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Sport

Bundesliga-Noten

Das ist die Topelf des 21. Spieltags

Sechs Treffer fielen beim Drama zwischen dem BVB und Hoffenheim, die Spieler dieser Teams dominieren die Topelf der Woche. Außerdem dabei: ein starker Julian Brandt mit vier Torbeteiligungen.

RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Julian Brandt

Von Tobias Escher
Montag, 11.02.2019   18:13 Uhr

Es war das Wochenende der Joker: Fünf Tore wurden an diesem Bundesliga-Wochenende von eingewechselten Spielern erzielt. Der Joker des Spieltags war Ishak Belfodil. Mit seinen zwei Treffern war er maßgeblich daran beteiligt, dass seine Hoffenheimer einen 0:3-Rückstand bei Tabellenführer Borussia Dortmund aufholten.

Auch die Elf der Woche wird von Teilzeit-Arbeitern dominiert: Sieben der elf Spieler in unserer Topelf standen nicht über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen, drei spielten gar nur eine Halbzeit. Wie immer richtet sich die Spielerbewertung nach dem SPIX, einer statistischen Methode zur Bewertung von Leistungen. Steht ein Akteur nicht über die vollen 90 Minuten auf dem Platz, rechnet der SPIX die Statistiken eines Profis auf neunzig Minuten hoch. So entsteht eine Vergleichbarkeit mit Spielern, die mehr Minuten aktiv waren.

Was ist der SPIX?

SPIEGEL ONLINE hat ein Instrument entwickelt, um die Leistung von Fußballern auch jenseits von persönlichen Eindrücken zu bewerten: den SPIX. Er basiert allein auf Spieldaten. In die Berechnung fließen die individuelle Leistung sowie die seiner Mannschaft ein. Das Besondere: Der SPIX erfasst Daten nicht einfach nur, er beurteilt ihre Relevanz und Qualität direkt mit. Details zum Modell finden Sie hier:

Ein zweiter Faktor unterscheidet Joker von Startelf-Spielern: Bei den Wertungen für "Teamleistung offensiv" wie "Teamleistung defensiv" fließen nur jene Chancen und Tore ein, die entstanden sind, während der Spieler auf dem Platz stand. So weist etwa der zur Halbzeit eingewechselte Hoffenheimer Dennis Geiger in diesen Kategorien höhere Werte auf als die meisten seiner Teamkollegen; während er auf dem Platz stand, erzielte Hoffenheim drei Tore und kassierte nur eins. So erklärt sich, warum ein- oder ausgewechselte Spieler manchmal die höchsten SPIX-Werte innerhalb einer Mannschaft vorweisen.

Bester Torhüter der Woche war Herthas Rune Jarstein. Er ist der einzige Berliner, dem der Sprung in die Topelf gelingt. Das verwundert angesichts Herthas klarem 3:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach. Doch so eindeutig, wie es das Ergebnis aussagt, war die Partie nicht. Jarstein zeigte beim Stande von 0:0 zwei Paraden der schwierigsten Kategorie und hielt damit seine Mannschaft in der Partie. Erst nach dem Führungstreffer zum 1:0 konnte Berlin die eigene Kontertaktik voll ausspielen. Ohne Jarstein wäre diese Führung nicht möglich gewesen.

Hannovers Kevin Wimmer stand beim 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg nur 46 Minuten auf dem Platz. In dieser Zeit erzielte Hannover 96 zwei Tore und ließ defensiv keinen einzigen Schuss zu. Der SPIX belohnt Wimmer mit hohen Werten in der Teamleistung. An seiner Seite verteidigt Leipzigs Nordi Mukiele. Beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt eroberte der Franzose elf zweite Bälle und fing sechs gegnerische Pässe ab.

Noch mehr gegnerische Pässe fing an diesem Spieltag Achraf Hakimi ab. Der sonst so offensivstarke Dortmunder Außenverteidiger überzeugte diesmal vor allem gegen den Ball. Siebenmal lief er einen Pass ab, ehe ein Gegner an den Ball kommen konnte. Der zweite Außenverteidiger in der Elf der Woche ist Leverkusens Wendell. Ihm gelang beim 5:1-Erfolg über Mainz ein Treffer.

Es war eine Rückkehr nach Maß für Dortmunds Mahmoud Dahoud. Wochenlang musste er das Geschehen seiner Borussia von der Bank aus beobachten. Im zentralen Mittelfeld war Thomas Delaney gesetzt. Gegen Hoffenheim durfte Dahoud von Beginn an ran. Seine Bilanz: 93 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an, zudem legte er vier Torschüsse auf. Defensiv überzeugte er mit sieben abgefangenen Pässen sowie zehn eroberten zweiten Bällen - dadurch steht der 23-Jährige erstmals in dieser Saison in der Elf des Tages.

Nicolai Müller gehört zu den größten Pechvögeln der Bundesliga. Verletzungen warfen den schnellen Flügelstürmer immer wieder zurück. Mittlerweile ist der frühere Hamburger und Mainzer in Hannover gelandet, sein Klub Eintracht Frankfurt lieh ihn in den Norden aus. Beim Kellerduell gegen Nürnberg ließ er seine fast vergessene Klasse aufblitzen und erzielte beide Treffer. Ebenfalls in der Topelf steht Hoffenheims Dennis Geiger. Er half als Einwechselspieler, einen 0:3-Rückstand in ein 3:3-Unentschieden zu verwandeln.

Vier Torbeteiligungen in einem Spiel: Dieses Kunststück gibt es nicht jeden Spieltag. Leverkusens Julian Brandt gelang dies beim 5:1-Erfolg in Mainz. Der Nationalspieler blüht unter dem neuen Trainer Peter Bosz auf. Ihm liegt das System des neuen Trainers: Als zentraler Mittelfeldspieler genießt er viele Freiheiten, darf immer wieder nach vorne stoßen. So tritt er als Ballverteiler und zugleich Torjäger auf. Der Lohn: der bestmögliche SPIX von 100.

Einen Doppelpack erzielte auch Hoffenheims Ishak Belfodil. Das Besondere: Er stand nur eine Halbzeit auf dem Platz. Seine Kopfballstärke half den Hoffenheimern, das Spiel gegen Dortmund zu drehen. Auch Milot Rashica gelangen am Wochenende zwei Treffer: Der 22-Jährige von Werder erzielte beim 4:0-Sieg gegen Augsburg seine Saisontreffer drei und vier und machte damit seine starke Woche perfekt. Der Stürmer war bereits beim Pokal-Weiterkommen gegen Dortmund mit einem Tor und einem Assists einer der Matchwinner.

insgesamt 4 Beiträge
85mj 11.02.2019
1. Ich verstehe es nicht
warum ein Lewandowski einen formpfeil nach unten bekommt. Der war gegen Berlin im Pokal an allen Toren beteiligt. Gegen Schalke ein Tor selbst gemacht und 2 vorbereitet. Ist der beste scorer der Liga. Kreiert Chancen, hilf im [...]
warum ein Lewandowski einen formpfeil nach unten bekommt. Der war gegen Berlin im Pokal an allen Toren beteiligt. Gegen Schalke ein Tor selbst gemacht und 2 vorbereitet. Ist der beste scorer der Liga. Kreiert Chancen, hilf im Mittelfeld etc. Absoluter Nonsens hier und dabei bin ich nicht mal Bayern Anhänger. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Aber fair ist fair. Hier scheint diese premise nicht zu gelten.
camshaft_in_head 11.02.2019
2. @ 85mj
es geht um den 21ten Spieltag und nicht um die Formen im Pokal. Meine 96er haben 2 in der Elf was ich sehr gut finde obwohl wir derzeit so weit unten stehen!
es geht um den 21ten Spieltag und nicht um die Formen im Pokal. Meine 96er haben 2 in der Elf was ich sehr gut finde obwohl wir derzeit so weit unten stehen!
inge-p.1 11.02.2019
3. Kein Bayer unter den Besten?
So schlecht waren doch die Spieler des weltallbesten Vereins Bayern München nun auch nicht. Das aber die Dortmunder, obwohl sie den sicher geglaubten Sieg verspielten, in der SPIX-Wertung auch vorne liegen, muss doch die [...]
So schlecht waren doch die Spieler des weltallbesten Vereins Bayern München nun auch nicht. Das aber die Dortmunder, obwohl sie den sicher geglaubten Sieg verspielten, in der SPIX-Wertung auch vorne liegen, muss doch die Spiegel-Verwöhnten Bayern nerven. Gut, der "Unverkäufliche" saß noch nicht einmal auf der Bank, Hummels bereitete diesmal kein Tor für die Gegner vor (was in der SPIX-Wertung als Vorlage gewertet würde), das Goldschnitzelchen, war auch noch nicht so spritzig - er ließ sich nicht im Strafraum des Gegners fallen - und Boatang durfte auch mal wieder spielen. Also, ist doch bei den Bayern alles gut, oder? Ach ja, Hamann hat den gottgleichen Verein kritisiert. Das ist nun aber eine glatte fünf. Majestätsbeleidigung. Und jetzt noch keine Wertung bei/in SPIX. Mal abwarten, ob sich der Spiegel bei Uli entschuldigen muss.
aspro86 11.02.2019
4. Teilweise nicht nachvollziehbar
Klare gegentorverursachende Verteidigungsfehler werden von SPIX anscheinend nicht berücksichtigt. Sonst würde ein Hakimi nicht mit Abstand auf dem ersten Platz stehen.
Klare gegentorverursachende Verteidigungsfehler werden von SPIX anscheinend nicht berücksichtigt. Sonst würde ein Hakimi nicht mit Abstand auf dem ersten Platz stehen.

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