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29.01.2013
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Doping im Radsport

UCI löst Armstrong-Kommission auf

REUTERS

UCI-Präsident McQuaid: Verband beendet Untersuchungen

Der Radsport-Weltverband tut weiterhin alles, um sich in der Aufarbeitung der Doping-Affäre um Lance Armstrong lächerlich zu machen. So löste die UCI ihre Untersuchungs-Kommission nur drei Monate nach deren Gründung wieder auf. Zudem möchte Doping-Arzt Eufemiano Fuentes vor Gericht schweigen.

Hamburg - Die Posse um die Rolle des Radsport-Weltverbands UCI in der Doping-Causa Lance Armstrong bekommt ein weiteres Kapitel: Der Verband gab jetzt bekannt, die Kommission zur Aufarbeitung der Dopingaffäre nur knapp drei Monate nach deren Gründung wieder aufgelöst zu haben. Das dreiköpfige Gremium hätte die von der US-Anti-Doping-Agentur Usada angedeutete Verstrickung der UCI in den jahrelangen Dopingbetrug Armstrongs untersuchen sollen.

Stattdessen soll in Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada nun eine sogenannte "Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission" eingerichtet werden. Dies sei "der beste Weg, um die Dopingkultur im Radsport in der Vergangenheit zu untersuchen", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid in einer Mitteilung. Diese neue Kommission soll im Laufe des Jahres installiert werden.

"Wada-Präsident John Fahey hat mir gesagt, dass die Wada kein Vertrauen in den laufenden Prozess der unabhängigen Kommission hat. Daher haben wir beschlossen, diese Kommission nicht mehr zu finanzieren und sie mit sofortiger Wirkung aufzulösen", sagte McQuaid.

Wada und Usada hatten den Weltverband jüngst gerügt, mit der Untersuchungskommission nur einen halbherzigen Versuch zur Aufklärung der Affäre Armstrong zu betreiben. Die Doping-Jäger zweifelten die Unabhängigkeit des Gremiums an. Die Kommissionsmitglieder boten daraufhin an, die eigenen Statuten zu ändern, um die Anti-Doping-Agenturen zu einer Mitarbeit zu bewegen und Doping-Kronzeugen zu Aussagen zu ermuntern. Doch ausgerechnet die UCI selbst lehnte das ab.

Fuentes will keine Namen nennen

Auch in der Aufarbeitung des Doping-Skandals um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes scheint es zu haken. So erklärte Fuentes, der an diesem Dienstag vor dem Gericht in Madrid aussagen soll, dass er schweigen wolle. Im Interview mit der französischen Zeitung "Le Monde" sagte er: "Ich habe nicht die Absicht, Namen meiner Kunden und Patienten zu nennen. Für mich ist alles Vergangenheit."

Gegen den 57 Jahre alten Mediziner, zu dessen Kunden rund 200 Spitzensportler und 58 Radsportler gehört haben sollen, darunter der frühere Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich, fordert die Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

psk/dpa/sid

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insgesamt 8 Beiträge
1. Der Radsport ist tot...
thorkhan 29.01.2013
... noch leben die Leichtathletik, der Ski-Langlauf und das Biathlon. Fragt sich nur, wie lange.
... noch leben die Leichtathletik, der Ski-Langlauf und das Biathlon. Fragt sich nur, wie lange.
2. Dopingdebatte
herecomesthebut 29.01.2013
In der Klientenliste von Herrn Fuentes waren zu rund einem Drittel Fußballer, vor allem spanische, da passiert nix. Herr Fuentes wird nicht wegen Dopings angeklagt, da das in Spanien zu diesem Zeitpunkt nicht mal strafbar war, [...]
In der Klientenliste von Herrn Fuentes waren zu rund einem Drittel Fußballer, vor allem spanische, da passiert nix. Herr Fuentes wird nicht wegen Dopings angeklagt, da das in Spanien zu diesem Zeitpunkt nicht mal strafbar war, sondern wegen möglicher Gefährdung der Sportler durch unkorrekte Lagerung der Eigenblutbeutel usw... Die Eigentliche Frechheit hier ist der Umgang der spanischen Sportverbände (aller!) mit Doping, man sollte bis zu einer korrekten Aufarbeitung des spanischen Dopings alle spanischen Sportler ausschließen!
3. Radsportverbände in hohem Maße verwickelt
zoon.politicon 29.01.2013
Herr Fuentes wird erst 7 Jahre nach Durchsuchung seiner Labore vor Gericht gestellt, der Prozeß weiter verzögert, Herr Ullrich läßt durchblicken, die gerade aufgedeckten Doping-Praktiken von Herrn Armstrong seine für ih nichts [...]
Herr Fuentes wird erst 7 Jahre nach Durchsuchung seiner Labore vor Gericht gestellt, der Prozeß weiter verzögert, Herr Ullrich läßt durchblicken, die gerade aufgedeckten Doping-Praktiken von Herrn Armstrong seine für ih nichts Neues (,interesierten ihn nicht, er führe jetzt ein anderes Leben), jetzt löst die UCI die Armstrong-Kommisiion auf: Wenn etwas klar ist, dann die Tatsache, daß praktisch alle Bescheid wußten und die Funktionäre der Radsportverbände in hohem Maße in dem Ganzen verwickelt sind, (vielleicht hats Herr Scharping als Präsident der deutschen Radfahrer als Einziger nicht gemerkt). Immerhin erstaunlich, daß diese ehrenwete Gesellschaft ihren Doping-Skandal so lange verbergen konnten ( und noch verbergen).
4. fast logisch
fotowilly 29.01.2013
Alle mauern. Armstrong, Fuentes, das UCI. Keine Namen. Das wird so bleiben. Der Sumpf wird nie austrocknen, so lange der Mammon regiert. Mal zur Erinnerung: Doping-Ullrich wurde von Doping-Otto zum Sportler des Jahres gekürt. In [...]
Alle mauern. Armstrong, Fuentes, das UCI. Keine Namen. Das wird so bleiben. Der Sumpf wird nie austrocknen, so lange der Mammon regiert. Mal zur Erinnerung: Doping-Ullrich wurde von Doping-Otto zum Sportler des Jahres gekürt. In einem sogenannten öffentlich rechtlichen Fernsehen. In D.
5. Kommision
darkview 29.01.2013
Das wird wohl eher eine Bersöhnungskommision als eine Wahrheits...
Das wird wohl eher eine Bersöhnungskommision als eine Wahrheits...

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