Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Nach Elfmeter und Rot gegen Buffon

Polizei bietet Schiedsrichter Schutz an

"Dieser Schiedsrichter hat kein Herz", sagte Gianluigi Buffon nach dem Champions-League-Aus von Juventus gegen Real Madrid über Michael Oliver. Danach wurde der Unparteiische bedroht - und gefeiert.

AP

Schiedsrichter Michael Oliver (Mitte) umringt von Juventus-Spielern

Montag, 16.04.2018   23:59 Uhr

Dem englischen Schiedsrichter Michael Oliver wurde Polizeischutz angeboten, nachdem er und seine Familie von aufgebrachten Fans beleidigt und bedroht worden waren. Oliver hatte im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals zwischen Real Madrid und Juventus in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter die Gastgeber gepfiffen und dem heftig protestierenden Juve-Torwart Gianluigi Buffon die Rote Karte gezeigt.

Cristiano Ronaldo verwandelte den Strafstoß zum 1:3-Endstand und brachte Real damit ins Halbfinale, während Juventus unglücklich ausschied. Buffon machte seinem Ärger über die Entscheidung im Anschluss Luft, schrie dem Schiedsrichter zu, er solle zur Hölle fahren und behauptete in Interviews, Oliver habe "kein Herz in der Brust, sondern eine Mülltonne."

Der Unparteiische und seine Familie wurden daraufhin in sozialen Netzwerken beschimpft und bedroht. Ein User schrieb an Olivers Frau Lucy gerichtet: "Dein berüchtigter Mann soll nicht mehr nach Italien kommen, sonst breche ich ihm die Beine. Dieser Sch***kerl muss sterben."

Zudem wurde die Handynummer von Lucy Oliver, die in England selbst als Schiedsrichterin aktiv ist, im Internet veröffentlicht. Daraufhin erhielt sie ähnliche Nachrichten auch direkt auf ihr Mobiltelefon.

"Diese Art von Verhalten ist völlig inakzeptabel. Diejenigen, die solche Nachrichten schreiben, müssen sich bewusst sein, dass sie eine Straftat begehen", sagte ein Polizeisprecher. "Beamte stehen mit den Opfern in Kontakt, um sie zu unterstützen und sicherzustellen, dass weitere Straftaten der Polizei gemeldet werden."

Wie die BBC berichtet, sollen Unbekannte zudem direkt vor dem Haus der Olivers randaliert haben. Ihnen wurde Polizeischutz angeboten. Milan-Fans haben als Reaktion auf die Beleidigungen und Bedrohungen bei Twitter den Hashtag #ItalyLovesMichaelOliver ins Leben gerufen, der in kürzester Zeit in über 6.000 Tweets verwendet wurde.

Die Uefa verurteilte die Attacken auf den Schiedsrichter scharf und bot Oliver und seiner Familie Unterstützung an.

mmm/sid

insgesamt 11 Beiträge
bloßmolwassage 17.04.2018
1. Solch einen
Elfmeter pfeift man in der Nachspielzeit in diesem Spiel einfach nicht. Punkt. Dann gibt es auch keine Attacken.
Elfmeter pfeift man in der Nachspielzeit in diesem Spiel einfach nicht. Punkt. Dann gibt es auch keine Attacken.
Seraphan 17.04.2018
2.
Wenigstens ist im Fußball heutzutage noch Leidenschaft. Das kann man in vielen Bereichen nicht mehr finden. Den Elfmeter könnte man ja geben, aber einem Sportsmann wie Buffon die Chance zu nehmen, diesen abzuwehren, und [...]
Wenigstens ist im Fußball heutzutage noch Leidenschaft. Das kann man in vielen Bereichen nicht mehr finden. Den Elfmeter könnte man ja geben, aber einem Sportsmann wie Buffon die Chance zu nehmen, diesen abzuwehren, und vielleicht doch die CL zu gewinnen, zeigt mangelndes Fingerspitzengefühl. Da darf er sich nicht wundern, dass das anderen dann auch fehlt.
spadoni 17.04.2018
3. Dieses Benehmen
gegenüber dem englischen Schiedrichter geht definitiv zu weit!! Warum nur haben die europäischen Südländer sich nur so so gar nicht unter Kontrolle, wie kürzlich Buffon oder Guardiola? Beide sind keine Teenager mehr, rasten [...]
gegenüber dem englischen Schiedrichter geht definitiv zu weit!! Warum nur haben die europäischen Südländer sich nur so so gar nicht unter Kontrolle, wie kürzlich Buffon oder Guardiola? Beide sind keine Teenager mehr, rasten aber unkontrolliert aus wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Dabei sind beide über 40 und sollten, von daher in der Lage sein einen kühlen Kopf zu bewahren. Elfmeter ist nun mal Elfmeter, dass muss auch ein Buffon anerkennen, und Abseits ist Abseits, ob es Pepi mit seinem demonstrativen gelben Schleifchen passt oder nicht.
hackebeilchen 17.04.2018
4. Danke !!
Ich hatte mit einem Freund gewettet, dass der erste Post in diesem Forum das unsportliche Verhalten sog. Fans (die nur so nebenbei den Sport kaputt machen) rechtfertigen wird. Und bang....ich habe gewonnen. War aber auch [...]
Zitat von bloßmolwassageElfmeter pfeift man in der Nachspielzeit in diesem Spiel einfach nicht. Punkt. Dann gibt es auch keine Attacken.
Ich hatte mit einem Freund gewettet, dass der erste Post in diesem Forum das unsportliche Verhalten sog. Fans (die nur so nebenbei den Sport kaputt machen) rechtfertigen wird. Und bang....ich habe gewonnen. War aber auch klar...unsere Gesellschaft geht vor die Hunde . Die Opfer sind ja selbst schuld, ne ist eh klar !! Punkt .
der_gezeichnete 17.04.2018
5. Da fehlen einem die Worte
bei #1. Was sind sie den für ein "Fan"? Weil Ihnen der gerechtfertigte Strafstoß nicht in den Kram passt legitimieren sie Straftaten? #2 Leidenschaft ≠ Dummheit und nichts anderes war das Verhalten von Buffon. [...]
bei #1. Was sind sie den für ein "Fan"? Weil Ihnen der gerechtfertigte Strafstoß nicht in den Kram passt legitimieren sie Straftaten? #2 Leidenschaft ≠ Dummheit und nichts anderes war das Verhalten von Buffon. Ich kann seine Ärger verstehen, aber auch das rechtfertigt nicht, wie er den Schiri angegangen ist.

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Verwandte Themen

Fotostrecke

Sieger Uefa Champions League

Jahr Verein
2017 Real Madrid
2016 Real Madrid
2015 FC Barcelona
2014 Real Madrid
2013 FC Bayern München
2012 FC Chelsea
2011 FC Barcelona
2010 Inter Mailand
2009 FC Barcelona
2008 Manchester United
2007 AC Mailand
2006 FC Barcelona
2005 FC Liverpool
2004 FC Porto
2003 AC Mailand
2002 Real Madrid
2001 FC Bayern München
2000 Real Madrid
1999 Manchester United
1998 Real Madrid
1997 Borussia Dortmund
1996 Juventus Turin
1995 Ajax Amsterdam
1994 AC Mailand
1993 Olympique Marseille

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP