30.01.2011
Australian Open
Djokovic überrennt Murray im Finale
Hamburg - Es hätte sein erster Sieg bei den Australian Open werden können. Doch Andy Murray aus Schottland blieb im Finale gegen den Serben Novak Djokovic weitgehend chancenlos, verlor 4:6, 2:6, 3:6.
Nur zwei Tage nach seinem Marathonmatch gegen den Spanier David Ferrer war Murray die Müdigkeit fast ununterbrochen anzumerken. Djokovic, der nach seinem Halbfinalsieg über Titelverteidiger Roger Federer einen Tag mehr Pause hatte, wirkte frischer, aggressiver und willensstärker.
"Ich widme diesen Titel meiner Familie und dem serbischen Volk. Es sind schwere Zeiten, aber wir versuchen jeden Tag, unser Land so gut wie möglich zu repräsentieren", sagte der Gewinner bei der Siegerehrung. Neben der Trophäe erhält Djokovic umgerechnet knapp 1,6 Millionen Euro Preisgeld. Murray bekommt die Hälfte.
Am Ende des ersten Satzes servierte Murray beim Stand von 4:5 gegen den drohenden Satzverlust - und begann prompt mit einem Doppelfehler. Einer der vielen langen Ballwechsel bescherte Djokovic anschließend die ersten Satzbälle, die er sich nicht nehmen ließ.
Den Schwung aus dem ersten Satz nahm der Serbe mit in den zweiten Durchgang. Auf 5:0 zog er davon. Als es nach einer kurzzeitigen Aufholjagd Murrays (2:5) noch einmal spannend zu werden schien, drehte Djokovic ein 0:30 bei eigenem Aufschlag zum zweiten Satzgewinn.
Murray haderte sich mit sich selbst, warf seinen Schläger und schoss aus Frust Bälle durch die Gegend - gab aber dennoch nicht auf. Auch als er im dritten Satz erneut in Rückstand (1:3) geriet, kämpfte er sich noch einmal auf 3:3 heran. Wieder hatte aber sein Gegner in diesem Moment die bessere Antwort, setzte sich wieder auf 5:3 ab und nutzte seinen ersten Matchball zum Sieg.
Die letzten drei Duelle der beiden hatte Murray noch für sich entscheiden können. Insgesamt trafen die befreundeten Tennisprofis acht Mal aufeinander, Djokovic führt in dieser Bilanz 5:3. Für den Serben war es nach dem Sieg in Melbourne 2008 der zweite Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier.
Murray verpasste auch im dritten Finale bei einem wichtigen Turnier den Sieg. "Es fühlt sich etwas besser an als im vergangenen Jahr, aber natürlich ist man enttäuscht", sagte Schotte. "Novak hat unglaublich gut gespielt und hätte in dieser Verfassung wohl jeden Spieler der Welt geschlagen." Vor einem Jahr verlor Murray im Finale gegen Federer ebenfalls glatt in drei Sätzen. Der letzte Brite, der ein Grand-Slam-Turnier gewann, war Fred Perry 1936 bei den US Open.
klu/dpa/sid

