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Rekordtransfer zum FC Barcelona

Wer ersetzt Dembélé beim BVB?

Eine Überraschung ist es nicht mehr: Ousmane Dembélé spielt ab sofort für den FC Barcelona. Was aber bedeutet der Transfer - für Dortmund, für Barcelona und für Aktieninhaber? Fünf Fragen, fünf Antworten.

DPA

Ousmane Dembélé

Freitag, 25.08.2017   20:08 Uhr

Der Bundesliga-Transfer des Sommers ist fix - endlich. Ousmane Dembélé wechselt für eine Rekordsumme zum FC Barcelona. Die wichtigsten Fragen:

Wer profitiert von den Millionen?

In erster Linie natürlich Borussia Dortmund. Der BVB bekommt vom FC Barcelona 105 Millionen Euro fix. Das alleine wäre schon ausreichend, um sich mit dem teuersten Verkauf der Bundesliga-Geschichte schmücken zu können. Das durfte bislang der VfL Wolfsburg, der 2015 für Kevin de Bruyne 74 Millionen Euro von Manchester City bekommen hatte.

Dortmund kann sich allerdings über noch mehr Geld freuen: Denn hinzu kommen noch weitere, erfolgsabhängige Millionen. Welche Faktoren das beeinflussen, ist nicht bekannt. Meist sind damit Einsätze, Tore oder Titel gemeint. In der BVB-Mitteilung ist umständlich von "variablen Transferentschädigungen bis zu einer maximalen Gesamthöhe von rund 40 Prozent des Betrags der fixen Transferentschädigung" die Rede.

AP

Hans-Joachim Watzke

Im Klartext: Der BVB kann sich im Optimalfall über weitere 42 Millionen Euro freuen, insgesamt wären es dann 147 Millionen Euro, die der Klub für Dembélé einstreichen würde. Nicht schlecht für einen Spieler, der vor einem Jahr für nur 15 Millionen Euro vom französischen Klub Stade Rennes in die Bundesliga gewechselt war.

Doch sein Ex-Klub muss sich nicht ärgern, dass er das Offensivtalent für so eine geringe Summe verkauft hat: Schließlich kassiert er am Weiterverkauf mit. Rennes, für das Dembélé sechs Jahre lang gespielt hat, steht eine Ausbildungsentschädigung zu. Zudem soll angeblich ein Bonus vereinbart worden sein. Präsident René Ruello hatte unlängst gesagt, dass er mit einer Summe zwischen 30 und 40 Millionen Euro rechne.

Profiteure sind übrigens auch Anleger, die BVB-Aktien gezeichnet haben: Seit sich der Rekordwechsel angebahnt hat, ist das Papier um etwa ein Viertel gestiegen. Am Freitag kletterte es auf den höchsten Stand seit 16 Jahren, eine Aktie ist nun 7,56 Euro wert.

Wie fallen die Reaktionen auf den Wechsel aus?

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betonte, dass Dembélés Weggang der Borussia schaden werde: "Einen Ousmane Dembélé kann man nicht eins zu eins ersetzen." Unterdessen macht sich beim FC Barcelona Vorfreude breit. Trainer Ernesto Valverde sprach von einer "echten Verstärkung. Er ist ein schneller und technisch starker Spieler, der über beide Flügel kommen kann." Dembélé selbst ließ über Twitter lediglich kurz und knapp verlautbaren: "Es lebe Barca, es lebe Katalonien."

Wie schwer wiegt der sportliche Verlust Dembélés für den BVB?

Zweifellos brachte Dembélé eine enorme fußballerische Qualität mit, die er bereits in seiner Debütsaison in der Bundesliga zeigte. Wettbewerbsübergreifend zehn Tore und 21 Torvorlagen in 48 Pflichtspielen belegen dies eindrucksvoll. Vor allem mit seinen Tempodribblings über die rechte Seite sorgte der beidfüßige Franzose für Gefahr, auch wenn es seinem Timing im Abschluss oft noch an Reife fehlte.

Insbesondere Kumpel Pierre-Emerick Aubameyang wird Dembélé vermissen, bereitete doch alleine der Franzose dem Mittelstürmer zehn Treffer vor. Mit seiner Antrittsschnelligkeit war Dembélé ein wichtiger Faktor im Dortmunder Offensivpressing, in der Defensivarbeit fehlte dem 20-Jährigen jedoch ab und an die Disziplin.

Wer ersetzt Dembélé in Dortmund?

Trotz der Verletzung von Marco Reus, der wegen eines Kreuzbandrisses erst gegen Jahresende zurück im Spielbetrieb erwartet wird, ist Dortmund auch nach dem Weggang Dembélés auf den offensiven Flügelpositionen gut aufgestellt. Als erster Nachfolger drängt sich der 18-jährige Christian Pulisic auf. Zum Saisonauftakt bewies der US-amerikanische Nationalspieler, dass er in seiner dritten Profi-Spielzeit bereit für die Startelf der Borussia ist (zwei Tore und eine Vorlage in zwei Spielen).

Obwohl derzeit auch Nationalspieler André Schürrle verletzt pausieren muss, stehen mit dem oft noch zu verspielten Emre Mor, mit Zugang Maximilian Philipp und mit dem 17 Jahre alten Jungtalent Jacob Bruun Larsen drei weitere Spieler im Kader, die als Außenstürmer agieren können. Peter Bosz könnte auch Mario Götze und Shinji Kagawa auf dem Flügel einsetzen, doch beide sieht der BVB-Coach eher im zentralen Mittelfeld.

Teile des eingenommenen Geldes aus dem Transfer will der Pokalsieger umgehend in einen neuen Spieler reinvestieren, wie Geschäftsführer Watzke bereits angekündigt hat. Die entwicklungsfähigen Maxwell Cornet (Olympique Lyon) und der Brasilianer Malcom (Girondins Bordeaux) sollen potenzielle Kandidaten sein, mit ihren jeweils 20 Jahren passen sie ins Anforderungsprofil des Bundesligisten.

Wie geht es jetzt für Dembélé beim FC Barcelona weiter?

Die Katalanen bekommen mit Dembélé ihren Wunschspieler. Das bedeutet allerdings nicht, dass er sofort an der Seite von Lionel Messi und Luis Suárez gesetzt ist und Neymars Rolle eins zu eins ersetzen wird. Auch der spanische Nachwuchsstar Gerard Deulofeu, 23, der ebenfalls in diesem Sommer verpflichtet wurde, wird nach dem Abgang Neymars seine Chance suchen. Deulofeu kommt wie der Brasilianer bevorzugt über die linke Seite, so auch schon am ersten Spieltag der Primera División beim 2:0-Auftaktsieg gegen Betis.

Mit Paco Alcácer, 23, hat der FC Barcelona ein weiteres Top-Talent im Kader, das offensiv ebenfalls flexibel einsetzbar ist. Schon aufgrund der hohen Ablösesumme dürfte Dembélé zwar schnell seine Einsätze bekommen - konkurrenzlos ist der Franzose aber keineswegs.

bka/lst/chh

insgesamt 112 Beiträge
vhn 25.08.2017
1. Schürrle und Kagawa
Hab ich das richtig gelesen, dass die beiden Dembele ersetzen sollen? Oh weh, Borussia...
Hab ich das richtig gelesen, dass die beiden Dembele ersetzen sollen? Oh weh, Borussia...
grätscher 25.08.2017
2.
Es ist doch vollkommen egal, wer dieses Bürschen ersetzt. Da kommt halt der nächste Söldner und zockt den Verein ein Jahr ab. Man muss sich das mal vorstellen. Da kickt ein halbes Kind ein Jahr Bundesliga und soll dann 140 Mio. [...]
Es ist doch vollkommen egal, wer dieses Bürschen ersetzt. Da kommt halt der nächste Söldner und zockt den Verein ein Jahr ab. Man muss sich das mal vorstellen. Da kickt ein halbes Kind ein Jahr Bundesliga und soll dann 140 Mio. € wert sein? Wo sind wir denn? Wenn schon ein Brooks 20 Mio. € wert sein soll, dann ist definitiv Zeit, dem Profifußball good bye zu sagen, hier werden Summen bewegt, die nicht mehr nachvollziehbar sind. Dazu noch weitere Zerstückelung der Spieltage, noch mehr Pay TV, Videoschiedsrichter die das einst schöne Spiel kaputt machen, ein korrupter DFB, der an Aufklärung der Skandale garnicht interessiert ist und das Pokalfinale am liebsten in Hongkong austragen würde, nur noch Kommerz, Kommerz, Kommerz, das hat doch mit Fußball nichts mehr zu tun. Bei diesen Ablösesummen ist definitiv eine weitere Grenze der Perversion überschritten, wer diesem Trash noch Geld hinterher trägt, hat für Fußball wahrlich nichts übrig, schade um den Sport, aber dieser Wahnsinn ist zum scheitern verurteilt, je früher, desto besser.
spon_3815441 25.08.2017
3. Echte Liebe .......
Dortmund hat mit dem Verkauf ein Tür geöffnet, die Sie nicht mehr zubekommen!
Dortmund hat mit dem Verkauf ein Tür geöffnet, die Sie nicht mehr zubekommen!
telarien 25.08.2017
4. Glückwunsch
An den BVB, bei dem Transfererlös bekommt der Watzke die Hand gar nicht mehr aus der Hose...
An den BVB, bei dem Transfererlös bekommt der Watzke die Hand gar nicht mehr aus der Hose...
derjo201 25.08.2017
5.
Ok, Schlaukopf. Dann sag doch mal, was Borussia hätte anders machen sollen.
Zitat von spon_3815441Dortmund hat mit dem Verkauf ein Tür geöffnet, die Sie nicht mehr zubekommen!
Ok, Schlaukopf. Dann sag doch mal, was Borussia hätte anders machen sollen.
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