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Sport

Schiedsrichter und Videobeweis

Was die Bundesliga von der WM lernen kann

Die Schiedsrichter pfiffen bei der WM meist stark, der Videobeweis funktionierte. Aber es gab auch weniger gute Entscheidungen. Was kann die Bundesliga daraus lernen - und was sollte sie besser nicht übernehmen?

AFP

Schiedsrichter Pitana im WM-Viertelfinale

Von Alex Feuerherdt
Freitag, 13.07.2018   16:31 Uhr

Die Fußballweltmeisterschaft wird am Sonntag enden, wie sie begonnen hat: mit einem Pfiff von Néstor Pitana.

Der Argentinier ist erst der zweite Schiedsrichter in der WM-Geschichte, dem die Ehre zuteil wird, sowohl das Eröffnungsspiel des Turniers als auch das Finale leiten zu dürfen. Für ihn ist diese Berufung die verdiente Auszeichnung, denn er ragte unter den Unparteiischen in Russland nicht nur wegen seiner Körpergröße und seiner mächtigen Statur heraus.

Doch ganz generell lässt sich schon vor dem Finale zwischen Frankreich und Kroatien feststellen: Die Referees haben bei diesem Turnier überzeugt. Anders als vor vier Jahren in Brasilien, als sie von Beginn an in der Kritik standen, boten sie diesmal nur selten Anlass zur Aufregung.

Die großzügige Linie bei den Spielleitungen, auf die sie Pierluigi Collina, der Schiedsrichterchef der Fifa, eingeschworen hatte, kam bei Mannschaften und Fans gut an. Spielentscheidende Fehler blieben weitgehend aus, auch dank der Videoassistenten, mit deren Hilfe sich einige gravierend falsche Entscheidungen korrigieren ließen. Welche Konsequenzen sollte die Bundesliga aus den Auftritten der Unparteiischen und dem Umgang mit dem Videobeweis bei dieser WM ziehen?

Was die Bundesliga von der WM lernen kann

Was die Bundesliga nicht von der WM übernehmen sollte

Zu viel Nachsicht bei unsportlichem Verhalten: Das Bestürmen des Unparteiischen nach einem Pfiff, das Zeichnen der Umrisse eines Monitors mit den Fingern, um einen Videobeweis zu fordern, das Wälzen auf dem Platz nach harmlosen Fouls - all diese Unsitten ließen die Schiedsrichter meist durchgehen. So sinnvoll ihre lange Leine bei der Zweikampfbeurteilung war, so ärgerlich war die Nachsicht bei solchen Unsportlichkeiten, die auf eine entsprechende Instruktion von Collina zurückging. Das sollte sich die Bundesliga keinesfalls zum Vorbild nehmen. Schon mit Blick auf die Nachahmungseffekte bei Millionen von Amateurfußballern.

insgesamt 23 Beiträge
spoon123 13.07.2018
1. Zustimmung
Gut zusammengefasst, entspricht genau meinen Einschätzungen. So könnte es doch noch etwas werden mit dem Videobeweis in der Bundesliga.
Gut zusammengefasst, entspricht genau meinen Einschätzungen. So könnte es doch noch etwas werden mit dem Videobeweis in der Bundesliga.
Epsola 13.07.2018
2.
Guter Artikel. Insbesondere die Rudel-Bildung um den Schiri sollte als nächstes angegangen werden. Das macht Fußball zum Proletensport und gibt es so in keiner anderen Sportart. Dort sollte zunächst mit Null Toleranz [...]
Guter Artikel. Insbesondere die Rudel-Bildung um den Schiri sollte als nächstes angegangen werden. Das macht Fußball zum Proletensport und gibt es so in keiner anderen Sportart. Dort sollte zunächst mit Null Toleranz vorgegangen werden um die Spieler zu erziehen. Schiri berühren = rot + 5 Spiele Sperre, Schiri körperlich nötigen ohne Berührung = rot + 3 Spiele Sperre, Rudelbildung = rot + 1 Spiel Sperre für alle Beteiligten, zum Schiri zurückkehren nachdem man weggewiesen wurde = gelb. Es darf maximal ein Spieler (Betroffener oder Kapitän) mit dem Schiri reden und zwar außerhalb des körperlichen Schutzzone des Schiris.
rambazamba1968 13.07.2018
3. Komplett andere WM gesehen
es war noch nie so schlimm, und das liegt auch daran, das die Schiedsrichter unglaublich schlecht waren. Klar, wer gerne Schwalben sieht, oder Kopfstöße, oder wie sich Spieler auf den Fuß treten, oder auf Zeit spielen, [...]
es war noch nie so schlimm, und das liegt auch daran, das die Schiedsrichter unglaublich schlecht waren. Klar, wer gerne Schwalben sieht, oder Kopfstöße, oder wie sich Spieler auf den Fuß treten, oder auf Zeit spielen, unfassbar langsam ausgewechselt werden, dabei allen die Hand geben und Krämpfe immer bei der führenden Manschaft auftreten, der fand die WM voll gut. Ich nicht.
rambazamba1968 13.07.2018
4. Neuer Pokal
vielleicht führt man auch einen Pokal ein, für die langsamste Auswechslung ohne gelbe Karte. Es ist einfach der größte Fehler zu glauben, wenn Schiedsrichter wenige gelbe Karten geben, haben sie das Spiel im Griff. Das ist [...]
vielleicht führt man auch einen Pokal ein, für die langsamste Auswechslung ohne gelbe Karte. Es ist einfach der größte Fehler zu glauben, wenn Schiedsrichter wenige gelbe Karten geben, haben sie das Spiel im Griff. Das ist der größte Schwachsinn, der dazu führt, dass die Spieler machen, was sie wollen.
jnek 13.07.2018
5. Soweit so gut, aber ...
Es wird schwierig, wenn einerseits "Die großzügige Linie bei den Spielleitungen" positiv hervorgehoben wird, dann aber andererseits "Zu viel Nachsicht bei unsportlichem Verhalten" bemängelt wird. Es ist doch [...]
Es wird schwierig, wenn einerseits "Die großzügige Linie bei den Spielleitungen" positiv hervorgehoben wird, dann aber andererseits "Zu viel Nachsicht bei unsportlichem Verhalten" bemängelt wird. Es ist doch meist eben diese "großzügige Linie" die zu letzterem führt. Wer bei Rempeleien etc. fünf gerade sein lässt, der wird nur schwerlich bei Theatralik eine gelbe Karte zeigen. In der Theorie mag das vorstellbar sein, aber in der Praxis wird es schwierig. Hinsichtlich der Nachspielzeit bin ich der gleichen Ansicht. Hier sollte großzügiger vorgegangen werden. Aber am besten wäre sowieso, wenn man eine Nettospielzeit (z.B. 2x30 Min.) und ganz konkrete Fälle einführen würde, in denen der SR die Zeit anhält (Verletzungen, Tor, Auswechslungen ...).

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