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09.02.2012
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Doping-Urteil

Sportgericht spricht Jan Ullrich schuldig

Foto: DPA

Ein jahrelanger Rechtsstreit geht zu Ende: Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat Jan Ullrich wegen Dopings verurteilt. Sein dritter Platz bei der Tour de France 2005 wird gestrichen. Der frühere Rad-Profi darf jetzt offiziell als Dopingsünder bezeichnet werden.

Hamburg - Der frühere Radstar Jan Ullrich ist vom Internationalen Sportgerichtshof Cas wegen Dopings schuldig gesprochen worden. Sein dritter Platz bei der Tour de France 2005 wurde ihm darüber hinaus aberkannt. Wie die Richter am Donnerstag in Lausanne mitteilten, sei eine Verstrickung Ullrichs in die Doping-Affäre um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes bewiesen. Einen Antrag des Rad-Weltverbands UCI, Ullrich lebenslang für alle Aktivitäten im Radsport zu sperren, wies der Cas allerdings ab.

Ullrich war wegen der Verwicklung in den Skandal um Dopingarzt Fuentes nur einen Tag vor dem Start von der Tour de France 2006 ausgeschlossen worden. Sein Arbeitgeber, das damalige Team T-Mobile, kündigte dem Radsportler daraufhin fristlos. Der heute 39-jährige Ullrich, der 1997 als bislang einziger Deutscher die Frankreich-Rundfahrt gewonnen hatte, betonte stets, dass er nie jemanden betrogen habe.

Nach Ansicht des Cas ist eine Zusammenarbeit Ullrichs mit Fuentes spätestens zum 1. Mai 2005 bewiesen. Daher würden alle Ergebnisse von dem Tag an aus den Ergebnislisten gestrichen. Neben Platz drei bei der Frankreich-Rundfahrt im selben Jahr betrifft dies auch Ullrichs Sieg bei der Tour de Suisse 2006.

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Cas-Urteil: Dopingsünder Ullrich
Von Ullrich selbst gab es noch keine Reaktion. Sein Manager Falk Nier kündigte eine Stellungnahme für Donnerstagabend oder Freitagmorgen an. Am Tag vor dem Urteil hatte der Radstar noch angekündigt, er freue sich auf den Cas-Spruch. "Dieser Tag ist ein Glückstag für mich", hatte er am Mittwoch gesagt.

Der Schweizer Verband, bei dem Ullrich wegen seines Wohnsitzes registriert war, war vom Radsport-Weltverband UCI 2006 beauftragt worden, ein Verfahren gegen Ullrich zu eröffnen. Die Ermittlungen wurden jedoch nach mehr als drei Jahren eingestellt. Man habe keine "Disziplinargewalt", hieß es damals von der für Dopingfälle zuständigen Swiss Olympic Association. Dagegen hatte die UCI im Januar 2010 Einspruch eingelegt und den Fall vor den Cas gebracht. Der Sportgerichtshof hatte das Urteil bereits dreimal hinausgeschoben.

Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, begrüßte es, dass "jetzt Klarheit herrscht". Das Cas-Urteil bezeichnete er als "deutlich". Bach ergänzte: "Es ist bedauerlich, dass Jan Ullrich nicht vorher die Chance ergriffen hat, um von sich aus Klarheit zu schaffen. Wir hoffen auch in seinem eigenen Interesse, dass er zumindest jetzt einsichtig ist und sich entsprechend erklärt."

aha/sid

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insgesamt 114 Beiträge
1. Na endlich
Michael KaiRo 09.02.2012
die Mühlen der Justiz mahlen langsam, die der Sportgerichte wohl fast ewig. Dass Ullrich gedopt hatte, ist doch schon seit ewig und drei Tagen klar. Nun ja, jetzt hat ers schriftlich.
die Mühlen der Justiz mahlen langsam, die der Sportgerichte wohl fast ewig. Dass Ullrich gedopt hatte, ist doch schon seit ewig und drei Tagen klar. Nun ja, jetzt hat ers schriftlich.
2.
lemmiecaution 09.02.2012
Wobei - das hat er ja nie bestritten (gut, auch nicht ausdrücklich zugegeben). Er hat stets behauptet : Ich habe niemanden *betrogen*. Und das glaube ich ihm. Immer noch.
Zitat von Michael KaiRodie Mühlen der Justiz mahlen langsam, die der Sportgerichte wohl fast ewig. Dass Ullrich gedopt hatte, ist doch schon seit ewig und drei Tagen klar. Nun ja, jetzt hat ers schriftlich.
Wobei - das hat er ja nie bestritten (gut, auch nicht ausdrücklich zugegeben). Er hat stets behauptet : Ich habe niemanden *betrogen*. Und das glaube ich ihm. Immer noch.
3. Wow da bin ich aber baff wie schnell die entscheiden
huberwin 09.02.2012
darf er denn jetzt noch Fahrräder verkaufen? Oder muß er sich jetzt von jedem Fahrrad entfernen. Dabei könnte er jetzt ein wenig Bewegung gebrauchen um ein paar Pfunde loszuwerden.
darf er denn jetzt noch Fahrräder verkaufen? Oder muß er sich jetzt von jedem Fahrrad entfernen. Dabei könnte er jetzt ein wenig Bewegung gebrauchen um ein paar Pfunde loszuwerden.
4. Na und?
Mannheimer011 09.02.2012
Aber ein L.A. wird von allen Dopingvorwürfen freigesprochen, obwohl viele ehemalige Teamkameraden ihn des Dopings beschuldigen. Im Prinzip hat Herr Ullrich genau das Richtige gesagt: "Er hat niemanden betrogen!" Auch [...]
Aber ein L.A. wird von allen Dopingvorwürfen freigesprochen, obwohl viele ehemalige Teamkameraden ihn des Dopings beschuldigen. Im Prinzip hat Herr Ullrich genau das Richtige gesagt: "Er hat niemanden betrogen!" Auch seine Teamkameraden sagten schon Anfang der Neunziger Jahre in Fernsehinterviews: "Die Kontrollen waren sauber!" Was das im Klartext heißt ist jawohl logisch. Der dritte Platz 2005 von J.U. ist mindestens genauso sauber wie die Siege von L.A., nur das J.U. weniger für den Kampf gegen das Doping gespendet und weniger Anwälte vor den Karren gespannt!
5.
jeze 09.02.2012
D.h. sie plädieren dafür die Gerichte abzuschaffen und stattdessen direkt das Urteil der BILD zu übernehmen?
Zitat von Michael KaiRodie Mühlen der Justiz mahlen langsam, die der Sportgerichte wohl fast ewig. Dass Ullrich gedopt hatte, ist doch schon seit ewig und drei Tagen klar. Nun ja, jetzt hat ers schriftlich.
D.h. sie plädieren dafür die Gerichte abzuschaffen und stattdessen direkt das Urteil der BILD zu übernehmen?

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