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Sport

Suárez-Gala gegen Real Madrid

Drei Tore und ein bisschen Trost

Es geht auch ohne Lionel Messi - und wie. Der FC Barcelona hat Real Madrid im Clásico 5:1 besiegt. Der Mann des Spiels war Luis Suárez. Der traf, tröstete - und machte sich für den Trainer des Gegners stark.

AFP

Luis Suárez

Von
Sonntag, 28.10.2018   19:24 Uhr

Gewinner des Spiels: Drei Tore im wichtigsten Duell der Saison - dieser Titel muss an Luis Suarez gehen. Dabei war es keine One-Man-Show des Uruguayers, er war vor allem Nutznießer einer starken Mannschaftsleistung von Barça.

Verlierer des Spiels: Sergio Ramos war in allem das Gegenstück zu Suárez. Der Abwehrchef von Real war mit vielen leichten Fehlern ein Schwachpunkt in der Mannschaft, litt aber auch unter mangelnder Unterstützung der Mitspieler.

Ergebnis: 5:1 (2:0) gewannen die Katalanen den 272. Clásico. Zuletzt hatte das Team 2015 das Duell mit vier Toren Unterschied für sich entschieden, damals gelang ein 4:0 in Madrid.

Die erste Hälfte: Real hatte die ersten Chancen der Partie, die Abwehr der Madrilenen sah allerdings immer wieder schlecht aus. Nach einem sehr riskanten Pass von Ramos durch den eigenen Strafraum kam Arthur aus 16 Metern zum Schuss, Thibaut Courtois konnte gerade noch parieren (19. Minute). Vor dem 1:0 spielte Rakitic Jordi Alba frei, der auf links von Real übersehen worden war. Eine perfekte Ballannahme und einen überlegten Querpass später schoss Philippe Coutinho den Ball ins Real-Tor. Nach einer halben Stunde trat Raphaël Varane von hinten gegen das Bein von Suarez, der Videobeweis führte zum Elfmeter, den der Gefoulte perfekt verwandelte.

Statistik des Spiels: Vor dem 1:0 kam so etwas wie ein Guardiola-Gefühl auf, der Spielzug erinnerte an alte Kurzpasszeiten. Über 30 Stationen lief der Ball, ehe Coutinho vollendete.

Die zweite Hälfte: Real schaffte schnell nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer. Nach einer flachen Hereingabe von Isco behielt Marcelo im Strafraum die Übersicht und traf aus kurzer Distanz (50.). Madrid war nun deutlich besser als in der ersten Hälfte, Barcelona konnte sich nicht befreien. Acht Minuten nach dem 1:2 hatte Luka Modric die große Chance zum Ausgleich, frei stehend schob er den Ball aber an den Innenpfosten. Die nächste Großchance hatte dann wieder Barça. Traumpass Rakitic, Ablage Sergi Roberto und Suarez traf im Fallen den Pfosten (62.). Die Teams wechselten sich jetzt ab mit ihren Gelegenheiten: Benzema köpfte aus fünf Metern über das Tor (68.), auf der anderen Seite traf Suárez dann ebenfalls per Kopf spektakulär zum 3:1. Die Vorentscheidung, Real brach auseinander. Ramos verlor den Ball an Sergi Roberto, der passte zu Suárez, Lupfer, 4:1. Der eingewechselte Arturo Vidal sorgte für den 5:1-Endstand.

Fazit des Spiels: Barcelona und Real spielen zumindest im Moment nicht auf Augenhöhe. Obwohl die Katalanen selbst Probleme in der Abwehr haben, funktioniert das Spiel nach vorn verlässlich gut. Bei Real hingegen klappt wenig. Außer Modric, Benzema und Marcelo zeigt im Moment kaum ein Spieler Normalform. Barcelona ist Tabellenführer vor Atlético, Real ist nur Neunter mit sieben Punkten Rückstand. Wie schlecht es um Madrid steht, zeigte sich daran, dass Suárez Mitgefühl mit dem Rivalen hatte. "Ich fühle mit Ihnen, es sind Kollegen von uns", sagte er.

Appell des Spiels: Auch der kam von Suárez. Seit Wochen steht Reals Trainer Julen Lopetegui stark in der Kritik. Sein Abschied nach wenigen Monaten steht so gut wie fest. "Als Klub muss man die Größe haben, Geduld zu haben", sagte Suárez nach der Partie. Unwahrscheinlich, dass das noch etwas ändern wird. Lopetegui selbst scheint sich damit schon abgefunden zu haben. Er sagte kurz vor Anpfiff, egal, wie es weitergehe, "ich werde weiter atmen und auch weiter leben."

insgesamt 5 Beiträge
ge1234 28.10.2018
1. Das...
.... war's dann wohl für Lopetegui!
.... war's dann wohl für Lopetegui!
Europa! 28.10.2018
2. Nun ja
Wenn der Beißer gegen den Schläger gewinnt, weiß man nicht recht, ob man sich freuen soll. Aber am Ende bin ich ganz froh, dass sich das Prinzip Ramos diesmal nicht als erfolgreich erwiesen hat.
Wenn der Beißer gegen den Schläger gewinnt, weiß man nicht recht, ob man sich freuen soll. Aber am Ende bin ich ganz froh, dass sich das Prinzip Ramos diesmal nicht als erfolgreich erwiesen hat.
Stäffelesrutscher 28.10.2018
3.
Mein Grinsen wird immer breiter. Da beginnt man fast an einen Fußballgott zu glauben, obwohl ja über Liverpool »only sky« sein soll ...
Mein Grinsen wird immer breiter. Da beginnt man fast an einen Fußballgott zu glauben, obwohl ja über Liverpool »only sky« sein soll ...
hileute 28.10.2018
4. Suarez kann sagen was er will
ich würde keinen Pfennig darauf wetten das real beim nächsten Spiel noch den jetztigen Trainer hat. nach so einer Blamage ist es sogar erstaunlich das seine Entlassung jetzt noch nicht bekanntgegeben wurde
ich würde keinen Pfennig darauf wetten das real beim nächsten Spiel noch den jetztigen Trainer hat. nach so einer Blamage ist es sogar erstaunlich das seine Entlassung jetzt noch nicht bekanntgegeben wurde
at.engel 28.10.2018
5.
Die verschiedenen Ligen haben uns ja mit ihren zwei oder drei Milliarden-Clubs - das sind noch die spannenderen Ligen, in anderen gibt es sowieso nur einen - an so eine Langeweile gewöhnt, dass man schon gar nicht mehr damit [...]
Die verschiedenen Ligen haben uns ja mit ihren zwei oder drei Milliarden-Clubs - das sind noch die spannenderen Ligen, in anderen gibt es sowieso nur einen - an so eine Langeweile gewöhnt, dass man schon gar nicht mehr damit rechnet, dass sich da was tut. Real ist anscheinend 9.(!) und damit hinter Getafe CF - hinter Athletico sowieso. Das ist so ungefähr, als würde der FC Bayern hinter den 1860ern liegen... ok, schlechtes Beispiel. Ist ja auch egal... wahrscheinlich wird dann wieder mal Barcelona Meister. Die waren es bisher ja nur sieben Mal in den letzten zehn Jahren... wie Juventus Turin, oder der FC Bayern z.B. Wobei man sagen muss, dass der FC Bayern sich wenigstens etwas Mühe gibt, das Ganze dieses Jahr etwas spannender zu gestalten.

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