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11.08.2012
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Umstrittene Medaillen-Entscheidungen

Cas lehnt schwedischen Einspruch ab, Bach kritisiert Kampfrichter

Triathletin Spirig (r.): Sieg nach Fotofinish
REUTERS

Triathletin Spirig (r.): Sieg nach Fotofinish

Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat das Ergebnis des olympischen Triathlon-Wettbewerbs der Frauen bestätigt. Das Nationale Olympische Komitee von Schweden hatte Einspruch gegen die Wertung eingelegt. Derweil kritisiert DOSB-Präsident Thomas Bach die Kampfrichter in London.

Hamburg - Der Schwedin Lisa Norden bleibt nach einem Urteil des Schnellgerichts bei Olympia Triathlon-Gold verwehrt. Die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs (Cas) wies am Samstag den Protest des schwedischen NOK und des nationalen Triathlonverbands gegen die Medaillenvergabe ab. Die Schweden wollten nach dem Zielfotoentscheid, dass die zweitplatzierte Norden genauso wie die Schweizerin Nicola Spirig Gold erhält.

Die Cas-Richter urteilten, dass bei der Vergabe des Edelmetalls kein Verstoß gegen die Regeln der Internationalen Triathlon-Union vorgelegen habe. Die Schweden hatten argumentiert, auf dem Zielfoto werde Spirig durch Nordens Körper verdeckt. Damit sei die genaue Position der Schweizerin nicht zu erkennen gewesen. Aus diesem Grund sollten die beiden Athletinnen gemeinsam auf Platz eins gesetzt werden.

Dies sah das Schnellgericht nach einer Anhörung am Freitagabend anders. Zudem erklärten die Richter, es habe sich um eine Tatsachenentscheidung gehandelt, die vom Cas gemäß seiner Verfahrensregeln nicht geändert werden könne.

Bach kritisiert Kampfrichter

Derweil hat Thomas Bach in seiner Abschlussbilanz der Olympischen Sommerspiele nach einer ganzen Reihe fragwürdiger Entscheidungen Kritik an den Kampfrichtern geübt. "Die Zahl der strittigen Entscheidungen war relativ hoch. Aber auch Schiedsrichter machen Fehler. Wenn dabei der Verdacht besteht, dass Manipulationen vorliegen könnten, dann muss schnell und hart reagiert werden", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB).

Unter anderem hatten die erst spät zurückgenommene Disqualifikation der Siebenkampf-Zweiten Lilli Schwarzkopf und der zuerst nicht erfasste und dann erst nachträglich gewertete Bronzewurf von Hammerwerferin Betty Heidler für Aufsehen gesorgt.

Bach zeigte jedoch auch Verständnis für die Situation der Kampfrichter. "Es kann damit zusammenhängen, dass alles immer schneller wird. Ich möchte heute in meinem Sport Fechten nicht mehr Schiedsrichter sein, weil dieser Sport so dynamisch geworden ist", sagte der Degen-Olympiasieger von Montreal 1976.

mib/dpa/sid

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