23.12.2012
Basketball
Bundesligist Gießen stellt Insolvenzantrag
Gießen-Profi Zazai (vorne): Dem Club droht das Aus
Hamburg - Die Gießen 46ers stehen nach über 46 Jahren in der Basketball-Bundesliga vor dem Aus. Der Club hat "aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit" einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Gießen gestellt. Trotz der jüngsten Entwicklungen wollen die 46ers "aktuell unverändert" weiter am Spielbetrieb teilnehmen.
Die Pressemitteilung der Gießener betrug nur sechs Zeilen, weitere Einzelheiten wollte der Verein zunächst nicht nennen. Für Donnerstag ist eine Pressekonferenz mit Geschäftsführer Heiko Schelberg und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Tim Schneider angesetzt. Der Rechtsanwalt will sich bis dahin einen ersten Überblick verschaffen.
In der Ligazentrale in Köln wurde man vom Vorgehen der Gießener überrascht. Noch in der "vorvergangenen Woche" hätten sich Experten des BBL-Gutachterausschusses vor Ort von Geschäftsführer Schelberg über die wirtschaftliche Situation des Bundesligisten informieren lassen.
"Diese Entscheidung ist irritierend"
"Während des Treffens gab es keine Hinweise, dass ein solcher Schritt notwendig werden könnte. Insofern, und weil wir den Club in den vergangenen Jahren im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens stets sehr eng begleitet haben, ist diese Entscheidung durchaus irritierend", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer: "Wir werden nun sehr zügig die veränderte Sachlage analysieren und uns einen Gesamtüberblick über die Situation verschaffen."
Sobald der schriftliche Nachweis des Insolvenzantrages vorliegt, werden den 46ern vier Punkte abgezogen, wie Pommer ankündigte. Die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer ist auch schon ohne den Punktverlust sportlich in Not: Punktgleich mit Schlusslicht Ludwigsburg liegt sie auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Gießen steckte schon öfter in finanziellen Schwierigkeiten. Der Verein war zudem sportlich in der vergangenen Saison abgestiegen, bekam dann aber noch eine Wildcard. Die 46ers sind der einzige Club, der seit der Gründung der Bundesliga im Oberhaus spielt.
bka/dpa