Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Bundesliga-Noten

Hoffenheim 4! Bayern 0! Die Top-Elf des 22. Spieltags

Neun Siege in Serie, 18 Punkte Vorsprung: Der FC Bayern dominiert die Bundesliga - aber nicht die SPIX-Bestenliste. In Runde 22 steht kein einziger Münchner in der Top-Elf. Dafür gleich vier Hoffenheimer.

Getty Images

Ádám Szalai

Von
Montag, 12.02.2018   15:04 Uhr

Der FC Bayern gewinnt sein Spiel und dahinter stümpern 17 andere Teams mehr oder weniger hilflos in einem Schneckenrennen um die Europapokal- und die Abstiegsränge vor sich hin? Klar, bei 18 Punkten Abstand zwischen Tabellenplatz eins und zwei ist die Erzählung von der laaaaangweiligen Bundesliga extrem verlockend. Wer etwas genauer hinschaute, entdeckte am 22. Spieltag trotzdem neue Geschichten.

Marco Reus ist zum Beispiel wieder da, auch wenn für den Dortmunder Mittelfeldmann bei seinem Comeback ("ein geiles Gefühl") noch nicht alles rund lief. Auf der offensiven Mittelfeldposition errechnete die SPIX-Formel für Reus an diesem Spieltag nur den 14.-besten Wert. Für die SPON11 der Woche reichte das nicht.

Ebenfalls neu im Jahr 2018: Hoffenheim hat ein Spiel gewonnen! Gleich vier TSG-Spieler stehen in der Top-Formation des Wochenendes. Und weil der FC Schalke 04 bei seiner knappen Auswärtsniederlage in München vieles richtig machte, taucht dort ausnahmsweise kein einziger Spieler des FC Bayern auf.

Bayer Leverkusen hat lediglich drei seiner vergangenen 18 Bundesliga-Duelle verloren - gleich zwei davon gegen Hertha BSC. Berlins Keeper Rune Jarstein stand nach den starken Leistungen seines Vertreters Thomas Kraft unter Druck, beim 2:0-Auswärtssieg präsentierte er sich gegen die drittbeste Offensive der Liga nach seiner Verletzungspause in Top-Form. Sechs Paraden, Spieltagsbestwert.

Wie hat mein Lieblingsspieler abgeschnitten? Klicken oder wischen Sie sich durch das Ranking.

Hier fanden Sie schon fünfmal in dieser Saison Naldo. Auch das ist anders in Runde 22. Immerhin hat es ein anderer Schalker Innenverteidiger an die Spitzenposition des Spieltags-Rankings geschafft: Benjamin Stambouli. Zehn abgefangene Bälle, sechs eroberte zweite Bälle, alle fünf Tacklings gewonnen, dazu noch 94 Prozent seiner Zuspiele zu Mitspielern gebracht - der SPIX-Algorithmus errechnete den Maximalwert 100 für den Franzosen. Neben Stambouli steht sein sechs Jahre jüngerer Landsmann

Benjamin Pavard, der mit acht klärenden Aktionen entscheidend zum ersten Stuttgarter Sieg unter Tayfun Korkut beitrug.

Zwei Spiele in Serie ohne Gegentor - das hat es in der Leipziger Bundesliga-Geschichte erst zum dritten Mal gegeben. Ein Schlüssel dafür war am Freitagabend Lukas Klostermann, der beim 2:0 gegen Augsburg auf der linken Abwehrseite glänzte (100 Prozent seiner Tacklings gewonnen, fünf zweite Bälle erobert, in vier Situationen geklärt). Die andere defensive Außenposition sichert sich der Wolfsburger William.

Wann kommen denn die ganzen Hoffenheimer? Jetzt. Florian Grillitsch hatte als Ballverteiler im Mittelfeld großen Anteil am ersten TSG-Sieg des Kalenderjahrs, gleich elf zweite Bälle eroberte der Österreicher in den 90 Minuten gegen Mainz. Kein Hoffenheimer spielte an diesem Wochenende mehr Pässe in der gegnerischen Spielhälfte (31) - und von denen kamen auch noch 77,4 Prozent an.

Ah, doch noch ein Münchner: auch wenn Serge Gnabry aktuell (noch) das Trikot der TSG Hoffenheim trägt. Gegen Mainz schuf die Leihgabe des FC Bayern durch ihre starke Dribbling-Bilanz (sechs gewonnene Eins-gegen-eins-Duelle) zahlreiche Überzahlsituationen, mit acht gesicherten zweiten Bällen bekam er auch hohe Werte in der SPIX-Wertung "Balleroberung" - und war so am Samstag der heimliche Matchwinner. (Sie wollen wissen, wie der SPIX berechnet wird? Hierentlang).

Nach dem entscheidenden Spieler bei Bremens 3:1 gegen den VfL Wolfsburg musste man dagegen nicht lange fahnden: Florian Kainz bereitete den Gästen auf der linken Außenbahn gewaltige Probleme. Den zweiten und den dritten Treffer erzielte er obendrein.

Zwei Torbeteiligungen? Darüber lacht Frankfurts Marius Wolf. Offiziell stehen zwar nach dem 4:2-Sieg gegen den 1. FC Köln auch für den Frankfurter "nur" zwei Scorerpunkte in der Statistik, ein Assist und ein Tor. Dazu lieferte Wolf jedoch zwei weitere vorletzte Bälle, die zu Treffern führten. Wer sich noch immer fragt, warum Eintracht Frankfurt nach 22 Spieltagen auf einem Champions-League-Platz liegt, sollte in den nächsten Spielen einmal ganz genau auf den 22 Jahre alten Mittelfeldspieler achten.

"Wie man trainiert, so spielt man", sagte TSG-Trainer Julian Nagelsmann am Wochenende. Offensichtlich haben seine Stürmer in der vergangenen Woche extrem gut trainiert. Die Hoffenheimer Doppel-Doppelpacker Ádám Szalai und Andrej Kramaric sichern sich die beiden Positionen im Angriff - kein Platz für SPON11-Dauergast Robert Lewandowski, der gegen Schalke auch im elften Heimspiel der Saison wieder sein Tor erzielte.

Und das ist die SPON11 des 21. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

insgesamt 13 Beiträge
jnek 12.02.2018
1. Oje
Mal wieder bezeichnend für die Relevanz dieses Pseudo-Rankings Spix. Spätestens wenn ich als Redakteur solch ein Ergebnis bekäme würde ich mir Gedanken machen. Fussball ist eben doch eine Teamsportart. Und die Spieler des FC [...]
Mal wieder bezeichnend für die Relevanz dieses Pseudo-Rankings Spix. Spätestens wenn ich als Redakteur solch ein Ergebnis bekäme würde ich mir Gedanken machen. Fussball ist eben doch eine Teamsportart. Und die Spieler des FC Bayern haben in diesem Wettbewerb besonders gut abgeschnitten denn sie haben ein sehr gutes Spiel erfolgreich bestritten. Von den 22 Spielern des spielerisch anspruchvollsten wie packensten Spiel des WEs stehen je Team nur 1 Spieler auf Platz 1 oder 2 ihrer Position? Solange man sich an diese seltsamen spix-Kriterien und Algorithmen klammert ... ernst nehmen kann ich das schon lange nicht mehr.
briancornway 12.02.2018
2. Kein Foto
Außerdem ist der FCB Rekordmeister und müsste unabhängig von der Leistung der Spieler jede Woche die komplette SPIX-Elf stellen, basta ... ? Ein Blick in die SPIX-Regeln könnte hier für Erleuchtung sorgen, dann muss man [...]
Außerdem ist der FCB Rekordmeister und müsste unabhängig von der Leistung der Spieler jede Woche die komplette SPIX-Elf stellen, basta ... ? Ein Blick in die SPIX-Regeln könnte hier für Erleuchtung sorgen, dann muss man sich auch nicht über solche "Tabuverstöße" aufregen.
roppel 12.02.2018
3.
Der stärkste Gegner den eine siegreiche Mannschaft am Wochenende hatte, war mit dieser beherzten Leistung Schalke 04. Die Unsinnigkeit der SPIX-Wertung zeigt sich ja gerade darin, dass kein Spieler der siegreichen Mannschaft [...]
Zitat von briancornwayAußerdem ist der FCB Rekordmeister und müsste unabhängig von der Leistung der Spieler jede Woche die komplette SPIX-Elf stellen, basta ... ? Ein Blick in die SPIX-Regeln könnte hier für Erleuchtung sorgen, dann muss man sich auch nicht über solche "Tabuverstöße" aufregen.
Der stärkste Gegner den eine siegreiche Mannschaft am Wochenende hatte, war mit dieser beherzten Leistung Schalke 04. Die Unsinnigkeit der SPIX-Wertung zeigt sich ja gerade darin, dass kein Spieler der siegreichen Mannschaft im Spitzenspiel berücksichtigt wurde.
Oihme 12.02.2018
4. ....
Vielleicht lesen einige Foristen mal den SPIX-Bewertungskatalog, bevor sie sich hier künstlich über eine Benachteiligung eigener Spieler aufregen! [...]
Vielleicht lesen einige Foristen mal den SPIX-Bewertungskatalog, bevor sie sich hier künstlich über eine Benachteiligung eigener Spieler aufregen! http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-spielernoten-spix-und-spon11-die-vermessung-der-bundesliga-a-1160253.html Wer da grundsätzlich gerne veitere Faktoren berücksichtigt hätte, kann das sachlich bei SPON vortragen, aber Journalistenschelte, nur weil nach den bestehenden Regeln die Akteure des eigenen Vereins etwas schlechter wegkommen, ist albern!
briancornway 12.02.2018
5. Mehr als die Summe ...
Ja, das klingt ein bisschen widersprüchlich. aber es werden ja die besten Einzelspieler auf ihren Positionen ausgewählt und zu einer "Mannschaft" zusammengestellt, die so höchstwahrscheinlich nicht gut [...]
Zitat von roppelDer stärkste Gegner den eine siegreiche Mannschaft am Wochenende hatte, war mit dieser beherzten Leistung Schalke 04. Die Unsinnigkeit der SPIX-Wertung zeigt sich ja gerade darin, dass kein Spieler der siegreichen Mannschaft im Spitzenspiel berücksichtigt wurde.
Ja, das klingt ein bisschen widersprüchlich. aber es werden ja die besten Einzelspieler auf ihren Positionen ausgewählt und zu einer "Mannschaft" zusammengestellt, die so höchstwahrscheinlich nicht gut funktionieren würde. FCB und S04 haben beide gut funktioniert und daher ein gutes Spiel geboten, aber anscheinend waren nur Stambouli und Vidal auf ihren Positionen die Besten des Spieltages.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP