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Sport

Fifa-Inspektion für WM 2026 bestanden

Marokko tritt gegen Dreierbewerbung rund um USA an

Die Fifa hat sowohl Mexiko, Kanada und die USA als auch Marokko zur Abstimmung um die WM 2026 zugelassen. Galt zunächst die Dreierkampagne als großer Favorit, wird mittlerweile ein offenes Rennen erwartet.

AP

Marokko bewirbt sich um WM 2026

Samstag, 02.06.2018   09:41 Uhr

Im Kampf um die Ausrichtung der Fußball-WM 2026 kommt es zum Duell zwischen Marokko sowie den USA, Mexiko und Kanada. Dies teilte der Weltverband Fifa nach Prüfung beider Kandidaturen durch die Evaluierungskommission mit. Die Dreierbewerbung wurde allerdings mit 4,0 von fünf möglichen Punkten deutlich besser bewertet als die Bewerbung Marokkos (2,7).

Insbesondere in punkto Infrastruktur hob sich die nordamerikanische Bewerbung erwartungsgemäß ab. Marokkos größte Defizite im Vergleich mit dem Kontrahenten betreffen Stadien, Unterkünfte und Transport. Diese Bereiche stufte die Kommission auf einer Skala als "hochriskant" ein.

Nach der Skandalwahl von Russland (2018) und Katar (2022) durch das damalige Exekutivkomitee wird der Gastgeber für 2026 erstmals durch den Fifa-Kongress gewählt. Abgestimmt wird von den derzeit 207 wahlberechtigten Verbänden am 13. Juni, dem Tag vor dem Eröffnungsspiel der WM, in Moskau. Zum Sieg reicht die einfache Mehrheit.

DFB noch unschlüssig

Galten zu Beginn des Bewerbungsverfahren die USA, Mexiko und Kanada noch als klarer Favorit, wird derzeit ein offenes Rennen erwartet, hatte doch US-Präsident Donald Trump seinem Land zuletzt gleich mehrfach einen Bärendienst erwiesen. Nicht nur in arabischen Ländern sind die USA keine WM-Option. Fifa-Boss Gianni Infantino soll Medienberichten zufolge indes versucht haben, den Gegenkandidaten der von ihm wohl präferierten Dreierbewerbung schon vorher aus dem Rennen zu nehmen.

Der Großteil der mehr als 50 Verbände der afrikanischen Konföderation CAF haben sich längst für Marokko ausgesprochen, das sich bereits zum fünften Mal um die WM-Ausrichtung bewirbt. Auch aus Asien und Europa dürften einige Verbände für die Nordafrikaner votieren. Die USA war bereits 1994 WM-Gastgeber, Mexiko richtete die Endrunden 1970 und 1986 aus.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sein Wahlverhalten noch nicht beschlossen, werde aber "ausschließlich nach sachlichen Kriterien zu einem Ergebnis kommen", hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel zuletzt gesagt: "Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen."

sak/sid

insgesamt 11 Beiträge
tuvalu2004 02.06.2018
1. Stimmt
"Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen." Wäre ja noch schöner, wenn man Diktatoren, Autokraten oder Menschenrechtesverletzungen als Maßstab für den Ausschluß von Ausrichtern nehmen würde. [...]
"Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen." Wäre ja noch schöner, wenn man Diktatoren, Autokraten oder Menschenrechtesverletzungen als Maßstab für den Ausschluß von Ausrichtern nehmen würde. Immerhin klappen solche Veranstaltungen bei Unterdrückerstaaten immer besonders gut. Ich frage mich, wie es angehen kann, dass man einerseits Kopftücher für Frauen in Schulen und Burka et all in der Öffentlichkeit verbieten kann, dann aber Fußball, Handball, Schach, und was sonst noch gut und teuer ist, in ein Land mit aktiver Frauenunterdrücken, massiven Menschenrechtsverletzungen vergibt. Ach ja:"Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen."
Stäffelesrutscher 02.06.2018
2.
Laut Foto muss es sich um eine Zweierbewerbung handeln, denn auch das Gebiet der Westsahara ist rot eingefärbt. Oder will die FIFA die illegale Kolonisierung durch Marokko anerkennen?
Laut Foto muss es sich um eine Zweierbewerbung handeln, denn auch das Gebiet der Westsahara ist rot eingefärbt. Oder will die FIFA die illegale Kolonisierung durch Marokko anerkennen?
haarer.15 02.06.2018
3. Die USA sind keine WM-Option
Nicht mehr. Die hatten bereits ihre WM und sind ein unsicherer Kantonist geworden, bei Kanada sehe ich das anders. Wenn die sich mit Mexiko zusammentun, dann wäre das eine Option. Dagegen stehen die großen Entfernungen der [...]
Nicht mehr. Die hatten bereits ihre WM und sind ein unsicherer Kantonist geworden, bei Kanada sehe ich das anders. Wenn die sich mit Mexiko zusammentun, dann wäre das eine Option. Dagegen stehen die großen Entfernungen der Austragungsorte. Alles andere als gut. Also ist der beste Kandidat, selbst wenn die Infrastruktur nicht ganz optimal ist, eindeutig der nordafrikanische Mitbewerber, der sich ohnehin schon einige Male beworben hat. Also auf gehts - Marokko first !
niska 02.06.2018
4.
Marocco ist ethisch ungeeignet. Da haben Sie recht. Doch was ist die Alternative? Auch Mexico und in gweissem Maße die USA haben bekannte Probleme mit Korruption, staatlich organisiertem Verbrechen und allgemeinen [...]
Zitat von tuvalu2004"Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen." Wäre ja noch schöner, wenn man Diktatoren, Autokraten oder Menschenrechtesverletzungen als Maßstab für den Ausschluß von Ausrichtern nehmen würde. Immerhin klappen solche Veranstaltungen bei Unterdrückerstaaten immer besonders gut. Ich frage mich, wie es angehen kann, dass man einerseits Kopftücher für Frauen in Schulen und Burka et all in der Öffentlichkeit verbieten kann, dann aber Fußball, Handball, Schach, und was sonst noch gut und teuer ist, in ein Land mit aktiver Frauenunterdrücken, massiven Menschenrechtsverletzungen vergibt. Ach ja:"Wir lassen uns von politischen Bedingungen nicht beeinflussen."
Marocco ist ethisch ungeeignet. Da haben Sie recht. Doch was ist die Alternative? Auch Mexico und in gweissem Maße die USA haben bekannte Probleme mit Korruption, staatlich organisiertem Verbrechen und allgemeinen Menschenrechten. Eine Einzelbewerbung Kanadas könnte der DFB hingegen unterstützen. So sollte er sich besser enthalten, wenn möglich.
mimoun74 02.06.2018
5. Kolonialgeschichte
Das Gebiet der Sahara gehört historisch zu Marokko. Es gab nie einen Staat West Sahara. Die einzigen Kolonisierung fand durch Spanien statt, so wie ganz Marokko,Algerien bzw. Afrika durch europäische Staaten kolonisiert [...]
Zitat von StäffelesrutscherLaut Foto muss es sich um eine Zweierbewerbung handeln, denn auch das Gebiet der Westsahara ist rot eingefärbt. Oder will die FIFA die illegale Kolonisierung durch Marokko anerkennen?
Das Gebiet der Sahara gehört historisch zu Marokko. Es gab nie einen Staat West Sahara. Die einzigen Kolonisierung fand durch Spanien statt, so wie ganz Marokko,Algerien bzw. Afrika durch europäische Staaten kolonisiert wurde. Auch die Bevölkerung ist mit der im Norden Marokkos identisch. Es leben dort Araber und Berber welche dem muslimischen Glauben angehören. Die einzigen die da Unruhe stiften sind linksgerichtete und von wenigen Ländern(Venezulea,Algerien,Iran) unterstütze Terroristen der Polisario. Die meisten Bewohner der Sahara sind auch zurückgekehrt und marokkanische Staatsbürger. Nur eine kleine Gruppe, meist Angehörige der Polisario möchten nicht zurückkehren oder werden von den Algeriern/Poisario gehindert das Wüstendorf Tindouf in Algerien Richtung Marokko zu verlassen. Es lohnt sich die gesamte Kolonialgeschichte Geschichte Marokkos zu lesen um das Thema umfänglich zu verstehen.

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