Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Nach Polizeiaktion

Dynamo-Fans wehren sich gegen Razzia

Fans von Dynamo Dresden wollen sich das Vorgehen der Polizei gegen sie nicht gefallen lassen. Das Fanprojekt leitet juristische Schritte ein, um die Rechtmäßigkeit einer Razzia vom Dienstag prüfen zu lassen.

DPA

Polizei-Maßnahme bei der Razzia am Dienstag in Dresden

Donnerstag, 07.12.2017   20:11 Uhr

Das Fanprojekt Dresden wird gegen die Razzia der Polizei am Dienstag juristisch vorgehen. "Wir werden die Rechtmäßigkeit der Durchsuchung unserer Räumlichkeiten selbstverständlich juristisch prüfen lassen", teilte Geschäftsführer Torsten Rudolph in einer Presseerklärung mit.

Hintergrund sind Ausschreitungen bei einem Spiel des Zweitligisten Dynamo Dresden am 14. Mai beim Karlsruher SC. Damals waren Dynamo-Fans unter dem Motto "Krieg dem DFB" in Tarnkleidung zum Stadion marschiert. Dabei kam es unter anderem zu Angriffen auf Polizeibeamte und Gewalt gegen Ordner am Stadion.

Bei der Razzia gegen mehr als 20 Tatverdächtige wurden 33 Wohnungen und Geschäftsräume in Dresden und Umgebung durchsucht. Einzelne Kontrollen erfolgten auch in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz. Die Ermittlungen richten sich auf Straftaten wie Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.

Die Razzia wurde als Vertrauensverlust und als erneuter Angriff auf die Arbeit des Fanprojekts gewertet. Der Fanprojekt Dresden e.V. erfülle einen öffentlichen Auftrag und stehe für die Entwicklung und Verstetigung einer auf "Fair Play" basierenden Alltags- und Fankultur, hieß es in der Stellungnahme. "Es ist ebenso Auftrag unserer Einrichtung, jugendliche Fußballfans in schwierigen Phasen zu begleiten und zu unterstützen. Auch den jetzt beschuldigten Fußballfans stehen wir daher vollumfänglich zur Seite."

Auch Dynamo Dresden sieht die Durchsuchung der Räumlichkeiten des Fanprojekts kritisch. Sie beschädige das gewachsene Vertrauensverhältnis zwischen Sozialpädagogen und jungen Fußballfans und die vor allem präventiv ausgerichtete Arbeit der Fanprojekte nachhaltig.

aha(/dpa

insgesamt 13 Beiträge
Champagnerschorle 07.12.2017
1. ein wenig überspitzt
Nun ja, in Dresden erwischt es kaum einen falschen. Warum der Nazi oder Kommunist bestraft wird ist letztendlich egal...
Nun ja, in Dresden erwischt es kaum einen falschen. Warum der Nazi oder Kommunist bestraft wird ist letztendlich egal...
uffta 08.12.2017
2. @1: Verurteilung nach Herkunft
Sie sind nicht zufällig ein Verehrer von Arthur Harris? Solche primitiven Verallgemeinerungen sind übrigens der Nährboden, wenn nicht sogar schon der Vorbote für Rechtsextremismus.
Sie sind nicht zufällig ein Verehrer von Arthur Harris? Solche primitiven Verallgemeinerungen sind übrigens der Nährboden, wenn nicht sogar schon der Vorbote für Rechtsextremismus.
Frankonius 08.12.2017
3.
"ein wenig"? Der Fanprojekt Dresden e.V. ist ein institutionell unabhängiger freier Träger der Jugenhilfe. Dessen Ziel ist u.a. eben gerade die Vermeidung von Vorfällen bei Fußballspielen. Die Durchsuchung ist [...]
Zitat von ChampagnerschorleNun ja, in Dresden erwischt es kaum einen falschen. Warum der Nazi oder Kommunist bestraft wird ist letztendlich egal...
"ein wenig"? Der Fanprojekt Dresden e.V. ist ein institutionell unabhängiger freier Träger der Jugenhilfe. Dessen Ziel ist u.a. eben gerade die Vermeidung von Vorfällen bei Fußballspielen. Die Durchsuchung ist dabei ein Dolchstoß in den Rücken.Die gleichen Polizeibehörden, die vor dem Spiel die Zusammenarbeit verweigerten, behindern nun auch das Fanprojekt bei seiner Arbeit. Dümmer gehts nimmer. Aber Haupsache, man beschlagnahmt Obstmesser und Trabbis...
Champagnerschorle 08.12.2017
4. nunja
Ergebnis der Wahlen in/um DD + ein wenig Fußballfanklischee + eine Prise Vergangenheit und schon ist man eher übertreibender Realist als primitiver Nährbodenbereiter.
Zitat von ufftaSie sind nicht zufällig ein Verehrer von Arthur Harris? Solche primitiven Verallgemeinerungen sind übrigens der Nährboden, wenn nicht sogar schon der Vorbote für Rechtsextremismus.
Ergebnis der Wahlen in/um DD + ein wenig Fußballfanklischee + eine Prise Vergangenheit und schon ist man eher übertreibender Realist als primitiver Nährbodenbereiter.
Champagnerschorle 08.12.2017
5. Einlenk
Nun gut, ziemlich überspitzt... Allerdings, sofern ich den Artikel richtig verstand, möchte der Verein beschuldigten "Fußballfans" zur Seite stehen. Ich bin mir nicht so sicher, ob Jugendhilfe über [...]
Zitat von Frankonius"ein wenig"? Der Fanprojekt Dresden e.V. ist ein institutionell unabhängiger freier Träger der Jugenhilfe. Dessen Ziel ist u.a. eben gerade die Vermeidung von Vorfällen bei Fußballspielen. Die Durchsuchung ist dabei ein Dolchstoß in den Rücken.Die gleichen Polizeibehörden, die vor dem Spiel die Zusammenarbeit verweigerten, behindern nun auch das Fanprojekt bei seiner Arbeit. Dümmer gehts nimmer. Aber Haupsache, man beschlagnahmt Obstmesser und Trabbis...
Nun gut, ziemlich überspitzt... Allerdings, sofern ich den Artikel richtig verstand, möchte der Verein beschuldigten "Fußballfans" zur Seite stehen. Ich bin mir nicht so sicher, ob Jugendhilfe über Gewaltprävention hinaus gehen sollte.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP