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Zurückgetretener Nationalspieler

Löw übt scharfe Kritik an Wagner

Bundestrainer Löw hat sich zu den Vorwürfen von Sandro Wagner geäußert - und das wenig diplomatisch: Der zurückgetretene Nationalspieler stelle manche Kollegen dar, "als wären sie ausgemachte Vollidioten".

AFP

Joachim Löw (l.), Sandro Wagner

Freitag, 18.05.2018   15:37 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw hat sich zu den Aussagen des zurückgetretenen Nationalspielers Sandro Wagner geäußert. "Ich empfinde es als Kritik gegenüber seinen Kollegen, die auch spielen. Er stellt manche dar, die bei uns schon ewig spielen, die zu den Führungsspielern gehören, als wären sie ausgemachte Vollidioten", sagte Löw auf einer Veranstaltung der "Bild"-Zeitung:

Löw äußerte neben der Kritik auch Verständnis für Wagner. "Ich kann natürlich auch ein Stück weit nachvollziehen, dass er enttäuscht ist", sagte Löw "Sky Sport News HD". Allerdings wies er den Vorwurf, nur stille Spieler zu nominieren, zurück: "Als ob sie nur deswegen bei uns sind, weil sie nicht ihre Meinung sagen." Dies sei nicht der Fall: "Jeder, der uns kennt, weiß, dass wir die Spieler anhalten, ihre Meinung zu sagen und offen und ehrlich zu sein."

Wagner war nach seiner ausgebliebenen Nominierung für die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) zurückgetreten. Er erhob indirekt den Vorwurf, Löw akzeptiere nur Ja-Sager. "Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse", hatte Wagner der "Bild"-Zeitung gesagt.

"Er hatte den großen Traum, eine WM zu spielen"

Wagners Noch-Vereinstrainer Jupp Heynckes hält den Rücktritt des Bayern-Angreifers für einen Fehler. "Ich denke, er hat zu voreilig emotional reagiert. Ich hätte es lieber anders gesehen, aber es ist seine persönliche Entscheidung, die muss man respektieren", sagte Heynckes.

Heynckes lobte Wagner jedoch auch: Er habe sich in München "wunderbar integriert. Er ist total engagiert, sehr ehrgeizig und morgens der erste Spieler an der Säbener Straße. Er hatte zwei Träume: Zu seinem Heimatverein zurückzukommen und in einer Mannschaft, die großartige Fußballer hat, Fuß zu fassen. Das hat er erreicht. Und er hatte den großen Traum, eine WM zu spielen."

Mitspieler Mats Hummels zeigte Verständnis für Wagners Frust. "Wenn die Enttäuschung für einen kurzen Zeitraum überhand nimmt, ist das sehr menschlich", sagte er. "Wir haben ihn getröstet, weil wir ihn als Typen mögen. Er spielt eine vorbildliche Rolle und gibt immer Gas."

Lesen Sie hier ein Interview mit Jan Frodeno

bka/sid

insgesamt 212 Beiträge
ProbeersEinfach 18.05.2018
1.
Sehr unsouveräne Antwort von Löw. Generell sind seine Entscheidungen in letzter Zeit sehr undurchdacht, bzw. man hat den Eindruck, dass andere Leute die "Mannschaft" aufstellen. Für Özil gibt es sportlich keinerlei [...]
Sehr unsouveräne Antwort von Löw. Generell sind seine Entscheidungen in letzter Zeit sehr undurchdacht, bzw. man hat den Eindruck, dass andere Leute die "Mannschaft" aufstellen. Für Özil gibt es sportlich keinerlei Rechtfertigung und mit dem skandalösen Auftritt bei Erdogan auch als Integrationsfigur gänzlich ungeeignet. Es gibt viele Türken die ihn deswegen wie die Pest hassen. Ein Can hat vorgemacht wie man es macht, höflich die Einladung ausschlagen. Rückgrat braucht man aber dafür, und das fehlt natürlich bei vielen.
dirtygary 18.05.2018
2. Petersen ist auch engagiert im Training
Hat allerdings bei einem Abstiegskandidaten 3 Tore mehr geknipst als Wagner mit Luxusmittelfeld. Daran muss man sich eben als PROFI messen lassen. Wagner ist ein Topstürmer, Petersen aber eben auch!
Hat allerdings bei einem Abstiegskandidaten 3 Tore mehr geknipst als Wagner mit Luxusmittelfeld. Daran muss man sich eben als PROFI messen lassen. Wagner ist ein Topstürmer, Petersen aber eben auch!
gnarze 18.05.2018
3. Wenn er meint...
...also mir fallen gerade spontan zwei Spieler ein, auf die der löwsche Ausdruck durchaus passen würde. Die haben aber die gleichen Berater wie der Bundestrainer(inkl. Familienanschluss), und es passiert - außer einem lahmen [...]
...also mir fallen gerade spontan zwei Spieler ein, auf die der löwsche Ausdruck durchaus passen würde. Die haben aber die gleichen Berater wie der Bundestrainer(inkl. Familienanschluss), und es passiert - außer einem lahmen "DuDu" ....................... gar nichts. Außerdem scheint Wagner wohl durchaus einen Nerv getroffen zu haben, wenn der ansonsten so diplomatische Bundestrainer in dieser Form zurückschießt - was vermutlich mit dem öffentlichen Druck wegen den o.g. Spielern in Zusammenhang steht.
dape123 18.05.2018
4. Dankbar und Froh
Wir können Jögi Löw alle dankbar sein. Hätte Sandro Wagner mitgespielt, hätte ich grundsätzlich für den Gegner gehalten. Seine mehr als unsympathische Art geht mir schon seit langem auf den Zeiger.
Wir können Jögi Löw alle dankbar sein. Hätte Sandro Wagner mitgespielt, hätte ich grundsätzlich für den Gegner gehalten. Seine mehr als unsympathische Art geht mir schon seit langem auf den Zeiger.
womo88 18.05.2018
5. Herr Löw könnte den Ball auch mal flach halten
Ich weiß ers nicht, aber ich denke, dass in der Nationalmannschaft genügend erwachsene Spieler spielen, die keinen Herrn Löw brauchen, der für sie spricht. Die können sicher auch für sich selbst sprechen. Indem Herr Löw das [...]
Ich weiß ers nicht, aber ich denke, dass in der Nationalmannschaft genügend erwachsene Spieler spielen, die keinen Herrn Löw brauchen, der für sie spricht. Die können sicher auch für sich selbst sprechen. Indem Herr Löw das nun - sicher ungefragt - selbst übernimmt, macht er diese erwachsenen Nationalspieler ja erst zu Deppen, die sich nicht selbst verteidigen können, sondern den großen Papa Löw brauchen, der sie verteidigt. Na gut, aber die hellste Kerze am Leuchter ist Herr Löw ja auch nicht.
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Deutsche Rekord-Nationalspieler

Name Jahre Spiele
Lothar Matthäus 1980-2000 150
Miroslav Klose 2001-2014 137
Lukas Podolski 2004-2016 129
Bastian Schweinsteiger 2004-2016 121
Philipp Lahm 2004-2014 113
Jürgen Klinsmann 1987-1998 108
Jürgen Kohler 1986-1998 105
Hans-Jürgen Dörner 1969-1985 105
Joachim Streich 1969-1984 105
Per Mertesacker 2004-2014 104
Franz Beckenbauer 1965-1977 103
Jürgen Croy 1967-1981 102
Thomas Häßler 1988-2000 101
Ulf Kirsten 1985-2000 100

Quelle: DFB

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