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04.02.2013
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Super Bowl

Baltimore gewinnt packendes Duell gegen San Francisco

Von
AP

Es war ein kurioser Super Bowl: Baltimore dominierte die erste Hälfte, doch nach einem Stromausfall und mehr als 30 Minuten Unterbrechung bestimmten die San Francisco 49ers die Partie. Am Ende zitterten sich die Ravens zum Sieg - dank ihres Quarterbacks und eines Rekord-Laufs.

Hamburg - So etwas hatte es im Super Bowl noch nicht gegeben. Wegen eines Stromausfalls im Superdome von New Orleans war die 47. Auflage des Endspiels um den Titel in der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL für 36 Minuten unterbrochen. Nach der Zwangspause spielten die San Francisco 49ers groß auf, am Ende reichte es jedoch nicht mehr zum Sieg. Der zuvor herausgearbeitete Vorsprung von Baltimore erwies sich als zu hoch, die Ravens siegten 34:31 (21:6). Damit gewann Ravens-Coach John Harbaugh das historische Duell gegen seinen jüngeren Bruder Jim, den Trainer der 49ers.

"Es ist unglaublich", sagte Baltimores Spielmacher Joe Flacco, der als wertvollster Spieler der Partie (MVP) ausgezeichnet wurde: "Wir haben es uns nicht einfach gemacht, aber das ist Baltimore, das sind wir." Baltimores Star-Linebacker Ray Lewis, der sein letztes Spiel machte, sagte: "Es gibt keinen besseren Weg, als hier als Champion mit diesem Team abzutreten." Lewis war bereits 2001 mit dem Club NFL-Meister geworden.

Die Ravens waren gut in die Partie gekommen. Innerhalb von knapp zweieinhalb Minuten überbrückte Baltimore 61 Yards, am Ende fing Anquan Boldin einen Touchdown-Pass von Quarterback Flacco zum 6:0 (5. Minute). Im Gegenzug gelang San Francisco durch ein verwandeltes Field Goal von David Akers der Anschluss (11.). Allerdings lief es für die 49ers-Offensive noch nicht rund, Quarterback Colin Kaepernick musste mehrfach improvisieren. Obwohl das eine Stärke des 25-Jährigen ist, gelang Kaepernick zunächst nur wenig.

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Im zweiten Viertel war er dann jedoch machtlos. LaMichael James leistete sich in aussichtsreicher Position einen Ballverlust (Fumble). Die Ravens nutzten den Fehler. Flacco hebelte die Verteidigung der 49ers mit einigen präzisen Pässe aus, Dennis Pitta konnte schließlich einen Touchdown zum 13:3 fangen (23.). Kurz darauf warf Kaepernick eine Interception. Baltimore ging jedoch großes Risiko - anstatt eines sicheren Field Goals versuchten die Ravens einen Trick-Spielzug, um einen Touchdown zu erzielen, verpassten diesen aber knapp.

Einige Minuten später war Baltimore jedoch erfolgreich. Zunächst schien es, als ob San Francisco Ravens-Spielmacher Flacco bereits gestellt hätte, doch der 28-Jährige konnte sich befreien und fand Jacoby Jones über 56 Yards. Der Passempfänger setzte sich gegen zwei Verteidiger durch und erhöhte auf 20:3 (28.). Erneut schienen die Defensive Backs, also die hintere Verteidigungsreihe der 49ers, verunsichert. Wenige Sekunden vor der Pause gelang San Francisco immerhin noch das zweite Field Goal (6:21).

San Francisco nach dem Stromausfall deutlich verbessert

Zu Beginn der zweiten Hälfte folgte der nächste Rückschlag für die 49ers. Einen Kickoff lief Jacoby Jones über 109 Yards zum 28:3 in San Franciscos Endzone. Es war der längste Kickoff-Return in der Super-Bowl-Geschichte. Kurz darauf ging das Licht im Superdome von New Orleans aus - Stromausfall. Das passte zumindest zur Leistung San Franciscos. Erst nach einer 36-minütigen Unterbrechung konnte die Partie fortgesetzt werden.

Nach dem Stromausfall waren der Rhythmus und die Sicherheit bei den Ravens plötzlich verschwunden. Baltimore gelang in Offensive und Defensive kaum noch etwas, San Francisco dagegen schien sich während der Unterbrechung gesammelt zu haben. Innerhalb von nur zweieinhalb Minuten sorgten Touchdowns von Michael Crabtree (38.) und Frank Gore (40.) dafür, dass die 49ers wieder auf 20:28 heran kamen.

Ob der Aufholjagd San Franciscos unterliefen auch den Ravens Fehler. Runningback Ray Rice leistete sich einen Fumble, 49ers-Kicker Akers verwandelte kurz darauf ein Field Goal zum 23:28 (42.). Zwar punktete Baltimore danach ebenfalls per Field Goal von Justin Tucker (48.), doch Kaepernick sorgte nur zwei Minuten später für den nächsten Touchdown der 49ers. Mit seinem Lauf über 15 Yards stellte er zudem einen Super-Bowl-Rekord für Quarterbacks auf. Der Versuch, zwei Extra-Punkte zu erzielen und damit auszugleichen, scheiterte jedoch, es blieb beim 29:31.

Die letzten Minuten wurde sogar noch packender. Nachdem erneut Tucker mit einem Field Goal zum 34:29 erfolgreich war (56.), führte Kaepernick San Francisco ein weiteres Mal über das Feld. 1:50 Minuten vor Ende der Partie waren die 49ers nur noch fünf Yards von Baltimores Endzone entfernt. Doch alle vier Versuche, den zur Führung nötigen Touchdown zu erzielen, scheiterten. Am Ende brachten die Ravens die Führung über die Zeit, nahmen dafür sogar noch ein Safety in Kauf.

San Francisco 49ers - Baltimore Ravens 31:34 (6:21)
0:7: 13 Yard Touchdown-Pass Flacco auf Boldin (5.), Extra-Punkt Tucker
3:7: 36 Yard Field Goal Akers (11.)
3:14: 1 Yard Touchdown-Pass Flacco auf Pitta (23.), Extra-Punkt Tucker
3:21: 56 Yard Touchdown-Pass Flacco auf J. Jones (28.), Extra-Punkt Tucker
6:21: 27 Yard Field Goal Akers (30.)
6:28: 109 Yard Kickoff-Return J. Jones (31.)
13:28: 31 Yard Touchdown-Pass Kaepernick auf Crabtree (38.), Extra-Punkt Akers
20:28: 6 Yard Touchdown-Lauf Gore (40.), Extra-Punkt Akers
23:28: 34 Yard Field Goal Akers (42.)
23:31: 19 Yard Field Goal Tucker (48.)
29:31: 15 Yard Touchdown-Lauf Kaepernick (50.)
29:34: 38 Yard Field Goal Tucker (56.)
31:34: Safety (60.)

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insgesamt 80 Beiträge
1. Fantastisch!
Liam Lennon 04.02.2013
Ein wahnsinns Spiel war das und ein dickes Grats an die Ravens, die verdient gewonnen haben!
Ein wahnsinns Spiel war das und ein dickes Grats an die Ravens, die verdient gewonnen haben!
2.
msondern 04.02.2013
Hinten raus einfach ein geiles Spiel, hat Spass gemacht sich das anzugucken und das lange aufbleiben hat sich auch dieses Jahr wieder gelohnt. Die Kommentatoren bei Sat1 gingen mir zwischendurch immer mal wieder tierisch auf die [...]
Hinten raus einfach ein geiles Spiel, hat Spass gemacht sich das anzugucken und das lange aufbleiben hat sich auch dieses Jahr wieder gelohnt. Die Kommentatoren bei Sat1 gingen mir zwischendurch immer mal wieder tierisch auf die Nerven muss ich sagen. Eigentlich mag ich Frank Buschmann ja, aber heute hat er es wieder mal an einigen Stellen übertrieben fand ich. Die Halbzeitshow hat mich dieses Jahr im Gegensatz zu den Vorjahren nicht wirklich vom Hocker gerissen, da fand ich z.B. 2011 mit den Black Eyed Peas wesentlich besser. Und für den Stromausfall werden intern bestimmt noch Köpfe rollen, ich glaube das ist den Amis zutiefst peinlich.
3. Offenbar passt die alte Regel...
CobCom 04.02.2013
... das es immer knappe Bowls gibt. Auch wenn sich dafür offenbar ein verzweifelter 49-ers Fan ins Transformatorenhäuschen werfen musste ;-) Glückwunsch an beide zum packenden Spiel, und an die Ravens zusätzlich zum Pott.
Zitat von sysopEs war ein kurioser Super Bowl: Baltimore dominierte die erste Hälfte, nach einem Stromausfall und einer über 30-minütigen Unterbrechung bestimmten jedoch die San Francisco 49ers die Partie. Am Ende zitterten sich die Ravens zum Sieg - dank ihres Quarterbacks und eines Rekord-Laufs. Super Bowl: Baltimore gewinnt packendes Duell gegen San Francisco - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/super-bowl-baltimore-gewinnt-packendes-duell-gegen-san-francisco-a-881251.html)
... das es immer knappe Bowls gibt. Auch wenn sich dafür offenbar ein verzweifelter 49-ers Fan ins Transformatorenhäuschen werfen musste ;-) Glückwunsch an beide zum packenden Spiel, und an die Ravens zusätzlich zum Pott.
4. Marketingcoup?
stockholmer 04.02.2013
Kan es sein, dass hier ein durchsichtiger Marketingcoup durchgeführt wurde? 30 min extra Spielpause die vermutlich durch Werbung gefüllt wurden für 3,5 Mio $ für 30 sek. ;)
Kan es sein, dass hier ein durchsichtiger Marketingcoup durchgeführt wurde? 30 min extra Spielpause die vermutlich durch Werbung gefüllt wurden für 3,5 Mio $ für 30 sek. ;)
5. genial
derberserker 04.02.2013
Absolut tolles finale. Vielleicht konnten ja nun doch ein paar Kritiker überzeugt werden sich ab und zu mal ein match anzuschauen. Football ist spannend und eine tolle Sportart. Klasse Spiel und Glückwunsch an die Ravens die seit [...]
Absolut tolles finale. Vielleicht konnten ja nun doch ein paar Kritiker überzeugt werden sich ab und zu mal ein match anzuschauen. Football ist spannend und eine tolle Sportart. Klasse Spiel und Glückwunsch an die Ravens die seit den Playoffs als Aussenseiter galten

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2013 Baltimore Ravens San Francisco 49ers Joe Flacco
2012 New York Giants New England Patriots Eli Manning
2011 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers Aaron Rodgers
2010 New Orleans Saints Indianapolis Colts Drew Brees
2009 Pittsburgh Steelers Arizona Cardinals Santonio Holmes
2008 New York Giants New England Patriots Eli Manning
2007 Indianapolis Colts Chicago Bears Peyton Manning
2006 Pittsburgh Steelers Seattle Seahawks Hines Ward
2005 New England Patriots Philadelphia Eagles Deion Branch
2004 New England Patriots Carolina Panthers Tom Brady
2003 Tampa Bay Buccaneers Oakland Raiders Dexter Jackson
2002 New England Patriots Saint Louis Rams Tom Brady
2001 Baltimore Ravens New York Giants Ray Lewis
2000 Saint Louis Rams Tennessee Titans Kurt Warner

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