Schrift:
Ansicht Home:
Sport

LeBron James bei den LA Lakers

Geduld, bitte!

Die erfolgsverwöhnten Fans der Los Angeles Lakers blicken auf die schwächsten Jahre ihrer Vereinshistorie zurück. Nun gibt ihnen LeBron James neue Hoffnung. Kann der NBA-Star dem Klub sofort helfen?

AFP
Von
Donnerstag, 18.10.2018   14:50 Uhr

Magic Johnson muss zuletzt extrem gelitten haben. Der einstige Basketball-Star, der mit den Los Angeles Lakers in den Achtzigerjahren fünf Meisterschaften gewonnen hatte, musste mit ansehen, wie "sein" Team in der NBA vorgeführt wurde. Die Lakers verloren und verloren, die Saison 2015/2016 war die Schwächste in der 67-jährigen Vereinsgeschichte. Der anschließende Rücktritt von Kobe Bryant stürzte Los Angeles in eine tiefe Basketball-Depression.

Lange mussten die fanatischen Anhänger des Klubs auf einen neuen Hoffnungsträger warten. Aber in diesem Sommer präsentierte der Klub einen Spieler, der an die Erfolge von Johnson und Bryant anknüpfen könnte - und will: LeBron James.

James stand zuletzt achtmal in Folge in den NBA-Finals, er führte die Miami Heat 2012 und 2013 zu zwei Titeln, drei Jahre später triumphierte er auch mit den Cleveland Cavaliers. James ist der dominanteste Basketballer der Gegenwart, niemand hat so viel Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft wie er. In der abgelaufenen Saison verpasste der 33-Jährige keines der 82 Ligaspiele, auch in den Playoffs sorgte er für den Unterschied. James macht fast jedes Team, in dem er spielt, zu einem Mitfavoriten auf den Titel.

Foto: Getty Images/ SPIEGEL ONLINE

Die Euphorie in Los Angeles ist riesig, James ist in US-Sportmedien das bestimmende Thema. Sein Debüt im Los-Angeles-Trikot Ende September in einem Saisonvorbereitungsspiel gegen die Denver Nuggets ließ sich auch Lakers-Präsident Johnson nicht entgehen. Doch erst zehn Tage später gegen die Golden State Warriors deutete James an, was ihn zu einem der besten Scorer der Liga-Geschichte gemacht hat.

Zurück zu altem Glanz

Beim Stand von 58:57 drohte die Zeit abzulaufen, doch James nahm in letzter Sekunde einen Wurf aus fast aussichtsloser Position, nur wenige Meter hinter der Mittellinie. Sein Ball landete ohne Ringberührung im Korb, die Zuschauer sprangen von ihren Sitzen auf und rissen die Arme hoch. Auch James schaute ungläubig in Richtung Tribüne. Wegen solcher Aktionen bezahlen ihm die Lakers in den kommenden vier Jahren 154 Millionen Dollar.

Doch James spielt längst nicht mehr nur des Geldes wegen. Er soll Los Angeles zu altem Glanz verhelfen und den wohl bekanntesten Basketballklub Amerikas zur 17. Meisterschaft führen. Damit würden die Lakers mit den Boston Celtics gleichziehen. Doch wie realistisch sind die Chancen auf James' nächsten Titel?

Zumindest in dieser Saison stehen sie schlecht. Die Golden State Warriors um Stephen Curry, Klay Thompson und Kevin Durant sind in Normalform kaum zu schlagen. Doch auch Houston und Oklahoma City Thunder (mit dem Deutschen Dennis Schröder) werden im Westen von vielen Experten stärker eingeschätzt. James' Team muss sich auf dem Parkett erst noch finden, an der Seite des Superstars steht mit Rajon Rondo nur ein weiterer Top-Spieler. Der 32-Jährige zählt immer noch zu den besten Passgebern der Liga, wechselte in den vergangenen vier Jahren aber viermal den Verein, ohne nennenswerten Erfolg.

Die Lakers schielen schon auf den kommenden Sommer

Hinzu kommen junge Talente, Lonzo Ball ist das wohl größte. In seiner Rookie-Saison erzielte er als jüngster Spieler der NBA-Geschichte ein sogenanntes Triple-Double und knackte damit den Rekord von James. Doch von der Konstanz seines neuen Teamkollegen ist er weit entfernt. Auch Moritz Wagner, Deutschlands neue Basketball-Hoffnung, ist Teil des Kaders. Wie viel er tatsächlich spielen wird, ist aber unklar.

Mit dem Vierjahresvertrag ermöglicht es James den Lakers, langfristig zu planen. Schon in diesem Sommer wollte man ihm einen weiteren Topstar an die Seite stellen, doch daraus wurde nichts. Deshalb richtet sich der Fokus des Klubs nun auf das kommende Jahr. Dann könnten sich mit Kawhi Leonard (Toronto Raptors), Klay Thompson (Golden State) und Jimmy Butler (Minnesota) weitere Hochkaräter Los Angeles anschließen. Spätestens 2020 will LA in den Titelkampf eingreifen. Bis dahin ist Geduld gefragt.

"Wir sind ein völlig neuer Klub, der zusammenkommt. Es wird gute und schlechte Zeiten geben. Das passiert, wenn ein Team neu ist", sagte James bei seiner Vorstellung im September. "Aber wenn wir weiter an dem Prozess arbeiten, uns weiter füreinander opfern, um Großes zu erreichen, wird alles andere schon von selbst kommen."

Alles kommt von selbst, so war es bislang immer in James' Karriere: In Miami verlor er 2011 im Endspiel gegen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks, ehe er ein Jahr später den Titel holte. Auch in Cleveland verlor er in seinem Premierenjahr das Finale, im zweiten Anlauf folgte eine historische Aufholjagd gegen Golden State.

In Los Angeles soll er dieses Kunststück nun möglichst wiederholen. Für die Stadt. Für die Fans. Und auch für Magic Johnson.

insgesamt 5 Beiträge
fenasi_kerim 18.10.2018
1. Anlauf
LBJ muss Anlauf nehmen. Dieses Jahr sind maximal die Playoffs drin, schon HCA wird kritisch. Wenn Rondo und LeBron ihre normale Steigerung in der Postseason zeigen, ist die zweite Runde der Playoffs möglich. Dann dürfte aber [...]
LBJ muss Anlauf nehmen. Dieses Jahr sind maximal die Playoffs drin, schon HCA wird kritisch. Wenn Rondo und LeBron ihre normale Steigerung in der Postseason zeigen, ist die zweite Runde der Playoffs möglich. Dann dürfte aber realistisch Schluss sein und das Warten auf die Free Agents geht los.
kopi4 18.10.2018
2.
Starke Lakers wären sicher gut für die NBA. Wenn jetzt noch die Knicks vom peinlichen Franchise zu Playoff Kandidaten werden wäre es mindestens ebenso gut.
Starke Lakers wären sicher gut für die NBA. Wenn jetzt noch die Knicks vom peinlichen Franchise zu Playoff Kandidaten werden wäre es mindestens ebenso gut.
fenasi_kerim 18.10.2018
3. @2
Wenn die Knicks an ihrem Vorsatz festhalten und keine sinnlosen trades eingehen, könnten sie im Sommer 2 max signen und so wieder mal eine Postseason erleben. Und für den größten Markt wäre das sicher mehr als wichtig.
Wenn die Knicks an ihrem Vorsatz festhalten und keine sinnlosen trades eingehen, könnten sie im Sommer 2 max signen und so wieder mal eine Postseason erleben. Und für den größten Markt wäre das sicher mehr als wichtig.
jokl 18.10.2018
4. Lbj
und sonst nix, das man hier ausgerechnet Rondo aufführt, ja er hat nen Ring, zeigt aber auch wie wenig Fachkompetenz beim Spiegel zum Thema NBA vorhanden ist! Kuzma ist jung und hat letzte Saison gezeigt das er ein guter ist auf [...]
und sonst nix, das man hier ausgerechnet Rondo aufführt, ja er hat nen Ring, zeigt aber auch wie wenig Fachkompetenz beim Spiegel zum Thema NBA vorhanden ist! Kuzma ist jung und hat letzte Saison gezeigt das er ein guter ist auf den man bauen kann, Lonzo wird sich sehr steigern müssen, gemessen an Tatum (Boston), Simons (76ers Rookie of the Year) und zb. Donovan ist er meilen von einem Star entfernt, da kann Papa Ball noch so rumprollen! Für die Lakers wird realisitsch gesehen wohl in Runde zwei Ende seien, dafür ist der Westen viel zu stark, ich glaube auch das San Antonio stärker ist!
meresi 19.10.2018
5. Fachkompetenz
richtig. Aber Vorsicht, die Zensur schläft nicht. Off Topic Stuff: Vidal muss 800 000 € zahlen für die Schlägerei in einer Disco. Was mich wundert, es wird darüber nichts berichtet im Sportteil. Über CR7 wurde wochenlang [...]
Zitat von joklund sonst nix, das man hier ausgerechnet Rondo aufführt, ja er hat nen Ring, zeigt aber auch wie wenig Fachkompetenz beim Spiegel zum Thema NBA vorhanden ist! Kuzma ist jung und hat letzte Saison gezeigt das er ein guter ist auf den man bauen kann, Lonzo wird sich sehr steigern müssen, gemessen an Tatum (Boston), Simons (76ers Rookie of the Year) und zb. Donovan ist er meilen von einem Star entfernt, da kann Papa Ball noch so rumprollen! Für die Lakers wird realisitsch gesehen wohl in Runde zwei Ende seien, dafür ist der Westen viel zu stark, ich glaube auch das San Antonio stärker ist!
richtig. Aber Vorsicht, die Zensur schläft nicht. Off Topic Stuff: Vidal muss 800 000 € zahlen für die Schlägerei in einer Disco. Was mich wundert, es wird darüber nichts berichtet im Sportteil. Über CR7 wurde wochenlang berichtet, obwohl die Unschuldsvermutung...usw. Aber ja, so ist die Welt, hart aber ungerecht Es war ein Pano-Thema: http://www.spiegel.de/panorama/leute/arturo-vidal-800-000-euro-strafe-nach-disco-pruegelei-a-1233899.html, mfG Redaktion Forum

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP