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Sport

Leipzig gegen Stuttgart

Jubelnde Schulkinder

RB Leipzig spielt und stürmt gegen den VfB Stuttgart und schlechte Stimmung an. Die Handy-Affäre ist vergessen. Dafür hat jetzt der Gegner ein dickes Problem: Es wird wieder Herbst in Stuttgart.

FILIP SINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock
Von
Mittwoch, 26.09.2018   23:15 Uhr

Ausgangslage des Spiels: Gern wird behauptet, RB Leipzig habe enge Verbindungen mit Salzburg. Das kann gar nicht sein. Ist doch auch ein ganz anderes Land. Das Spiel gegen den VfB Stuttgart ist stattdessen das wahre Bruderduell. RB-Trainer Rangnick, ein alter VfBler, Torjäger Timo Werner dasselbe. Bayern-Nationalspieler Joshua Kimmich kam von Stuttgart über Leipzig nach München, der frühere RB-Coach Alexander Zorniger ist ein VfB-Mann. Diese Verflechtungen sollte die Uefa mal untersuchen, aber die tun ja nie was.

Ergebnis des Spiels: 2:0 für RB. Tore von Willi Orban vor der Pause und Jean-Kévin Augustin nach dem Wechsel. Weiteres Ergebnis des Spiels: Der VfB Stuttgart bleibt bei zwei Punkten nach fünf Spielen hängen. Nur Schalke ist schlechter.

Die erste Halbzeit: Auf dem Platz stand mit Mario Gomez, VfB, und Timo Werner, RB, der deutsche WM-Sturm, und am Ende dieser Halbzeit hatte man eine gelinde Ahnung, warum es mit dem Toreschießen in Russland nicht so funktionierte. RB war von Beginn an hochüberlegen, ließ gerade in Person von Werner zahleiche Chancen aus. Gomez bekam erst gar keine. Abwehrchef Willi Orban musste es dann mit dem 1:0 erledigen.

Die zweite Halbzeit: Ging genauso weiter. Gomez stand vorne weiter auf verlorenem Posten, und man konnte froh sein, dass Mehmet Scholl nicht mehr als TV-Experte tätig ist. Der VfB war noch chancenloser als vor der Pause. das 2:0 des kurz zuvor eingewechselten Augustin war eine Erlösung für alle.

Spieler des Spiels: In den Vortagen hatte es in Leipzig ziemlich viel Unruhe über die sogenannte Handy-Affäre gegeben. Die Stammkräfte Nordi Mukiele und Augustin sollen ein bisschen zu lange mit ihren Smartphones herumgespielt haben. Und da in der Bundesliga immer noch gilt, dass Fußballer zwar erwachsen sein sollen, aber trotzdem zuweilen Regeln zu beachten haben, als seien sie kleine Schulkinder, wurden beide für die Partie in Frankfurt suspendiert. Gegen den VfB spielte Mukiele wieder von Anfang an - und machte dies extrem überzeugend. Augustin kam ins Spiel und traf sofort. Vielleicht sind Fußballprofis einfach noch kleine Schulkinder.

Zahl des Spiels: In die Arena von Leipzig passen

etwa 43.000 Zuschauer. Gegen Hannover waren 38.000 dort, gegen Düsseldorf 34.000, jetzt nur noch 32.000. Die Fußballeuphorie in Sachsen hat eine Delle. Aber irgendwann kommt ja auch der FC Bayern nach Leipzig.

Debütant des Spiels: Schiedsrichter Robert Schröder aus Hannover. Es war sein erstes Bundesligaspiel, und wenn man sich einen unaufgeregten ruhigen Vertreter aus der niedersächsischen Landeshauptstadt vorstellt, dann kommt einem dieser Herr Schröder in den Sinn. Also Robert Schröder, nicht der andere aus Hannover mit diesem Namen.

Geräusch des Spiels: Dieser Spieltag der Liga war von Fanprotesten begleitet, die Zuschauer wollten die ersten 20 Minuten schweigen aus Protest gegen den Kommerz. Leipzig ist der etwas andere Verein. Hier sangen die Fans von Anfang an. Wogegen sollen sie auch protestieren?

Getty Images

VfB-Spieler nach dem 0:2

Jahreszeit des Spiels: Es war die erste Partie des VfB nach dem offiziellen Herbstanfang. Es ist die Jahreszeit, in der normalerweise die Trainer des VfB Stuttgart ihren Stuhl räumen müssen. Tayfun Korkut wird das wissen.

Erkenntnis des Spiels: Der VfB Stuttgart hat "bisher das Spielglück nicht", sagte Geschäftsführer Michael Reschke, der vermutlich bekannteste Kaderplaner der Welt. Ihm fehlt auch einiges andere.

RB Leipzig - VfB Stuttgart 2:0 (1:0)
1:0 Orban (45.)
2:0 Augustin (80.)
Leipzig: Gulacsi - Mukiele (78. Laimer), Orban, Upamecano, Halstenberg - Kampl, Demme - Sabitzer, Forsberg (89. Ilsanker) - Poulsen, Werner (75. Augustin).
Stuttgart: Zieler - Maffeo (54. Badstuber), Baumgartl, Pavard, Sosa - Ascacibar, Aogo - Akolo (54. Gonzales), Gentner, Thommy (79. Donis) - Gomez.
Schiedsrichter: Schröder
Zuschauer: 33.000
Gelbe Karten: Baumgartl / Orban, Mukiele

insgesamt 6 Beiträge
wasgscheidsglernt 27.09.2018
1. Abstiegsgefahr
Der VfB hatte gegen die Bayern nicht den Hauch einer Chance - kann passieren, denkt man und denkt doch auch an die knappe 0:1 Niederlage letzte Saison. Der VfB hatte gegen Düsseldorf kaum eine Chance herausgespielt und war mit [...]
Der VfB hatte gegen die Bayern nicht den Hauch einer Chance - kann passieren, denkt man und denkt doch auch an die knappe 0:1 Niederlage letzte Saison. Der VfB hatte gegen Düsseldorf kaum eine Chance herausgespielt und war mit dem 0:0 gut bedient. 3 Treffer gegen Freiburg, aber auch drei Gegentreffer - eine Eintagsfliege? Das Problem: Man hat nicht das Gefühl, dass der VfB etwas reißt oder Gefahr ausstrahlt. Gomez allein wird es nicht richten - und man kann nicht sicher sein, ob er die Lösung oder ein Teil des Problems ist, bei aller Würdigung der letzten Saison. Das gilt übrigens auch auch für Korkut. Aber egal ob mit oder ohne - wer keine Gefährlichkeit ausstrahlt und keine Tore schießt wird absteigen. Ist es noch zu früh, das zu sagen? Hoffentlich. Aber wer sich noch an die Abstiegs-Saison vor wenigen Jahren erinnert fühlt sich gerade genau in diese Zeit zurückversetzt. Es ist jetzt schon für die mit dem Brustring höchste Eisenbahn, die Kurve zu kriegen!
sapiens-1 27.09.2018
2. Der gute, alte Morbus Cannstatt...
...Anspruch und Wirklichkeit klaffen weitestmöglich auseinander. Der Anspruch ist mindestens auf Bayern herunterzublicken, die Wirklichkeit aber ein uninspiriertes Team, das glaubt die Ergenisse der Rückrunde garantierten [...]
...Anspruch und Wirklichkeit klaffen weitestmöglich auseinander. Der Anspruch ist mindestens auf Bayern herunterzublicken, die Wirklichkeit aber ein uninspiriertes Team, das glaubt die Ergenisse der Rückrunde garantierten dauerhafte Erfolge. Schlecht in die Saison eingestiegen in Rostock und Mainz, dennoch im Glauben super eingekauft zu haben, sodaß es nur eine Frage der Zeit wäre wann sich die Erfolge einstellten. Ich glaube weniger, daß der Trainer das Problem ist, es ist die Selbstgefälligkeit des ganzen Vereins, der sich nicht bewußt ist, daß er nur ein Aufsteiger im berühmten zweiten Jahr ist; kein Bewußtsein dafür, daß jeder Punkt hart erarbeitet und erkämpft sein muß, ganz anders als beim Landeskonkurrenten in Freiburg, der dieses Bewußtsein vielleicht am besten dokumentiert und trotz weitaus schlechterer Grundvoraussetzungen zählbare Erfolge vorweisen kann. Aber bei der Cannstatter Chaostruppe ist nur eines konstant, die eigene Überschätzung! Vor ein paar Jahren glaubte man, ein reines Fußballstadion garantiere den nahen CL Erfolg, dann wars der Börsengang der alles verändern sollte. Und wo stehen sie jetzt? Da wo sie schon vor 3,4,5 Jahren standen mit einer uninspirierten No-name Mannschaft, einer Vereinsführung, die lieber den 125. Geburtstag feiert als die aktuellen Lebenszeichen zu deuten und weiter denn je von einem überzeugenden Nachwuchskonzept, das in der Region verwurzelt ist entfernt. Gehen Sie doch auf den Schloßplatz und fragen sie x-belibiege Stuttgarter, wen sie beim VfB außer Gomez, Gentner und Zieler kennen, Schweigen im Wald wird die Antwort sein, der Traum von der CL ist aber so real wie in Köln!
peterw 27.09.2018
3. Warum immer der Trainer?
In Stuttgart könnte man statt über den Trainer auch mal über Herrn Reschke diskutieren. Die guten Impulse (Pavard etc) kamen vorher. Da ist nichts mehr mit dem Zauber des Neuanfangs nach dem Durchgang durch die zweite Liga.
In Stuttgart könnte man statt über den Trainer auch mal über Herrn Reschke diskutieren. Die guten Impulse (Pavard etc) kamen vorher. Da ist nichts mehr mit dem Zauber des Neuanfangs nach dem Durchgang durch die zweite Liga.
Schlaflöwe 27.09.2018
4. Daniel Ginczek
Warum hat der VFB in fast keinem der bisherigen Spiele Chancen, insbesondere durch Mario Gomez, gehabt? Die gegnerischen Verteidiger können sich jetzt total auf Gomez konzentrieren, weil der andere Sturmtank aus der erfolgreichen [...]
Warum hat der VFB in fast keinem der bisherigen Spiele Chancen, insbesondere durch Mario Gomez, gehabt? Die gegnerischen Verteidiger können sich jetzt total auf Gomez konzentrieren, weil der andere Sturmtank aus der erfolgreichen Rückrunde der letzten Saison fehlt.
Yoroshii 27.09.2018
5. Die Brustringer
Ohne ROTEN Brustring ist der Abstieg vorgezeichnet. Schwarzgelb spielt woanders! Von Schwarzgelb haben die Roten den Versager Castro gekauft. Wunderbarerweise durfte der in Dortmund immer wieder sein Unwesen treiben. Ihm und [...]
Zitat von SchlaflöweWarum hat der VFB in fast keinem der bisherigen Spiele Chancen, insbesondere durch Mario Gomez, gehabt? Die gegnerischen Verteidiger können sich jetzt total auf Gomez konzentrieren, weil der andere Sturmtank aus der erfolgreichen Rückrunde der letzten Saison fehlt.
Ohne ROTEN Brustring ist der Abstieg vorgezeichnet. Schwarzgelb spielt woanders! Von Schwarzgelb haben die Roten den Versager Castro gekauft. Wunderbarerweise durfte der in Dortmund immer wieder sein Unwesen treiben. Ihm und den anderen "erfahrenen" AH-Mannen hat Korkut die ersten Spiele vertraut. Gegen Abstiegskandidaten! Jetzt wurde umgeplant. Tempo muss rein - ein ganzer Haufen und völlig uneingespielt. Ungeplante Kickerei von prima veranlagten jungen Leuten. Schmeißt den Coach raus. Er kann sich ja an Berater Arslan wenden. Den hochgerühmten Reschke gleich mit. Bayern war wohl froh ihn loszuwerden!

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