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11.08.2012
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Mountainbikerin Spitz

Silber für die Sammlung

Mountainbikerin Spitz: Nun ist der Medaillensatz voll
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REUTERS

Kollektion komplett: Mit dem Erfolg in London hat Sabine Spitz nun einen vollständigen Medaillensatz in ihrem Besitz. Gold gewann sie bereits in Peking, Bronze bei den Spielen in Athen. Jetzt holte die 40-Jährige die Silbermedaille - auch, weil sie sich den Olympia-Kurs zu Hause nachbauen ließ.

Hamburg - Von Traurigkeit keine Spur: Nach dem Rennen freute sich Mountainbikerin Sabine Spitz über ihre Silbermedaille, als wäre sie ganz oben auf dem Treppchen gelandet. Neid auf die französische Siegerin Julie Bresset kam bei Spitz nicht auf. Denn eine Goldmedaille hat die 40-Jährige schon in ihrer Sammlung: 2008 gewann sie in Peking, 2004 hatte sie in Athen Bronze geholt. Silber fehlte noch. "Ich wollte diese Medaille unbedingt für meine Kollektion, deshalb musste ich den zweiten Platz unbedingt halten", sagte die Athletin nach dem knapp 29 Kilometer langen Rennen in Hadleigh Farm.

Auf dem knapp eine Autostunde von London entfernt gelegenen Parcours fuhr Spitz ein taktisch gutes Rennen. Von Beginn an war sie in der Spitzengruppe dabei. Als auf der dritten von sechs Runden vorne das Tempo angezogen wurde, ging Spitz mit und setzte sich gemeinsam mit Bresset und der späteren Bronzemedaillengewinnerin Georgia Gould vorentscheidend ab.

In dem von Bresset diktierten Rennen ließ sich Spitz selbst von einem Sturz auf der vierten Runde nicht beeindrucken. Bei einer Abfahrt über eine Steinpassage fiel sie über den Lenker und schlug sich das Knie auf. "Das war ein Bremsfehler, der Sturz hat mich völlig aus dem Rhythmus gebracht", sagte sie nach dem Rennen. Trotzdem blieb Spitz im Wettkampf und konnte sich sogar von Gould absetzen. Lediglich dem Tempo der Weltmeisterin aus Frankreich konnte sie nicht folgen.

Olympia-Kurs vor der Haustür

Mit dem Gewinn der Silbermedaille hat sich die akribische Olympia-Vorbereitung von Sabine Spitz gelohnt. Im Vorfeld von London hatte sie auf einem Kurs in ihrer Heimat Bad Säckingen trainiert, der dem technisch anspruchsvollen Gelände von London teilweise nachempfunden war. Viele freiwillige Helfer haben mit angepackt. "Die Stadt hat sich dabei finanziell engagiert", erklärte ihr Manager und Ehemann Ralf Schäuble.

Nicht nur aufgrund ihres Alters ist der Erfolg von Spitz hoch zu bewerten. Die älteste Teilnehmerin im Feld hatte nach ihrem Triumph in Peking eine lange Durststrecke durchlebt. Zwei Leistenoperationen in den Jahren 2009 und 2010 sowie diverse Sturzverletzungen und Krankheiten im Vorjahr warfen sie immer wieder zurück. Sogar an das Karriereende hatte Spitz gedacht.

Das soll auch nach der Silbermedaille nicht kommen: Im September will Spitz bei der Cross-Country-Weltmeisterschaft starten, im Oktober bei der Marathon-WM. "Danach werden wir uns Gedanken machen, wie es weitergeht", sagte Schäuble.

So lange wie die 50-jährige Radsportlerin Jeannie Longo-Ciprelli wolle Spitz aber nicht fahren, hatte sie vor den Sommerspielen von London betont. Das muss sie ja auch nicht. Schließlich ist ihre Kollektion jetzt komplett.

joe/dpa

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