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Fußball-Traditionsklub

Wattenscheid 09 wendet Insolvenz ab

Wenige Stunden vor Ablauf der Zahlungsfrist hat die SG Wattenscheid 09 das finanzielle Aus abgewehrt. Nachdem ein Crowdfunding nicht ausreichte, stockte der Aufsichtsratsvorsitzende die fehlende Summe auf.

imago/Revierfoto

Vereinsflagge der SG Wattenscheid 09

Montag, 14.01.2019   17:55 Uhr

Die SG Wattenscheid 09 ist der Insolvenz entgangen. Die im laufenden Etat fehlenden 350.000 Euro wurden dank der Crowdfunding-Kampagne "Rettet die SG Wattenscheid 09" und einer Großspende des Aufsichtsratsvorsitzenden Oguzhan Can aufgebracht. Damit ist nicht nur der Spielbetrieb für die aktuelle Saison gesichert, sondern auch ein erneuter Start in der Regionalliga West im kommenden Jahr möglich gemacht. Das teilte der Bochumer Stadtteilverein mit.

Bis Montagmorgen seien Spenden in Höhe von rund 140.000 Euro durch mehr als 2200 zahlende Unterstützer eingegangen. Vier Stunden vor Ablauf der Frist sprang Can ein, der sich zunächst geweigert und an mehr Solidarität aus dem Umfeld des Vereins appelliert hatte. Der Unternehmer stockte die fehlende Summe über seine Firma WTC Camp Sports auf.

"Der Verein lebt noch. Daher habe ich mich entschieden, die Restsumme aufzustocken und dem Verein eine Zukunft zu ermöglichen", sagte Can. Wir werden den Verein breiter aufstellen und Strukturen schaffen, um ihn langfristig wieder auf Kurs zu bringen."

Entscheidung über Zukunft im März

Im Dezember hatte die SG, die von 1990 bis 1994 in der Bundesliga spielte, offenbart, dass der Verein finanzielle Probleme hat. Das Aus für den gesamten Verein einschließlich seiner viertklassigen Männer-Mannschaft und aller Jugendteams wurde nicht mehr ausgeschlossen. In der Folge wurde die Sammelaktion gestartet, an der sich neben Fans auch benachbarte Klubs beteiligt hatten.

"Die SG Wattenscheid 09 wird in diesem Jahr seinen 110. Geburtstag feiern, und es wäre tragisch gewesen, wenn dieser Traditionsverein von der Fußball-Landkarte verschwunden wäre", sagte Aufsichtsratsboss Can über die Rettung in letzter Minute. Im März sollen die Mitglieder zusammenkommen und in einer Mitgliederversammlung über die Zukunft des Vereins diskutieren.

Diese soll auch der ehemalige Präsident des FC Schalke 04, Josef Schnusenberg, mitgestalten. Er habe in der vergangenen Woche die Arbeit als nachgerücktes Aufsichtsratsmitglied aufgenommen. Weitere Kandidaten für den Aufsichtsrat und den Vorstand sollen in den kommenden Tagen und Wochen bekannt gegeben werden, so der Verein.

tip/dpa/sid

insgesamt 5 Beiträge
kai.friedrich 14.01.2019
1. Traditionsverein
Schon komisch, jeder Fußballverein der mal ein paar Jahre in der Bundesliga gekickt hat, ist ein sogenannter Traditionsverein! Komisch das die Stadt nicht eingesprungen ist, für Rettung von Fußballvereinen ist der Steuerzahler [...]
Schon komisch, jeder Fußballverein der mal ein paar Jahre in der Bundesliga gekickt hat, ist ein sogenannter Traditionsverein! Komisch das die Stadt nicht eingesprungen ist, für Rettung von Fußballvereinen ist der Steuerzahler doch immer gerne gesehen...
huelin 15.01.2019
2. Seh ich genauso
Wattenscheid lebte schon in den 70ern nur von einem Sponsor (damals Klaus Steilmann), hatte aber immer erbärmliche Zuschauerzahlen, auch als sie später in die Bundesliga aufstiegen. Eine echte Fan-Tradition hatten die nie. [...]
Zitat von kai.friedrichSchon komisch, jeder Fußballverein der mal ein paar Jahre in der Bundesliga gekickt hat, ist ein sogenannter Traditionsverein! Komisch das die Stadt nicht eingesprungen ist, für Rettung von Fußballvereinen ist der Steuerzahler doch immer gerne gesehen...
Wattenscheid lebte schon in den 70ern nur von einem Sponsor (damals Klaus Steilmann), hatte aber immer erbärmliche Zuschauerzahlen, auch als sie später in die Bundesliga aufstiegen. Eine echte Fan-Tradition hatten die nie. Daher würde ich sogar sagen, mit Wattenscheid fing das Elend erst an - das sich nachher mit den Pillen, den Radkappen usw. bis hin zu den Dosen fortsetzte...
troy_mcclure 15.01.2019
3. Zweischneidig
Einerseits freut es mich für den Verein bzw. seine Mitglieder und Fans. Andererseits werden dadurch Konkurrenten, die den Gürtel von vornherein etwas enger geschnallt haben und mit ihrem Geld besser wirtschaften, benachteiligt.
Einerseits freut es mich für den Verein bzw. seine Mitglieder und Fans. Andererseits werden dadurch Konkurrenten, die den Gürtel von vornherein etwas enger geschnallt haben und mit ihrem Geld besser wirtschaften, benachteiligt.
troy_mcclure 15.01.2019
4.
Zeitlich passt es aber nicht, Leverkusen spielte schon lange vor Wattenscheid 09 in der Bundesliga
Zitat von huelinWattenscheid lebte schon in den 70ern nur von einem Sponsor (damals Klaus Steilmann), hatte aber immer erbärmliche Zuschauerzahlen, auch als sie später in die Bundesliga aufstiegen. Eine echte Fan-Tradition hatten die nie. Daher würde ich sogar sagen, mit Wattenscheid fing das Elend erst an - das sich nachher mit den Pillen, den Radkappen usw. bis hin zu den Dosen fortsetzte...
Zeitlich passt es aber nicht, Leverkusen spielte schon lange vor Wattenscheid 09 in der Bundesliga
snowcat 15.01.2019
5. Alsenborn
Noch früher war Alsenborn ein Verein, der vom ortsansässigen Bauunternehmer mit viel Geld in den Profibereich geführt wurde. Der Mäzen hatte sogar den berühmten Weltmeister Fritz Walter als Trainer eingekauft. Aber ich bin [...]
Noch früher war Alsenborn ein Verein, der vom ortsansässigen Bauunternehmer mit viel Geld in den Profibereich geführt wurde. Der Mäzen hatte sogar den berühmten Weltmeister Fritz Walter als Trainer eingekauft. Aber ich bin sicher , dass es noch früher noch weitere solche Fälle gegeben hat.

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