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Sport

Lahm kritisiert Bundestrainer

"Löw muss seinen Führungsstil ändern"

Klare Worte: Philipp Lahm hat Bundestrainer Joachim Löw zum Umdenken aufgefordert. Auch zur Erdogan-Debatte um Mesut Özil und Ilkay Gündogan äußerte sich der Weltmeister von 2014.

DPA

Philipp Lahm

Freitag, 13.07.2018   09:33 Uhr

Ex-Nationalspieler Philipp Lahm hat nach dem frühen deutschen WM-Aus bei der Fußball-WM Bundestrainer Joachim Löw kritisiert. In einem Statement auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn schrieb er: "Ich bin überzeugt davon, dass Jogi Löw seinen kollegialen Führungsstil der letzten Jahre ändern muss, wenn er mit der neuen Generation von Nationalspielern wieder Erfolg haben möchte."

Löw müsse den Individualisten des Teams klarmachen, dass sie "Verantwortung für die gesamte Mannschaft tragen", schrieb der Weltmeister von 2014 weiter. Dies sei kein Zeichen der Schwäche, sondern der Weiterentwicklung: "Er muss eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen etablieren, als er selbst das gewohnt war."

Künftig solle es wieder mehr um ein funktionierendes Kollektiv gehen, so Lahm. Die junge Spielergeneration, die in Teilen auch Deutschland bei der WM in Russland vertrat, würde sich vorrangig auf die eigene Karriere konzentrieren. "Das muss nicht unbedingt ein Problem sein", sagte Lahm, aber es bedürfe eines "kompetenten Umgangs".

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Der Spielfilm des WM-Scheiterns: Vom Erdogan-Gate zur Südkorea-Pleite

Mit Blick auf die umstrittenen Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hätte es eine klarere Ansprache gebraucht, schrieb Lahm. Beiden hätte schnell und nachhaltig vermittelt werden müssen, dass sie sich öffentlich äußern und erklären, um nach außen und innen Identität zu stiften. "Diese klare Ansprache ist unterblieben", stellte der 34-Jährige fest. "Das Trainerteam hat sich darauf verlassen, dass die praktizierte Führungskultur der vergangenen, erfolgreichen Jahre ausreicht, um einmal mehr erfolgreich zu sein."

Löw hatte nur wenige Tage nach dem WM-Aus in Russland bekanntgegeben, dass er weiter Nationaltrainer bleiben wird. Sein Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund läuft noch bis 2022.

paw/dpa/sid

insgesamt 92 Beiträge
meresi 12.07.2018
1. Lahm
for President, im Ernst. Gebt ihm noch 5 Jahre +Trainerausbildung und lasst ihn ran um zu zeigen wie man sowas macht.
for President, im Ernst. Gebt ihm noch 5 Jahre +Trainerausbildung und lasst ihn ran um zu zeigen wie man sowas macht.
frau_bert 12.07.2018
2. Danke Philipp...
... für diese klaren Worte! Ein echter Volltreffer!
... für diese klaren Worte! Ein echter Volltreffer!
jk1! 12.07.2018
3. Da kommt der kleine Philipp wieder aus dem Busch
Erinnert mich doch sehr stark an sein Interview nach der WM 2010, wo er öffentlich die Kapitänsbinde des beim Turnier verletzten Michael Ballack für sich reklamierte. Mit den jetzigen Aussagen bringt er sich als Bierhoff [...]
Erinnert mich doch sehr stark an sein Interview nach der WM 2010, wo er öffentlich die Kapitänsbinde des beim Turnier verletzten Michael Ballack für sich reklamierte. Mit den jetzigen Aussagen bringt er sich als Bierhoff Nachfolger in Stellung.
zwiebelkuchen 12.07.2018
4. Schade
dass Lahm keinen Posten übernimmt. Der scheint mir recht viel in der Birne zu haben und gleichzeitig einen brauchbaren moralischen Kompass. Genau das, was der DFB grade brauchen könnte. Einen ähnlich guten Eindruck macht auf [...]
dass Lahm keinen Posten übernimmt. Der scheint mir recht viel in der Birne zu haben und gleichzeitig einen brauchbaren moralischen Kompass. Genau das, was der DFB grade brauchen könnte. Einen ähnlich guten Eindruck macht auf mich Hitzlsperger. Leute, die etwas von dem dringend gebrauchten Schwung in die Bude bringen könnten und recht kompetent sind (so wirken sie zumindest auf mich).
Freier.Buerger 12.07.2018
5. NIcht labern, machen
Tja Herr Lahm, nicht labern, sondern machen. Selbst Verantwortung übernehmen, als Trainer, Sportchef, was auch immer. Bis dahin sind Sie auch nicht viel besser, als all die anderen 80 Mio Bundestrainer. Also, ich wünsche Ihnen [...]
Tja Herr Lahm, nicht labern, sondern machen. Selbst Verantwortung übernehmen, als Trainer, Sportchef, was auch immer. Bis dahin sind Sie auch nicht viel besser, als all die anderen 80 Mio Bundestrainer. Also, ich wünsche Ihnen Glück. Der Posten von Löw wird sowieso bald frei.

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