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Sport

Umstrittene WM-Vergabe

Fifa-Chefermittler will Korruptionsbericht veröffentlichen

Der Druck auf die Fifa-Funktionäre wächst: Der Chefermittler für die Vergabe der Weltmeisterschaften in Russland und Katar verlangt, dass der Weltverband den Korruptionsbericht veröffentlicht. Damit geht er auf Konfrontationskurs mit dem Vorsitzenden der Ethikkommission.

REUTERS

Fifa-Ermittler Garcia: "Notwendig, dass die Fifa die Veröffentlichung autorisiert"

Mittwoch, 24.09.2014   18:25 Uhr

Hamburg - Die Ermittlungen zu den umstrittenen WM-Vergaben an Russland und Katar sind abgeschlossen, nun fordert Chefermittler Michael Garcia, den Bericht zu veröffentlichen. "Ich glaube, dass es jetzt notwendig ist, dass das Fifa-Exekutivkomitee die angemessene Veröffentlichung autorisiert", sagte Garcia. Das sei erforderlich, wenn der Weltverband seinen Reformprozess ernst meine.

Garcia geht damit auf Konfrontationskurs mit dem Vorsitzenden der Ethikkommission, Hans-Joachim Eckert. Dieser hatte zuletzt betont, dass der Bericht nur für eine interne Verwendung vorgesehen sei. Eckert prüft den 350 Seiten langen Untersuchungsbericht derzeit auf seine formale Richtigkeit. Danach könnte er entweder weitere Prüfungen vornehmen oder Verfahren einleiten.

Eckert soll mit Hilfe von Garcias Bericht vor allem zwei Fragen beantworten: Hat einer oder haben mehrere Bewerber, die sich um die WM 2018 und 2022 beworben hatten, Fifa-Funktionäre bestochen? Und wenn ja, wen? Mit einem Urteil wird erst im kommenden Jahr gerechnet. Eckert kündigte eine erste Stellungnahme für Anfang November an.

Neben Garcia fordern auch der Fifa-Reformbeauftragte Mark Pieth und Vizepräsident Prinz Ali Bin Al-Hussein, den Korruptionsbericht zu veröffentlichen. "Das kann nur im Sinne des Fußballs sein", sagte Hussein. Der Jordanier verspricht sich von der vollständigen Veröffentlichung "eine Hilfe, um unsere Institutionen im Sinne des Sports zu reformieren".

cte/dpa/sid

insgesamt 2 Beiträge
deglaboy 24.09.2014
1. Gottvater Blatter entscheidet
Da mögen noch so viele Individuen fordern zu veröffentlichen. Aber Blatter wird seine Spielchen spielen und entscheiden. Das Wort Transparenz hat ja keinerlei Verbindung mit der FIFA und Blatters Regiment.
Da mögen noch so viele Individuen fordern zu veröffentlichen. Aber Blatter wird seine Spielchen spielen und entscheiden. Das Wort Transparenz hat ja keinerlei Verbindung mit der FIFA und Blatters Regiment.
raber 25.09.2014
2. Fifa-Korruptionsbericht schnellstens veröffentlichen
Bravo Herr Garcia! Nice try! Lassen Sie die Information doch einfach durchsickern. Bei der Fifa-Mafia und den Geldern die da bewegt werden, ist Transparenz nur auf dem Papier erwünscht und in der Praxis wie Weihwasser und Teufel. [...]
Bravo Herr Garcia! Nice try! Lassen Sie die Information doch einfach durchsickern. Bei der Fifa-Mafia und den Geldern die da bewegt werden, ist Transparenz nur auf dem Papier erwünscht und in der Praxis wie Weihwasser und Teufel. Der Vorsitzende der Ethikkommission Eckert verzögert alles und will sich die zu veröffentlichen Punkte rauspicken. Schweinerei. Fussball ist in vielen Ländern Nationalsport mit Millionen von Anhängern. Da soll diese Greisenvereinigung keine Riegel vor Transparenz und Moral schieben. Bestimmt die Mehrheit will wissen wie es da abgelaufen ist. Bisher wissen wir nur über Rolex-Uhren, Reisen und das Geschenke verteilen bei der Fifa (und IOC) routeinemässig stattgefunden haben. Dieses korrupte Weiterbestehen sollte nun endgültig unterbrochen werden und nicht abwarten bis Herr Blatter und Genossen in seinen/ ihre längst überfälligen Ruhestand tritt.

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