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22.02.2013
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Betrug durch Doping

US-Justizministerium klagt gegen Armstrong

AP

Ex-Radstar Armstrong: Klage durch die US-Regierung

Lance Armstrong muss sich mit einer weiteren Klage auseinandersetzen: Nach seinem Doping-Geständnis hat das US-Justizministerium angekündigt, den Texaner wegen Betrugs vor Gericht bringen zu wollen. Der Radstar habe dem staatlichen Unternehmen U.S. Postal erheblich geschadet.

Hamburg - Das US-Justizministerium schließt sich der Klage des früheren Radprofis Floyd Landis gegen Lance Armstrong wegen Betrugs an. Das teilte die Behörde am Freitag in Washington mit, die Anwälte des 41-Jährigen bestätigten das Vorgehen. Als Radprofi soll Armstrong den Sponsor US Postal, den United States Postal Service, über ein Jahrzehnt hintergangen haben, indem er verbotene leistungssteigernde Substanzen einnahm.

Das Unternehmen war Namensgeber und Hauptsponsor des Radteams, dessen Star Armstrong von 1998 bis 2004 war. In diesen Jahren hatte er sechs seiner sieben Tour-de-France-Titel (1999 bis 2004) gewonnen. In Armstrongs Zeit pumpte der staatliche Konzern rund 40 Millionen Dollar in den Radsport. Eine Vereinbarung mit den Fahrern untersagte die Einnahme von verbotenen Substanzen. Dagegen hat Armstrong verstoßen, US Postal soll somit ein erheblicher Schaden entstanden sein.

Das bestreiten die Verteidiger Armstrongs allerdings. Die Verhandlungen mit der Regierung seien deshalb gescheitert, sagte der Anwalt Robert Luskin. "Interne Untersuchungen von U.S. Postal haben ergeben, dass das Unternehmen enorm von der Sponsoring-Partnerschaft profitiert hat, mehr als 100 Millionen US-Dollar sollen so eingenommen worden sein."

Die Usada hatte das Ministerium zur Klage aufgefordert

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass die US-Anti-Doping-Behörde Usada das Justizministerium bereits vor über einem Monat aufgefordert hatte, gemeinsam mit Armstrongs ehemaligem Teamkollegen Landis zu klagen. Landis war 2006 wegen Dopings von der Tour de France ausgeschlossen worden. Ein entsprechender Brief von Usada-Chef Travis Tygart ist auf den 14. Januar datiert - just der Tag, an dem der siebenmalige Tour-de-France-Sieger Armstrong in einem Interview zugab, gedopt zu haben.

Anfang Februar hatte die Versicherungsgesellschaft SCA Promotions den Ex-Radstar beim Amtsgericht in Dallas auf eine Rückzahlung von zwölf Millionen US-Dollar (knapp neun Millionen Euro) verklagt. Auch die Vereinigung für einen glaubwürdigen Radsport, MPCC, hatte angekündigt, den Texaner wegen Rufschädigung und Betrugs vor Gericht bringen zu wollen.

Am Mittwoch hatte Tim Herman, ein weiterer Anwalt Armstrongs, mitgeteilt, dass Armstrong nicht mit der Usada zusammenarbeiten würde. Der Texaner werde nicht wie verlangt unter Eid vor dem Gremium aussagen, um sein ganzes Wissen über Dopingpraktiken im Radsport offenzulegen, ließ Herman verlauten.

Die Usada hatte den Amerikaner, der wegen Dopings alle seine sieben Siege bei der Tour de France verloren hatte, aufgefordert zu kooperieren. Nur dann könne Armstrong auf eine Reduzierung seiner lebenslangen Sperre hoffen. Nach jahrelangem Schweigen hatte der 41-jährige Armstrong in der Talkshow von Oprah Winfrey Doping gestanden, aber keine weiteren Details preisgegeben.

psk/AP

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insgesamt 13 Beiträge
1. da kommen noch mehr Klagen ...
Radtourist 22.02.2013
diejenigen Radsportler, die Armstrong erpreßt und bedroht hat, dürften auch erwähnenswerte Schadensersatzklagen gegen ihn führen. Seine Geldwäsche-Anlage (Livestrong-Stiftung) kann er auch schließen - bzw von den dort [...]
diejenigen Radsportler, die Armstrong erpreßt und bedroht hat, dürften auch erwähnenswerte Schadensersatzklagen gegen ihn führen. Seine Geldwäsche-Anlage (Livestrong-Stiftung) kann er auch schließen - bzw von den dort geprellten Mitarbeitern und auch Spendern können ebenso massive juristische Schritte unternommen werden. Hoffe ich zumindest
2. Schaden?
KarlRad 22.02.2013
Wie hat er dem Unternehmen denn geschadet? Lächerlich! Es hat wohl kaum jemand mehr für das Bekanntwerden von US-Postal getan als er. Und niemand wird denen vorhalten einen gedopten Sportler unterstützt zu haben. Völliger [...]
Wie hat er dem Unternehmen denn geschadet? Lächerlich! Es hat wohl kaum jemand mehr für das Bekanntwerden von US-Postal getan als er. Und niemand wird denen vorhalten einen gedopten Sportler unterstützt zu haben. Völliger irrsinn. ... es geht wie immer nur ums Geld!
3. Verzockt
backtoblack 22.02.2013
Fakt ist, Armstrong hat sich verzockt. Möglicherweise dachte er, nach der Winfrey-Show käme er ohne Gerichtsverfahren davon. Moralisch ist dieser Typ ohnehin das Allerletzte, aber presseöffentliche Gerichtsverfahren [...]
Zitat von Radtouristdiejenigen Radsportler, die Armstrong erpreßt und bedroht hat, dürften auch erwähnenswerte Schadensersatzklagen gegen ihn führen. Seine Geldwäsche-Anlage (Livestrong-Stiftung) kann er auch schließen - bzw von den dort geprellten Mitarbeitern und auch Spendern können ebenso massive juristische Schritte unternommen werden. Hoffe ich zumindest
Fakt ist, Armstrong hat sich verzockt. Möglicherweise dachte er, nach der Winfrey-Show käme er ohne Gerichtsverfahren davon. Moralisch ist dieser Typ ohnehin das Allerletzte, aber presseöffentliche Gerichtsverfahren passen ihm und seiner Anwaltsentourage bestimmt nicht in den Kram.
4. Alle haben gedopt...
svenritoff 22.02.2013
... aber keiner hat mit derartigen Methoden gearbeitet, um die Aufklärung zu verhindern. Das ist in meinen Augen viel schlimmer, als die Tatsache des Dopings an sich.
... aber keiner hat mit derartigen Methoden gearbeitet, um die Aufklärung zu verhindern. Das ist in meinen Augen viel schlimmer, als die Tatsache des Dopings an sich.
5.
gegenpressing 22.02.2013
Au ja, ich wette es ist total gut für's Image, für immer mit einem der größten Sportbetrüger aller Zeiten in Verbindung gebracht zu werden!
Zitat von KarlRadWie hat er dem Unternehmen denn geschadet? Lächerlich! Es hat wohl kaum jemand mehr für das Bekanntwerden von US-Postal getan als er. Und niemand wird denen vorhalten einen gedopten Sportler unterstützt zu haben. Völliger irrsinn. ... es geht wie immer nur ums Geld!
Au ja, ich wette es ist total gut für's Image, für immer mit einem der größten Sportbetrüger aller Zeiten in Verbindung gebracht zu werden!

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