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Sport

Nach Treffen mit Erdogan

Grindel legte sich wegen EM 2024 mit Infantino an

Post von Grindel: In einem Brief bat der DFB-Präsident den Fifa-Chef Gianni Infantino vor der EM-Vergabe um Neutralität. Nach SPIEGEL- und ARD-Informationen reagierte dieser heftig.

DPA

Reinhard Grindel

Freitag, 14.09.2018   18:07 Uhr

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat sich mit Fifa-Chef Gianni Infantino angelegt - wegen dessen Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

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Heft 38/2018
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Wie Horst Seehofer persönliche Krisen zu Regierungskrisen macht

Die Türkei bewirbt sich wie Deutschland um die Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2024. Infantino hatte die türkische Kandidatur während seiner Reise im vergangenen Jahr gelobt. Grindel fürchtete wohl eine Einmischung Infantinos zum Nachteil des DFB.

Aus Unterlagen, die der SPIEGEL und die ARD-Sportschau ausgewertet haben, geht hervor, dass Grindel in dem Brief an Infantino um Neutralität bat. Die Antwort Infantinos war heftig: "Erst einmal muss ich meine Überraschung und Enttäuschung über den Ton und den Inhalt Ihres Briefes zum Ausdruck bringen. Bevor man solch einen Brief schickt, würde ich es persönlich für angemessener halten, in eine direkte Diskussion einzusteigen, um zu erfahren, was wirklich passiert ist und um zu vermeiden, sich allein auf Vorwürfe in den Medien zu stützen." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Am 27. September wird in Nyon die EM 2024 vergeben. Infantino gehört nicht zum Kreis der 17 Wahlmänner aus der Uefa-Exekutive. In einem Entwurf der "Campaign Strategy", die die PR-Agentur Burson-Marsteller für den DFB erstellt hat, wird Infantino als "key influencer" aufgelistet.

Die Analysten warnten den DFB in einem Dossier, dass die Bewerbung kein Selbstgänger sei. Unter dem Stichwort "Schwächen" finden sich in dem Dokument die noch immer laufenden strafrechtlichen Ermittlungen gegen Franz Beckenbauer und andere im Zusammenhang mit der Affäre um die WM-Vergabe 2006.

Ferner heißt es in dem Entwurf: Die "kritischen Medien" in Deutschland stünden in dem Ruf, "unabhängig und, wenn nötig, auch gegenüber nationalen Organisationen und Veranstaltungen kritisch zu sein". Der DFB sagt, es handle sich um ein erstes Arbeitspapier, die besagte Passage sei später gestrichen worden.

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insgesamt 35 Beiträge
giovanni22 04.02.2018
1. Weiter so
The Show must go on......
The Show must go on......
e.pudles 14.09.2018
2. Infantino gehört nicht zum Wahlgremium
doch wie schon sein Vorgänger und Vorbild Blatter hat er das letzte Wort. Und punkto direkten Kontakt mit ihm aufzunehmen, bevor man sich schriftlich äussert hat er vollkommen Recht. Allein schon der Anstand gebietet so ein [...]
doch wie schon sein Vorgänger und Vorbild Blatter hat er das letzte Wort. Und punkto direkten Kontakt mit ihm aufzunehmen, bevor man sich schriftlich äussert hat er vollkommen Recht. Allein schon der Anstand gebietet so ein Vorgehen. Aber Grindel tppt von einem Fettnäpfchen ins nächste und das dürfte Deutschland vermutlich die EM 2024 kosten. Es sei denn man bezahle mehr als die Türkei!!!!!!
phboerker 14.09.2018
3. direkte Diskussion
Na klar, Grindel hätte die direkte Diskussion führen sollen, damit Infantino ihm hätte sagen können, welches Schwarzgeldgebot er hätte in entsprechender Weise überbieten müssen...
Na klar, Grindel hätte die direkte Diskussion führen sollen, damit Infantino ihm hätte sagen können, welches Schwarzgeldgebot er hätte in entsprechender Weise überbieten müssen...
rubraton 14.09.2018
4. 2024 in der Türkei ???
das kann oder besser gesagt will ich mir nicht im geringsten vorstellen. Menschenrechte, Rassismus und Fussball ist doch die Indikation der UEFA und FIFA. würde aber der Worst-Case tatsächlich eintreffen, na dann ist Polen offen [...]
das kann oder besser gesagt will ich mir nicht im geringsten vorstellen. Menschenrechte, Rassismus und Fussball ist doch die Indikation der UEFA und FIFA. würde aber der Worst-Case tatsächlich eintreffen, na dann ist Polen offen !!!
n.strohm 14.09.2018
5. Ich lach mich tot...
Grindel bittet Infantino um Neutralität.... Wie naiv ist denn so eine Bitte an einen FIFA Chef, inbesondere an Diesen. Also blöder kann man nicht agieren, denn mit allem Anderen als mit einer harschen Antwort würde sich [...]
Grindel bittet Infantino um Neutralität.... Wie naiv ist denn so eine Bitte an einen FIFA Chef, inbesondere an Diesen. Also blöder kann man nicht agieren, denn mit allem Anderen als mit einer harschen Antwort würde sich Infantino selbst als normalerweise nicht-neutral outen. Hat Grindel erwartet, dass Infantino antwortet : "Tja, also äh, tut mir Leid ich werd's nie wieder tun" Würde mich nicht wundern, wenn Infantino jetzt erst recht gegen Deutshcland zu agieren. Beide müssen eigentlich weg. Der eine schadet dem deutschen Fußball, der andere der ganzen Fußballwelt

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