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Sport

ARD-Dopingexperte

Hajo Seppelt fährt nicht zur WM nach Russland

Er deckte den Dopingbetrug im russischen Sport auf: ARD-Journalist Hajo Seppelt wird laut einem "Tagesschau"-Bericht nicht zur Weltmeisterschaft fahren. Der Grund: Es sei für ihn zu gefährlich.

AFP

Hajo Seppelt

Mittwoch, 13.06.2018   22:43 Uhr

Der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt wird nicht zur Weltmeisterschaft nach Russland reisen. Wie die "Tagesschau" berichtet, habe die ARD diese Entscheidung nach einem Gespräch mit Außenminister Heiko Maas getroffen. Der Grund für die Absage: Analysen der Bundessicherheitsbehörden hätten ergeben, dass die Reise mit "unberechenbaren Risiken" verbunden gewesen wäre.

Der Investigativjournalist Seppelt hatte mit seinen Recherchen den staatlich orchestrierten Dopingskandal im russischen Sport aufgedeckt. Als Folge seiner Arbeit war das Russische Olympische Komitee von den Winterspielen in Pyeongchang ausgeschlossen worden. Die russischen Athleten mussten unter dem Namen "Olympische Athleten aus Russland" starten, die Nationalhymne war bei Erfolgen nicht gespielt worden.

Am 11. Mai hatte Russland ein vom SWR beantragtes Visum für Seppelt mit dem Hinweis für ungültig erklärt, der Journalist stehe auf einer Liste der in Russland "unerwünschten Personen" und könne daher nicht einreisen. Nachdem zahlreiche Politiker, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Einreisemöglichkeit für Seppelt gefordert hatten, bestätigte das Auswärtige Amt am 15. Mai, dass dieser doch ein WM-Visum erhalte.

bka/sid

insgesamt 54 Beiträge
rainer82 13.06.2018
1. Eine freie und unabhängige Presse ist in Putins Autokratie unerwünscht.
Seppelt hat die kriminellen Machenschaften des russischen Regimes aufgedeckt und dafür gesorgt, dass bewiesen wurde, dass die Dopingmanipulationen staatlich sanktioniert, ja, sogar veranlasst und gelenkt wurden. Bei einem Besuch [...]
Seppelt hat die kriminellen Machenschaften des russischen Regimes aufgedeckt und dafür gesorgt, dass bewiesen wurde, dass die Dopingmanipulationen staatlich sanktioniert, ja, sogar veranlasst und gelenkt wurden. Bei einem Besuch in Russland zur WM hätte Seppelt um sein Leben fürchten müssen, denn mit so mutigen Journalisten macht das Regime bekanntlich kurzen Prozess. Insofern ist sein Verzicht verständlich, aber ein Debakel für Putin, da die internationale Presse den Fall Seppelt weltweit publik gemacht hat.
solltemanwissen 13.06.2018
2.
Oh, ein Beitrag über Hajo Seppelt: und schon hauen die Trollfabriken in die Tasten und verbreiten ihre Lügen. Lüge 1: Seppelt berichtet nur einseitig über Russland Lüge 2: Der CAS hat Seppelts Recherchen widersprochen [...]
Oh, ein Beitrag über Hajo Seppelt: und schon hauen die Trollfabriken in die Tasten und verbreiten ihre Lügen. Lüge 1: Seppelt berichtet nur einseitig über Russland Lüge 2: Der CAS hat Seppelts Recherchen widersprochen ... usw. usf.
jwcotton 14.06.2018
3. In Russland kann man Kriminelle und Politiker nicht trennen
klingt auf den ersten Blick böse ist aber leider noch eine Verharmlosung der Situation in Russland, wo Oppositionspolitiker auch schnell mal mit einer Kugel im Rücken neben dem Kreml auf einer Brücke sterben oder feige [...]
klingt auf den ersten Blick böse ist aber leider noch eine Verharmlosung der Situation in Russland, wo Oppositionspolitiker auch schnell mal mit einer Kugel im Rücken neben dem Kreml auf einer Brücke sterben oder feige Pollonium Attentäter vom Staat belobigt und danach in der Duma sitzen unbehellig. In so ein Land würde ich an Hajo Seppelst Stelle in seiner speziellen Situation auch wirklich nicht fahren. Falls doch ist er selbst ein bisschen mitschuld. Russland ist kein Rechtsstaat, nie gewesen.
mirage122 14.06.2018
4. Richtige Entscheidung
Beim Thema Doping reagieren die Russen hoch-sensibel. Immerhin haben sie Hern Seppelt zu verdanken, dass das Team bei den Olympischen Spielen eigentlich keinen National-Status hatte und bei einem Sieg nicht mal die Nationalhymne [...]
Beim Thema Doping reagieren die Russen hoch-sensibel. Immerhin haben sie Hern Seppelt zu verdanken, dass das Team bei den Olympischen Spielen eigentlich keinen National-Status hatte und bei einem Sieg nicht mal die Nationalhymne gespielt wurde. Das Risiko ist einfach nicht einzuschätzen. Was nutzt das, wenn Frau Merkel seine Einreise gefordert hat. Wie will sie ihn im Ernstfall denn schützen? Gut, dass er sich an den Rat von Heiko Maas hält: Wir müssen kein Politikum herauf beschworen, bevor überhaupt ein Spiel offiziell angepfiffen wurde. Es handelt sich schließlich um ein sportliches Ereignis, da sollte es um ganz andere Dinge gehen.
In Kognito 14.06.2018
5. Der Verdienstkreuzträger hat seinen Job gemacht!
Jetzt könnte er sich doch mal dem "Krankenstand" im norwegischen Wintersport oder im US-Tennis, Turnen, Leichtathletik widmen. Wikileaks hat da gute Grundlagen gegeben, mit den Testen der USADA. Da bekommt er dann [...]
Jetzt könnte er sich doch mal dem "Krankenstand" im norwegischen Wintersport oder im US-Tennis, Turnen, Leichtathletik widmen. Wikileaks hat da gute Grundlagen gegeben, mit den Testen der USADA. Da bekommt er dann sicher noch einen Orden, oder?
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