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Sport

Reformen der WM und der Klub-WM

Mehr, mehr, mehr!

Die Fifa debattiert in Miami über die Aufstockung der Weltmeisterschaft und die Reform der Klub-WM. Welche Hürden es noch gibt - und wer Kritik übt: ein Überblick.

AFP

Fifa-Boss Gianni Infantino

Freitag, 15.03.2019   13:38 Uhr

Worum geht es?

Das Council des Fußball-Weltverbands Fifa, also die "Regierung", trifft sich am Freitag ab 14 Uhr im Ritz Carlton Hotel in Miami. Dort stehen vor allem zwei Projekte im Fokus, über deren Zukunft diskutiert werden soll: die Aufstockung der Weltmeisterschaft 2022 in Katar von 32 auf 48 Teams und die Reform der Klub-WM. Hauptantreiber hinter diesen Projekten ist Fifa-Chef Gianni Infantino - sie sollen Geld in die Fifa-Kassen spülen. Eine Machbarkeitsstudie der Fifa stellt eine Einnahmensteigerung in dreistelliger Millionenhöhe für die größere WM in Aussicht.

Was ist die größte Hürde der WM-Aufstockung?

Laut der Studie muss noch ein Co-Gastgeber gefunden werden, da Katar nicht genügend Kapazitäten hat, ein solch großes Turnier auszurichten (zwei bis vier Stadien mehr werden gebraucht). Die Suche nach einem Unterstützer ist aber nicht leicht: Die drei Nachbarländer - Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien - boykottieren Katar derzeit diplomatisch. Kuwait und der Oman wären Optionen, aber Infantino soll angeblich die Saudis bevorzugen. Aus Katar gab es noch keine Stellungnahme zu den Plänen.

Wie läuft die Mammut-WM 2022 ab?

Es soll im gleichen Format wie die WM 2026 vonstattengehen: Die Vorrunde läuft in 16 Dreiergruppen, aus denen sich jeweils zwei Teams für die K.o.-Runde qualifizieren. Insgesamt steigt die Zahl der Spiele von 64 auf 80, teilweise werden bis zu sechs Spiele am Tag stattfinden. Aber: Der Zeitraum soll bestehen bleiben. Die WM findet vom 21. November bis zum 18. Dezember statt. Fußball satt zur Vorweihnachtszeit also.

Und was ist mit der Klub-WM?

Die aktuelle Klub-WM mit sieben Teilnehmern hat bei Fans und Funktionären nur wenige Anhänger, BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nannte den Modus "eine Farce". Der neue Plan sieht ein Turnier mit 24 Mannschaften vor, die vom 17. Juni bis zum 4. Juli 2021 einen Sieger ausspielen sollen. Dafür findet der Confederations Cup nicht statt, den Deutschland zuletzt gewonnen hatte. Aus Europa sollen zwischen acht und zwölf Teams an den Start gehen, die Auswahl trifft die Uefa - die Kriterien hierfür müssen noch festgelegt werden.

Wer übt Kritik?

Die Aufstockung der WM hat kaum noch Gegner, auch DFB-Boss Reinhard Grindel ist für den Plan. Anders sieht es hinsichtlich der Reformpläne der Klub-WM aus. Vor allem aus Europa gibt es Kritik. Die Vereinigung der europäischen Top-Klubs ECA, der auch Bayern München angehört, hat laut "Süddeutscher Zeitung" sogar mit einem Boykott gedroht. Auch die Uefa, die im Fifa-Council aber keine Mehrheit hat, ist gegen die Pläne. Die Klub-WM ähnelt ja auch ein wenig der Champions League, dem Premium-Klubprodukt des europäischen Verbands.

bka/dpa/sid

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