Leverkusener, Bremer und Hoffenheimer. Das Verpassen des Minimalziels würde den angestrebten Umbruch im Sommer deutlich erschweren.

FC Schalke 04 - Borussia Dortmund 2:0 (0:0)
1:0 Konoplyanka (50.)
2:0 Naldo (82.)
Schalke: Fährmann - Stambouli, Naldo, Kehrer - Caligiuri, Bentaleb, Schöpf - Goretzka (71. McKennie), Harit (87. Di Santo) - Burgstaller, Konoplyanka (74. Pjaca)
Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak, Schmelzer (86. Götze) - Sahin, Dahoud (79. Sancho) - Pulisic, Reus, Philipp (46. Schürrle) - Batshuayi
Schiedsrichter: Gräfe
Gelbe Karten: Burgstaller - Piszczek
Zuschauer: 61.786

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insgesamt 85 Beiträge
The Project 15.04.2018
1. Glückwunsch Schalke, .....
...... laut unbestätigter Mitteilung, soll nach dem Tor von Naldo, ein höherer Funktionär vom BVB gebeten haben, der Letzte möge doch das Licht vom Turm ausschalten.
...... laut unbestätigter Mitteilung, soll nach dem Tor von Naldo, ein höherer Funktionär vom BVB gebeten haben, der Letzte möge doch das Licht vom Turm ausschalten.
doppelnass 15.04.2018
2. Na..
was für ein Scherbenhaufen in Dortmund. Sportlich wirds langsam echt peinlich für den Kader. Trainerchaos, keiner weiß, ob Stöger bleibt. Dazu geht der einzige Stürmer wieder und neun Leute sollen verkauft und ersetzt werden. [...]
was für ein Scherbenhaufen in Dortmund. Sportlich wirds langsam echt peinlich für den Kader. Trainerchaos, keiner weiß, ob Stöger bleibt. Dazu geht der einzige Stürmer wieder und neun Leute sollen verkauft und ersetzt werden. Da man für die Isaks und Co. nicht viel Geld bekommen wird, kann man keine großen Sprünge machen, während die Transfersummen immer höher werden. Altlasten wie Schürrle, Götze werden sicher nicht für viel Geld gehen, wenn sie überhaupt gehen. Der Wunschtrainer Kovac, den man ja offensichtlich wollte, ist zu den Bayern gegangen. Wenn die CL nicht erreicht werden soilte, bekommt man eh keine Topleute mehr. Das wird noch lustig.
joernthein 15.04.2018
3. Es wird eng für die Ansprüche des BVB.
Die damalige , als durchaus kurios zu betrachtende, Entscheidung für den Trainer Stöger scheint nicht zu funktionieren. Die Mannschaft wirkt verunsichert. Es s ist kein Team entstanden und einzelne Spieler haben sich nicht [...]
Die damalige , als durchaus kurios zu betrachtende, Entscheidung für den Trainer Stöger scheint nicht zu funktionieren. Die Mannschaft wirkt verunsichert. Es s ist kein Team entstanden und einzelne Spieler haben sich nicht weiter entwickelt. Man könnte von einem Scherbenhaufen sprechen. Nun den, Glück auf für die nächste Saison (hups, der falsche Spruch).
tombik251 15.04.2018
4. Naja
noch sind es 5 Punkte Vorsprung. Da von "irgendwie in die CL retten" zu sprechen ist doch leicht übertrieben.
noch sind es 5 Punkte Vorsprung. Da von "irgendwie in die CL retten" zu sprechen ist doch leicht übertrieben.
The Project 15.04.2018
5. Das Chaos hat einen Namen, ......
..... BVB. In dieser Saison muss man 3 Trainer (Tuchel, Bosz und Stöger) bezahlen. Die Personalkosten explodieren förmlich. Im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres betrugen die Aufwendungen für das Personal 94,3 Millionen [...]
..... BVB. In dieser Saison muss man 3 Trainer (Tuchel, Bosz und Stöger) bezahlen. Die Personalkosten explodieren förmlich. Im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres betrugen die Aufwendungen für das Personal 94,3 Millionen Euro, und liegen um ca. 12 Millionen über dem Vorjahresniveau. Das sogenannte "Festgeldkonto" viel von 49,3 Millionen auf 23,9 Millionen Euro. Watzke möchte an den "Rädern drehen", wobei, bei diesen Zahlen es nur noch Rädchen sein können. Nachdem man mit dem Verkauf von Aubameyang und Dembélé das ganze Tafelsilber bereits verkauft hat, werden nun demnächst die Aktionäre wieder einmal zu einer Kapitalerhöhung genötigt werden. Irgendwie mutet das "Konstrukt BVB" einer großen Geldverbrennungsmaschine an, bei der keiner so richtig weiß, wohin die"Asche" fällt. Man darf auf die Jahreszahlen zum 30. Juni gespannt sein, und welche Spieler aus der "Talentschmiede BVB" weit unter Wert verscherbelt werden müssen, um die Stars bei Laune halten zu können. Ich hoffe nur, dass man nicht wieder Hoeneß anbetteln muss.
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