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Sport

Langweilige Bayern

3:0-Pflichtsieg über Mainz

Mit einer wenig schmuckvollen Vorstellung gegen den Zweitligisten aus Rheinland-Pfalz schafft der deutsche Rekordmeister wieder einmal den Sprung ins Halbfinale des nationalen Pokals.

Mittwoch, 22.12.1999   21:00 Uhr

München - Der FC Bayern München ist weiterhin in allen drei Wettbewerben vertreten und kann im DFB-Pokal weiter auf eine Revanche für das in der letzten Saison verlorengegangene Finale gegen Werder Bremen hoffen. Mit einem glanzlosen 3:0 (1:0)-Erfolg gegen Zweitligist FSV Mainz 05 zog der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwochabend ins Halbfinale des DFB-Pokals ein und kämpft neben der Champions League und der Bundesliga weiter um das Tripel.

Vor 11.200 Zuschauern im Olympiastadion sorgte der Mainzer Steffen Herzberger mit einem Eigentor schon nach 18. Minuten für die Führung der Gastgeber, die sich im eigenen Stadion wie bei einem Auswärtsspiel fühlten. Den standesgemäßen Sieg sicherten der nach der Pause eingewechselte Carsten Jancker (63.) sowie Roque Santa Cruz (70.). In der 89. Minute sah der eingewechselte Mainzer Torsten Lieberknecht nach einer Notbremse die Rote Karte.

Mit vier Sonderzügen und 27 Bussen waren rund 8000 Mainzer Fans in die bayerische Landeshauptstadt gekommen - einige Schulen hatten sogar ihren Wandertag nach München verlegt - und verhalfen dem Bundesliga-Herbstmeister zu einem regelrechten Auswärtsspiel. Zum großen Coup reichte es für den Tabellen-Zehnten der 2. Liga trotzdem nicht. Ohne den verletzten Ex-Münchner Emil Kostadinov spielte der FSV zwar mutig und offensiv, doch mit Routine, Abgeklärtheit und Glück schafften die Bayern den erneuten Sprung in die Vorschlussrunde.

"Ich verlange von der Mannschaft noch einmal, dass sie sich zusammenreißt und den Fans ein Weihnachtsgeschenk macht", hatte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld seinen Spielern mit auf den Weg gegeben. Doch die Warnung von Libero Lothar Matthäus, "wer Hamburg und Hertha schlägt, der ist stark", kam nicht ohne Grund. Denn Mainz störte früh und ließ über weite Strecken kein konstruktives Angriffsspiel der ohne Scholl, Elber, Strunz, Lizarazu und Kuffour angetretenen Bayern zu.

Als Markus Babbel in der 18. Minute einen Tarnat-Freistoß auf das Mainzer Tor köpfte, fälschte Herzberger den Ball unglücklich ins eigene Tor ab. Diesem Rückstand lief der Zweitligist erfolglos hinterher. Dabei hatte er vor der Pause sogar die besseren Chancen, doch Torjäger Gustav Policella scheiterte an Kahn, der auch gegen Jürgen Kramny rettete. Die Bayern erkämpften ihre erste Ecke bezeichnender Weise erst nach einer Stunde. Drei Minuten später gelang Jancker die Vorentscheidung; den Schlusspunkt setzte Santa Cruz.

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