06.05.2012
Razzia im Trainingsstützpunkt
Ermittler finden Anabolika bei deutschen Kraftsportlern
Sichergestellte Anabolika (Archivbild): Offenbar von deutschen Kraftsportlern verwendet
Kraft aus dem Chemielabor: Rund 450 Ampullen Anabolika, andere Präparate und Unterlagen haben Zollfahnder in Trainingseinrichtungen deutscher Strongman-Sportler entdeckt. Unter anderem wurden sie bei einer Razzia in einer bayerischen Sportschule fündig, die als offizielles deutsches Kraftdreikampfleistungszentrum und als Strongman-Stützpunkt bekannt ist. Bei dieser Sportart treten muskelbepackte Athleten in Disziplinen wie Baumstämme Werfen, Felsbrocken Heben und Lkw Ziehen gegeneinander an.
Die Dopingmittel wurden in insgesamt 19 Studios und Wohnungen in Bayern und Sachsen sichergestellt. Zu den Verdächtigen zählen auch Athleten des Leistungskaders in der Disziplin Steinheben. Ihnen wird der Handel mit illegalen Muskelaufbaupräparaten vorgeworfen. Die Fahnder der Soko "Vitalis" waren Mitte vergangenen Jahres auf die Beschuldigten in der Strongman-Szene aufmerksam geworden.
Das Kräftemessen, das auch die Kategorie Fassweitwurf einschließt, war zunächst in den siebziger Jahren als TV-Spektakel in den USA konzipiert worden. Zunächst fanden Wettkämpfe in Themenparks wie den Universal Studios Hollywood statt. Die Disziplinen waren darauf ausgelegt, dass sie möglichst viele Muskelgruppen beanspruchen, Vorbild sind traditionelle Wettkämpfe wie die schottischen Highland Games.
Auch in Deutschland hat sich die Sportart mit eigenen Wettkämpfen etabliert. Hierzulande liegt der Rekord im Stemmen eines Baumstamms bei 185 Kilogramm, im Steinheben wurde bislang maximal eine Höhe von 100 Zentimeter mit einem 325-Kilo-Brocken erreicht. Der Wunsch nach dicken Muskeln geht offenbar zu Lasten der wahren Manneskraft. Zwischen den Aufbaupräparaten fanden die Ermittler zudem eine größere Menge Potenzmittel.
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