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Sport

Juventus gegen Monaco

Grätschende Künstler

Monaco gelang in Turin ein Tor, das war aber schon die einzige Überraschung des Halbfinal-Rückspiels. Bei Juventus glänzten Giorgio Chiellini und Dani Alves, der Schiedsrichter übersah drei Tätlichkeiten.

Foto: REUTERS
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Mittwoch, 10.05.2017   00:53 Uhr

Ausgangslage: AS Monaco war nach dem 0:2 vor einer Woche mit der derzeit vielleicht schwierigsten Aufgabe im europäischen Klub-Fußball in dieses Rückspiel gegangen: Gegen Juventus Turin hätte das Team mindestens zwei Tore schießen und dabei ohne Gegentreffer bleiben müssen, um die Verlängerung zu erreichen. Gegen viele Mannschaften hätte man das den Offensivkünstlern aus Monaco um Jungstar Kylian Mbappé zugetraut, zum Beispiel gegen Paris St. Germain. Aber Gegen Juventus? In dieser Saison waren die Italiener bisher in acht von zehn Champions-League-Spielen ohne Gegentor geblieben.

Ergebnis: Gegentor ja, Wunder nein - 2:1 (2:0) gewann Juventus das Rückspiel gegen Monaco. Hier geht's zum Spielbericht.

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Champions League: Gewohnt souverän

Erste Hälfte: Monaco bestimmte die Anfangsminuten, danach zeigte Turin, dass es nicht nur titelverdächtig gut verteidigen, sondern auch meisterhaft angreifen kann. Gonzalo Higuaín, Paulo Dyballa und Mario Mandzukic vergaben gute Chancen, in der 33. Minute traf Mandzukic dann zum überfälligen 1:0. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Dani Alves per Traumtor - dazu später mehr.

Zweite Hälfte: Turin wusste es, Monaco wusste es, alle wussten es - Juventus würde sich den Finaleinzug nicht mehr nehmen lassen. Der Gegner griff dennoch tapfer weiter an, Gianluigi Buffon musste ein paar Mal eingreifen, beim Anschlusstreffer durch Kylian Mbappé war er dann machtlos (69.). Danach wurde die Partie nochmal unangenehm hitzig, beide Teams hatten am Ende Glück, vollzählig zu Ende spielen zu dürfen. Und Juventus darf sich auf den 3. Juni freuen, wo das Team im Finale von Cardiff entweder auf Atlético oder Real Madrid trifft.

Kurzeinsatz des Spiels: Es waren erst acht Minuten gespielt, da griff sich Sami Khedira mit zusammengebissenen Lippen an den Oberschenkel. Zwei Minuten humpelte der ehemalige Stuttgarter noch über den Platz, dann signalisierte er: Es geht nicht mehr. Khedira, Stammspieler und Mittelfeldlenker der Turiner, musste ausgewechselt werden, ihn ersetzte Claudio Marchisio. Auch kein ganz Schlechter.

AP

Dani Alves

Offensivszene des Spiels: Jeder, der mal ein bisschen Fußball gespielt hat, und sei es im Hof hinter dem Haus, kann sich vorstellen, wie gut sich für Dani Alves dieser Sekundenbruchteil in der 45. Minute angefühlt haben muss. Dieses Gefühl, wenn man den Ball per Volleyschuss perfekt trifft, mit dieser Stelle auf dem Spann, die vielleicht so groß ist wie ein Zwei-Euro-Stück, und der Ball genau so ins Tor fliegt, wie man sich das erträumt hat. Bei normalen Menschen bleiben solche Momente Träume, Dani Alves schießt so aus 18 Metern Tore im Champions-League-Halbfinale. Das 1:0 hatte er zudem glänzend vorbereitet.

Defensivszene des Spiels: Klar, die großen Helden sind immer Torschützen, so wie Alves. Ungerecht eigentlich, wenn man sich mal in Zeitlupe anschaut, was Giorgio Chiellini in der 42. Minute vollführte. Nach Benjamin Mendys scharfer Hereingabe von der linken Seite war Buffon schon aus dem Spiel, zwei Meter vor sich hatte Chiellini das eigene Tor, in seinem Rücken lauerte Radamel Falcao. Mit anderen Worten: Jeder noch so kleine Fehler, jede winzige Unachtsamkeit wäre gleichbedeutend mit einem Gegentor. Doch Chiellini packte das Grätschenpendant zu Alves' Volleyschuss aus und klärte punktgenau in den schmalen freien Raum zwischen Tor und Falcao. Ein Meisterstück.

REUTERS

Giorgio Chiellini

Ausraster des Spiels: Nicht der Ausraster, sondern die. Plural. Innerhalb einer Sekunde trat Higuaín im Fallen gegen Monacos Tiemoué Bakayoko nach und bekam seinerseits von Kamil Glik einen Tritt auf den Oberschenkel ab, kaum war er auf dem Boden gelandet. Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers übersah beide Fouls, Monaco konnte angreifen. Den Konter stoppte Mandzukic per Ellenbogenschlag gegen Fabinho, wieder entging Kuipers und seinem Team die Aktion.

Und was war mit Kylian Mbappé? Der 18-jährige Stürmer zeigte selbst gegen die so abgezockte Juve-Defensive um Chiellini, wie gut er ist. Der Franzose war auffälliger als sein Nebenmann Radamel Falcao, holte sich viele Bälle im Mittelfeld und bewegte sich gut zwischen den gegnerischen Abwehrreihen - wie vor seinem Treffer zum 1:2, als er trotz Dreifachbewachung die Lücke fand. Es wird nicht das letzte Champions-League-Halbfinale gewesen sein, in dem Mbappé spielt.

insgesamt 6 Beiträge
micheleyquem 10.05.2017
1.
Primitivster Brutalo Fussball auf beiden Seiten.... Beiden Vereienn stehen schwere Zeiten bevor, sollten die Schiedsrichter jemals entscheiden, dass sie künftig gemäss den Regeln und den Videobeweisen pfeifen werden. Weder [...]
Primitivster Brutalo Fussball auf beiden Seiten.... Beiden Vereienn stehen schwere Zeiten bevor, sollten die Schiedsrichter jemals entscheiden, dass sie künftig gemäss den Regeln und den Videobeweisen pfeifen werden. Weder ein Glick noch ein Chiellini werden für den Rest ihres Fussballer Lebens den Schlusspfiff auf dem Spielfeld erleben. Heissa! Das Finale wird ein Gerumpel werden, da ist Wrestlemania ein Kindergeburtstag dagegen.
hexagon7467 10.05.2017
2. Juve -der unsympathischste Verein der Welr
Doping, Spielmanipulationen, "italienische Spielweise". Dazu kommt ein Chiellini, der ständig Ellenbogen in die Gesichter seiner Mitspieler haut...... Man kann nur hoffen, dass sie das Finale verlieren
Doping, Spielmanipulationen, "italienische Spielweise". Dazu kommt ein Chiellini, der ständig Ellenbogen in die Gesichter seiner Mitspieler haut...... Man kann nur hoffen, dass sie das Finale verlieren
sonntag500 10.05.2017
3. Champions-League-Analyse:
Gegen Juventus Turin wird sogar Ronaldo Probleme kriegen. Viel Feind, viel Ehr - sagt der Volksmund. Leider, oder zum Glück, steht Ronaldo nicht alleine auf dem Platz; es ist eine Mannschaftsleistung und Ronaldo ist in seiner [...]
Gegen Juventus Turin wird sogar Ronaldo Probleme kriegen. Viel Feind, viel Ehr - sagt der Volksmund. Leider, oder zum Glück, steht Ronaldo nicht alleine auf dem Platz; es ist eine Mannschaftsleistung und Ronaldo ist in seiner Genialität nur der "Vollstrecker". Es mag ja sein, dass es im Auge des Betrachters liegt und Ronaldo alleine Bayern München und (bisher) Atletićo geschlagen hat, aber hinter ihm steht eine geschlossene Mannschaft, an der wohl kein anderer europäischer Verein vorbei kommt. Sehen wir uns heute Abend das sicherlich spannende Spiel der beiden Bayern-Bezwinger an und hoffen auf ein schönes Finale.
gnarze 10.05.2017
4. Gigantenduell
Ich freue mich schon auf das Duell Ramos vs. Mandzukic. Für eine Platzwunde dürfte die Quote vermutlich zu gering sein, als das sich eine Wette lohnen würde. Ich lege mich fest - auch dieses Jahr wird es keinen [...]
Ich freue mich schon auf das Duell Ramos vs. Mandzukic. Für eine Platzwunde dürfte die Quote vermutlich zu gering sein, als das sich eine Wette lohnen würde. Ich lege mich fest - auch dieses Jahr wird es keinen Titelverteidiger geben.
hexagon7467 10.05.2017
5. @sonntag500
nicht Ronaldo hat den FC Bayern bezwungen, sondern der/die Schiedsrichter. Es ist schon unerträglich wie die spanischen Großvereine (durchaus auch unbewusst) von den Schiris bevorzugt werden. Auch in der Bundesliga werden die [...]
nicht Ronaldo hat den FC Bayern bezwungen, sondern der/die Schiedsrichter. Es ist schon unerträglich wie die spanischen Großvereine (durchaus auch unbewusst) von den Schiris bevorzugt werden. Auch in der Bundesliga werden die Großen (Bayern und ganz besonders der BVB) gegen die kleineren Mannschaften latent bevorzugt. Die Schiris lassen sich regelmäßig von der Kulisse, und den großen Namen beeinflussen. Oder glaubt wirklich jemand, dass Sergio Ramos in Madrid bei zwei vergleichbaren Fouls wie Martinez sie im Hinspiel gemacht hat, vom Platz gestellt worden wäre?

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