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Schwergewichtler stirbt nach K.-o.-Niederlage

Am Freitag verlor Tim Hague einen Boxkampf durch technischen K.o., zwei Tage später ist der ehemalige UFC-Fighter an den Folgen einer Hirnblutung gestorben. Er wurde nur 34 Jahre alt.

Getty Images

Tim Hague (links) in einem UFC-Kampf

Montag, 19.06.2017   16:32 Uhr

Der kanadische Schwergewichtler Tim Hague ist im Alter von 34 Jahren an den Folgen einer Hirnblutung gestorben. Das berichtet das "Edmonton Journal". Am Freitag hatte der ehemalige UFC-Kämpfer in seiner Heimatstadt Edmonton einen Boxkampf gegen seinen Landsmann Adam Braidwood verloren. Schon in der ersten Runde ging Hague viermal zu Boden, bei einem weiteren Niederschlag in Runde zwei prallte er mit dem Hinterkopf hart auf die Ringmatte.

Der Kampf wurde sofort abgebrochen und Hague ins Krankenhaus gebracht, wo eine Hirnblutung diagnostiziert wurde. Der Tod wurde am Sonntag von seiner Schwester Jackie Neil bestätigt. "Mit unglaublicher Traurigkeit und gebrochenen Herzen verkünden wir, dass Tim heute verstorben ist", so Neil. "Er war umgeben von seiner Familie und hörte seine Lieblingslieder. Wir werden ihn unendlich vermissen."

2009 hatte Hague bei seinem UFC-Debüt überraschend durch einen Aufgabegriff gegen den ehemaligen Kickboxer Pat Barry gewonnen. Im Interview nach dem Sieg sagte er mit blutender Nase: "Eine Sache über mich sollten alle wissen: Ich werde niemals aufgeben." Insgesamt bestritt Hague 34 Mixed-Martial-Arts-Kämpfe, von denen er 21 gewinnen konnte, und vier Kämpfe als Profiboxer, von denen er nur einen gewann. Seit August 2015 musste der Schwergewichtler sechs K.o.-Niederlagen hinnehmen, vier davon im MMA, die letzten beiden im Profiboxen.

Der tragische Todesfall könnte die Kritik am geplanten "Milliarden-Kampf" zwischen Floyd Mayweather Jr. und Conor McGregor noch verstärken. Am 26. August steigt der beste Boxer der Welt gegen den irischen UFC-Star in den Ring. Für McGregor ist es der erste Profiboxkampf, Mayweather hat all seine 49 Kämpfe gewonnen, 26 davon durch K.o. Ex-Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis nannte die Ansetzung gegenüber dem US-Sportsender ESPN "lächerlich". "Floyd wird ihn stoppen. McGregor ist einfach zu unerfahren", sagte Lewis.

mmm/sid

Box-Glossar

Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.

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