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Sport

Drei Thesen zur BVB-Niederlage

Dortmund muss in der Winterpause personell nachlegen

Dass Borussia Dortmund mal ein Spiel verliert, ist nicht tragisch. Beim 1:2 gegen Fortuna wirkte das Team müde. Aber wenn der Höhenflug beim BVB auch nach der Winterpause anhalten soll, müssen Zugänge her.

AP
Von und
Mittwoch, 19.12.2018   07:15 Uhr

1. Die Helden sind müde

Im 16. Saisonspiel musste der BVB die erste Niederlage in der Fußball-Bundesliga hinnehmen. Das ist kein Drama - und leicht zu erklären. Insgesamt haben die Dortmunder schon 24 Pflichtspiele und ihre neunte englische Woche absolviert. Die kurze Regenerationszeit fordert ihren Tribut. Dass das Team mal eine Partie verloren hat, macht die bislang fast schon übernatürlich stark auftretenden Borussen nur menschlicher.

Dass physische Erschöpfung beim 1:2 gegen Düsseldorf eine wesentliche Rolle gespielt hat, wurde in einer Szene kurz nach Beginn der zweiten Hälfte deutlich. Es war einer der wenigen Momente, in denen die Fortuna relativ weit aufgerückt und defensiv kurz unsortiert war. Dortmund schaltete schnell um, Marco Reus trieb den Ball in Richtung Düsseldorfer Strafraum.

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Erste Saisonpleite des BVB: Zurück auf der Erde

In vergleichbaren Situationen waren im bisherigen Saisonverlauf oft fünf bis sechs BVB-Spieler auf Ballhöhe und sorgten für Überzahl in der gegnerischen Hälfte. So erspielte sich Dortmund reihenweise gefährliche Abschlüsse und die Tore, die zu den zwölf Saisonsiegen führten. Gegen die Fortuna war Reus in besagter Szene aber auf sich allein gestellt und wurde von vier zurückgeeilten Gegenspielern vom Ball getrennt. Die Düsseldorfer, die sechs Pflichtspiele weniger in den Beinen haben, wirkten an diesem Abend in den entscheidenden Szenen einfach frischer und lauffreudiger.

2. Der BVB muss in der Winterpause personell nachlegen

Was die Niederlage auch deutlich machte: Einige Spieler kann der BVB im Moment nicht gleichwertig ersetzen. Ohne die herausragenden Fähigkeiten von Jadon Sancho und der Treffsicherheit von Paco Alcácer (beide wurden nach einer Stunde eingewechselt; Alcácer erzielte den Anschlusstreffer) ist die Dortmunder Offensive nur die Hälfte wert.

Noch eklatanter ist die Situation in der Defensive, wo sich das Fehlen von Achraf Hakimi deutlich bemerkbar machte. In den vergangenen drei Partien hatte Hakimi jeweils die meisten Ballaktionen, machte die linke Seite hinten dicht und leitete nach vorne viele gefährliche Situationen ein. Sein Ersatz Marcel Schmelzer konnte offensiv keine Akzente setzen und war defensiv wegen seines mangelnden Tempos ein Unsicherheitsfaktor.

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Marcel Schmelzer (r.) lief gegen Matthias Zimmermann und die anderen Düsseldorfer oft hinterher

Neben Hakimi und dem ohnehin verletzten Dan-Axel Zagadou fiel zur Pause auch noch Manuel Akanji, ein weiterer Verteidiger, mit Adduktorenproblemen aus. Sollten sie längerfristig fehlen, könnte das für den BVB in den K.-o.-Spielen der Champions League und der entscheidenden Saisonphase der Bundesliga zum Problem werden.

Zusätzliche Optionen für die Defensive sind daher notwendig. Im Idealfall findet der Klub einen flexiblen, schnellen Verteidiger, der sowohl im Zentrum als auch auf der Außenbahn einsetzbar ist. Aber: Spieler, die ausreichend Qualität haben, um dem BVB sofort weiterzuhelfen, sind in der Winterpause meist nur schwer zu finden und noch schwerer zu bekommen.

3. Dortmund ist mit einfachen Mitteln besiegbar

"Wir werden in einem Spiel gegen die konterstärkste Mannschaft der Liga sicherlich nicht blind nach vorn laufen", sagte Friedhelm Funkel vor der Partie. Die Düsseldorfer setzten um, was ihr Trainer vorgegeben hatte, und spielten trotzdem mutig mit. Aus einer kompakten, tiefstehenden Defensive war die Fortuna um einen kontrollierten Spielaufbau bemüht.

Erst in den Schlussminuten sah man unkontrollierte Schläge des Aufsteigers. Zuvor suchten die Düsseldorfer auch unter Druck ihre Mitspieler, bis sie irgendwann mit einem vertikalen Pass den schnellen Dodi Lukebakio steil schickten. Funkels Ansatz: Eine Kontermannschaft wie Dortmund braucht Tiefe im Spiel, um das Feld schnell überbrücken zu können. Steht die gegnerische Mannschaft weit in der eigenen Hälfte und lässt den schnellen BVB-Stürmern keine Räume, in die sie starten können, bekommt selbst die starke Borussia Probleme.

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Fortuna Glück mit schwächelnden Dortmundern hatte. Boten sich den Gästen doch mal Kontersituationen, nutzten sie diese nicht. Mit dem Führungstor von Lukebakio (22. Minute) und dem Traumtor von Jean Zimmer (56.) setzte Düsseldorf aber vor allem ein Zeichen für kommende Gegner der Borussia: Es ist möglich, einen müden BVB auch mit relativ einfach Mitteln zu schlagen.

insgesamt 33 Beiträge
andreasm.bn 19.12.2018
1. der Artikel bringt es auf den Punkt!
Die Jungs sind überspielt und brauchen dringend die Winterpause. Und in der Breite ist Dortmund nicht ausreichend und gleichwertig besetzt. Ein Schmelzer ist lange über seinen Zenit hinaus und immer ein Unsicherheitsfaktor, [...]
Die Jungs sind überspielt und brauchen dringend die Winterpause. Und in der Breite ist Dortmund nicht ausreichend und gleichwertig besetzt. Ein Schmelzer ist lange über seinen Zenit hinaus und immer ein Unsicherheitsfaktor, weil zu langsam. Verstärkung in der Winterpause wäre nicht schlecht, wird aber sehr schwer zu finden sein. Die Dreifachbelastung könnte in der Rückrunde zum großen Problem werden. Man sollte überlegen zumindest einen Wettbewerb abzuschenken.
doppelnass 19.12.2018
2. Hanebüchen
Dortmund soll personell nachlegen? Noch mehr? Lese ich das richtig? Vielleicht auch "die Konkurrenz schwächen"? War personell nachlegen in den vergangenen sechs Saisons nicht verpönt? Und habe ich bei großen Kadern [...]
Dortmund soll personell nachlegen? Noch mehr? Lese ich das richtig? Vielleicht auch "die Konkurrenz schwächen"? War personell nachlegen in den vergangenen sechs Saisons nicht verpönt? Und habe ich bei großen Kadern nicht immer gelesen, daß es "Zündstoff" sei, weil dann ja Spieler auf die Bank müssen? Oder gibt es da ein redaktionelles Nord-Sűd-Gefälle? Ich staune!
gnarze 19.12.2018
3. Satire?
Es wurde doch monatelang bejubelt, dass die Dortmunder von der Bank immer noch die Wende herbeiführen kann, und nun müssen Neuzugänge her? Der Trainer hat sich einfach verzockt, die Spieler den Gegner auf die leichte Schulter [...]
Es wurde doch monatelang bejubelt, dass die Dortmunder von der Bank immer noch die Wende herbeiführen kann, und nun müssen Neuzugänge her? Der Trainer hat sich einfach verzockt, die Spieler den Gegner auf die leichte Schulter genommen.
janfred 19.12.2018
4. Abhaken...
Nach der dritten Niederlage in Folge könnte man den Bericht als sachlich bezeichnen. Nach 16Spieltagen und einer englischen Woche würde ich diese Niederlage als Ausrutscher bezeichnen zumal die Düsseldorfer einen guten Tag [...]
Nach der dritten Niederlage in Folge könnte man den Bericht als sachlich bezeichnen. Nach 16Spieltagen und einer englischen Woche würde ich diese Niederlage als Ausrutscher bezeichnen zumal die Düsseldorfer einen guten Tag hatten. Alle europäischen Topteams haben berets mehr als einmal verloren. Dortmund hat 8 Gegentore. Ja, da muss die Abwehr auf jeden Fall verstärkt werden. So ein Gegurke aber auch.
ckriddle 19.12.2018
5. Wie bitte...?
SpOn disqualifiziert sich einmal mehr von seriöser Fußball-Berichterstattung. Selten schlechter Artikel mit absurden inhaltlichen Thesen. Warum der BVB personell nachlegen soll, weiß einzig und allein der Autor...
SpOn disqualifiziert sich einmal mehr von seriöser Fußball-Berichterstattung. Selten schlechter Artikel mit absurden inhaltlichen Thesen. Warum der BVB personell nachlegen soll, weiß einzig und allein der Autor...

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