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18.08.2012
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Radprofi Alberto Contador

Comeback nach Drehbuch

Von Tom Mustroph
Alberto Contador: Der Pistolero lacht wieder
Fotos
REUTERS

Von der Dopingsperre gleich zum Rundfahrtsieg? So sieht es zumindest der Plan in Spanien für die 67. Vuelta vor. Dort gilt Alberto Contador weiterhin als Held, trotz oder vielleicht sogar wegen seiner Dopingsperre.

"Alberto, wir sind verrückt danach, dich hier zu sehen" - so machte schon Ende Juli die spanische Sportzeitung "As" Stimmung für den von einer Dopingsperre zurückkehrenden Radprofi. Alberto Contador soll nach dem mageren Abschneiden der spanischen Olympiateilnehmer - in der Medaillenwertung landete das Team nur auf Platz 21 und die Fußballer scheiterten schon in der Vorrunde - das Land jetzt durch Erfolge bei der am Samstag beginnenden Spanien-Rundfahrt beglücken.

Auch Vuelta-Direktor Javier Guillén setzt ganz auf den 29-Jährigen. "Er ist das Beste, was der Vuelta passieren kann", sagte er: "Wir waren bereits mit den Rundfahrten in den vergangenen beiden Jahren zufrieden, aber dies wird eine Super-Vuelta", sagte er spanischen Medien.

All das Getöse soll übertönen, dass Contador ein Gezeichneter ist. Ein halbes Jahr hatte er wegen eines Clenbuterolfundes in seinem Körper während der Tour de France 2010 zwangspausieren müssen. Das Rindermastmittel steht auf der Dopingliste und Contador konnte nicht zweifelsfrei belegen, dass der Muskelwachstumsbeschleuniger ausgerechnet durch ein Steak, das er gegessen haben will, in seinen Körper gelangt war.

Imagewechsel während der Dopingsperre

Der größere Teil der zweijährigen Strafe wurde ihm rückwirkend aufgebrummt. Das führte zu einer vergleichsweise kurzen Zwangspause, aber auch zur Aberkennung der Siege bei der Tour de France 2010 und dem Giro d'Italia 2011. Seiner Popularität in der Heimat tat dies keinen Abbruch. Politiker, darunter auch der damalige Sportminister, sprangen Contador zur Seite, die Massen jubelten ihm weiter zu. Mehr als 700 Freizeitsportler beteiligten sich Ende Mai dieses Jahres an dem Amateurrennen, das Contador rings um seine Heimatstadt Pinto organisiert hatte. Und die für ihn schönsten Sprüche seiner Unterstützer ließ Contador auf das blauweiße Trikot drucken, mit dem er seine Trainingsfahrten während der Sperre absolvierte.

Er nutzte die wettkampf- und reisefreie Zeit sogar zu einem Imagewechsel. Das Bild des egoistischen Siegfahrers soll jetzt von dem eines sozial sensiblen Menschen abgelöst werden. Seine Stiftung ruft auf, gebrauchte Fahrräder zu spenden, die dann nach Afrika zur Ankurbelung des Radsports geschickt werden sollen. "Die Vuelta ist eine sehr gute Gelegenheit für diese Aktion", sagte Renndirektor Guillén - und nutzte die Pressekonferenz der Stiftung, um Werbung für sein Event und dessen Star, eben Alberto Contador, zu machen.

Ob die Rennrealität sich von dem Drehbuch leiten lässt, ist allerdings fraglich. Bei seinem Comeback bei der Eneco-Tour war Contador die lange Rennpause anzumerken. Zwar war der weitgehend flache Parcours durch die Niederlande und Belgien nicht das Gelände, für das er trainiert hatte. Doch beim Zeitfahren wurde er nur Siebter und auch seine Attacke bei der letzten Etappe über die berüchtigte Mauer von Geraardsbergen - durchschnittlicher Anstieg 9,3 Prozent, Maximalanstieg 20 Prozent - verpuffte wirkungslos.

Contador sieht Froome als ärgsten Konkurrenten

Auch ein Mann wie Contador muss sich offenbar zunächst einrollen. Bei der Vuelta hat er dazu Gelegenheit. Die entscheidenden Etappen kommen mit dem Zeitfahren über 40 Kilometer in Pontevedra erst nach der Hälfte und mit der Bergankunft auf dem kürzlich per Asphaltpiste erschlossenen Cuitu Negru im letzten Drittel der Rundfahrt.

Auf einen Haupt-Kontrahenten wollte Contador sich noch gar nicht festlegen. "Die Vuelta ist offen. Es sind viele hier, die gewinnen wollen", sagte er und verwies auf die bisherigen Sieger Juan José Cobo, Alejandro Valverde und Denis Mentschow, seine Landsleute Joaquim Rodríguez und Igor Antón sowie auf Christopher Froome - dem er als "stärksten Fahrer bei der Tour 2012" Respekt zollte.

Doch wie der in Kenia geborene Brite sein opulentes Saisonprogramm überstanden hat, ist ungewiss. Froome selbst relativierte daher bereits seine Rolle. "Ich gehe als Kapitän ins Rennen, aber das heißt nicht, dass wir nicht noch andere Leute fürs Gesamtklassement haben", sagte er und brachte seine Teamkollegen Sergio Henao, Rigoberto Urán und Richie Porte ins Spiel.

Erst das Rennen wird zeigen, wer die sportlichen Protagonisten sind. In den spanischen Medien wird an Contador niemand vorbeikommen, egal wie er fährt.

Forum

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insgesamt 34 Beiträge
1.
okokberlin 18.08.2012
paßt doch, ein betrüger wird veehrt. in D traut sich ullrich jedenfalls nicht mehr groß in die öffentlichkeit. besser kann man auch das verhalten in punkto wirtschaften nicht beschreiben. club med nimmt was er kriegen [...]
paßt doch, ein betrüger wird veehrt. in D traut sich ullrich jedenfalls nicht mehr groß in die öffentlichkeit. besser kann man auch das verhalten in punkto wirtschaften nicht beschreiben. club med nimmt was er kriegen kann, betrügen, zahlen fälschen usw.-ein paar dumme die zahlen finden sich schon.
2. Reicht die Zeit der Sperre
soznet1 18.08.2012
Die Frage muss lauten: Reicht die Zeit seiner Sperre aus, um sich nun umso dopinggestärkter , weil ohne Kontrollen , wieder an die Spitze zu mogeln. Dass die Spanier eine der größten Dopernationen sind, ist ja schon lange [...]
Zitat von sysopVon der Dopingsperre gleich zum Rundfahrtsieg? So sieht es zumindest der Plan in Spanien für die 67. Vuelta vor. Dort gilt Alberto Contador weiterhin als Held, trotz oder vielleicht sogar wegen seiner Dopingsperre. Alberto Contador feiert Comeback bei der Vuelta a España - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,850570,00.html)
Die Frage muss lauten: Reicht die Zeit seiner Sperre aus, um sich nun umso dopinggestärkter , weil ohne Kontrollen , wieder an die Spitze zu mogeln. Dass die Spanier eine der größten Dopernationen sind, ist ja schon lange bekannt. Eine Reise zu den Dopingärzten haben ja schon viele deutsche "Sportler" erfolgreich genutzt. Ob nicht auch die spanischen Fußballer dazu gehören? Ihre geringen Ermüdungsanzeichen nach den Spielen bei der EM sind ohne Doping (epo ) kaum erklärbar...
3. Frechheit
jujo 18.08.2012
Die Dreistigkeit nimmt schon Armstrongsche Dimensionenan. Das die anderen Fahrer und Rennställe dem nichts entgegen setzen, ist für mich nur ein weitere Beweis, das die alle nicht clean fahren!
Die Dreistigkeit nimmt schon Armstrongsche Dimensionenan. Das die anderen Fahrer und Rennställe dem nichts entgegen setzen, ist für mich nur ein weitere Beweis, das die alle nicht clean fahren!
4.
bärchen07 18.08.2012
Irgendjemand hier im Forum hat mir vor kurzem erzählen wollen Spanien wäre vorreiter im Antidoping Kampf. Fuentes ist doch nur aufgeflogen weil deutsche behörden nachgeforscht hatten. Contador ist das beste Beispiel wie [...]
Zitat von sysopVon der Dopingsperre gleich zum Rundfahrtsieg? So sieht es zumindest der Plan in Spanien für die 67. Vuelta vor. Dort gilt Alberto Contador weiterhin als Held, trotz oder vielleicht sogar wegen seiner Dopingsperre. Alberto Contador feiert Comeback bei der Vuelta a España - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,850570,00.html)
Irgendjemand hier im Forum hat mir vor kurzem erzählen wollen Spanien wäre vorreiter im Antidoping Kampf. Fuentes ist doch nur aufgeflogen weil deutsche behörden nachgeforscht hatten. Contador ist das beste Beispiel wie verlogen und skrupellos die Spanier sind. Ich plädiere schon seit jahren überführte Doper Lebenslang zu sperren. Ich wette Contador fährt jetzt wieder allen um die Ohren.Ich könnt kotzen.
5. Er hat ja jetzt genug Zeit gehabt
restauradores 18.08.2012
sich zu dopen. Da die "positiven" Auswirkungen des Doping noch bis zu 9 Monate nach Verabreichungsende anhalten, aber Tests dies dann nicht mehr nachweisen können und gar nicht oder nur Lückenhaft in dieser Zeit [...]
Zitat von sysopVon der Dopingsperre gleich zum Rundfahrtsieg? So sieht es zumindest der Plan in Spanien für die 67. Vuelta vor. Dort gilt Alberto Contador weiterhin als Held, trotz oder vielleicht sogar wegen seiner Dopingsperre. Alberto Contador feiert Comeback bei der Vuelta a España - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,850570,00.html)
sich zu dopen. Da die "positiven" Auswirkungen des Doping noch bis zu 9 Monate nach Verabreichungsende anhalten, aber Tests dies dann nicht mehr nachweisen können und gar nicht oder nur Lückenhaft in dieser Zeit getestet wird, hat er den Sieg schon fast sicher in der Ampulle ;-)

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