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Deutscher Kader der Handball-EM

"Kann für Prokop zum Bumerang werden"

"Es sieht komisch aus": Handball-Legende Daniel Stephan hat sich skeptisch zur EM-Nominierung von Christian Prokop geäußert. Vor allem die Berufung von zwei Profis von Prokops Ex-Klub Leipzig sieht er als Risiko.

Getty Images

Nationaltrainer Christian Prokop mit Patrick Groetzki

Montag, 08.01.2018   12:06 Uhr

Der frühere Welthandballer Daniel Stephan schätzt die Kader-Nominierung von Bundestrainer Christian Prokop für die bevorstehende EM in Kroatien (12. bis 28. Januar) als riskant ein. Vor allem die Nicht-Berücksichtigung der beiden Europameister Finn Lemke und Fabian Wiede sieht er problematisch. "Wenn diese Entscheidungen nicht zum erhofften Erfolg führen, kann das natürlich für ihn zum Bumerang werden", sagte Stephan: "Viele verstehen diese Kaderplanung nicht so ganz."

Statt Lemke und Wiede nimmt Prokop den Rückraumspieler Maximilian Janke und Bastian Roscheck (beide SC DHfK Leipzig) als vierten Kreisläufer mit. Beide feierten erst am Wochenende ihr Länderspiel-Debüt. "Es sieht schon irgendwie ein wenig komisch aus, dass Roscheck und Janke von seinem ehemaligen Verein Leipzig den Vorzug bekommen haben", sagte Stephan. Mit Philipp Weber steht noch ein dritter Leipziger im EM-Kader.

"Prokop geht mit diesen Entscheidungen natürlich ein ziemliches Risiko ein", sagte Stephan: "Der Druck wird damit nicht weniger, im Gegenteil. Aber wir sollten nun alle erst mal abwarten, wie die Leistungen und das Ergebnis bei der EM in Kroatien sind."

Vor allem die Nicht-Berücksichtigung von Lemke sorgt für Verwunderung. Er war zuletzt ein wichtiger Bestandteil der DHB-Auswahl und für Stephan "der Motor" der deutschen Abwehr. Das Fehlen von Abwehrchef Lemke würde einige Spieler im EM-Kader "wahrscheinlich schocken, andere verunsichern". Der frühere Weltklasse-Spielmacher Stephan holte 2004 mit dem deutschen Team EM-Gold und gewann im selben Jahr Olympia-Silber.

Verbandsvize Bob Hanning verteidigte das Vorgehen Prokops. "Er hat sich für sein Spielsystem entschieden, was er mit der Mannschaft spielen will und hat sich danach den Kader ausgesucht", sagte Hanning und verwies auf die bis zu sechs Wechseloptionen im Laufe des Turniers: "Wer weiß, ob Finn Lemke im Traum-Halbfinale gegen eine der Top-Mannschaften wieder mit dabei ist."

Am kommenden Samstag hat die deutsche Mannschaft ihren ersten Auftritt bei der EM, die am Freitag mit dem Spiel Schweden gegen Island beginnen wird. Deutschland trifft in seinem ersten Duell auf Montenegro (17.15 Uhr, hier finden Sie die Übersicht zum Spielplan).

jan/sid

insgesamt 3 Beiträge
styxx66 08.01.2018
1. Warum ohne Finn Lemke?
Finn Lemke hat am Wochenende in den beiden Vorbereitungsspielen gegen Island gezeigt, dass er ein wichtiger Stabilisator in der deutschen Abwehr ist. Alleine schon durch seine Wettkampfhärte, Übersicht, Größe und Athletik [...]
Finn Lemke hat am Wochenende in den beiden Vorbereitungsspielen gegen Island gezeigt, dass er ein wichtiger Stabilisator in der deutschen Abwehr ist. Alleine schon durch seine Wettkampfhärte, Übersicht, Größe und Athletik wäre er in jeder Weltklassemannschaft gesetzt. Beim zweiten Spiel, trat das noch deutlicher zutage, da diverse Mechanismen schon richtig gut griffen. Deshalb ist es nicht nachzuvollziehen, dass der BT, Lemke aussen vor lässt und durch einen Newcomer und Nobody ersetzt. Das ist wohl das Geheimnis von Prokop, und in der Tat, das kann sich bitter rächen.
u.gabi 08.01.2018
2. u.gabi
Finn Lemke ist nun mal ausschliesslich in der Abwehr einsetzbar. Verwunderlich ist aber die Nomminierung der beiden Newcomer aus Leipzig.Zum Glück können ja noch 6 Spieler nachnomminiert werden.Warten wir es also ab.
Finn Lemke ist nun mal ausschliesslich in der Abwehr einsetzbar. Verwunderlich ist aber die Nomminierung der beiden Newcomer aus Leipzig.Zum Glück können ja noch 6 Spieler nachnomminiert werden.Warten wir es also ab.
u.gabi 08.01.2018
3. u.gabi
natürlich "Nominierung":)
natürlich "Nominierung":)

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