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Sport

Südafrikas erster Schwimm-Olympiasieger

Cameron van der Burgh beendet Karriere mit Doppel-WM-Gold

Jahrelang war Cameron van der Burgh der Platzhirsch auf den kurzen Bruststrecken. Dann kam Adam Peaty - und hat den erfolgsverwöhnten Südafrikaner zu neuen Höchstleistungen getrieben. Jetzt hört der 30-Jährige auf.

AFP

Cameron van der Burgh

Sonntag, 16.12.2018   12:34 Uhr

Goldener Abschied: Mit Gold über 50 Meter Brust hat Südafrikas Schwimm-Star Cameron van der Burgh seine aktive Karriere beendet. Zuvor hatte der 30-Jährige bei der Kurzbahn-WM im chinesischen Hangzhou bereits den Titel über die doppelte Distanz gewonnen.

Es gibt viele Geschichten von Kindern, die als hyperaktiv diagnostiziert - und später extrem erfolgreich wurden. Eine davon begann in einem privaten Pool im südafrikanischen Pretoria. Für den zehnjährigen Cameron war Sport die Alternative zum ihn lethargisch machenden Ritalin: Erst die ganze Energie im Becken ausleben, dann ran an die Hausaufgaben. Aus Schwimmen zum Auspowern wurde Training für den Erfolg.

Seinen größten Erfolg feierte der damals von Ex-Bundestrainer Dirk Lange trainierte van der Burgh 2012. Bei den Olympischen Spielen kürte er sich über 100 Meter Brust zum ersten südafrikanischen Schwimm-Olympiasieger. Im Aquatics Centre von London setzte er sich mit Weltrekord von 58,46 Sekunden gegen die schnellsten Brustschwimmer der Welt durch.

Anschließend sammelte van der Burgh jede Ehrung und jeden Titel auf den kurzen Bruststrecken ein, die er kriegen konnte - bis 2014 ein gewisser Adam Peaty bei den Commonwealth Games aufgetaucht ist - und in kürzester Zeit das Brustschwimmen revolutionierte.

Statt jedoch dem sechs Jahre jüngeren Briten das Becken zu überlassen, zog der erfolgsverwöhnte van der Burgh neue Energie aus dem Angriff der jungen Konkurrenz. Bei der WM 2015 trieben sich beide zu Höchstleistungen: Weltrekord van der Burgh im Vorlauf über 50 Meter, Weltrekord Peaty im Halbfinale. Die Bestmarke über die doppelte Distanz, die van der Burgh seit eben jenem historischen Finale von London hielt, hatte sich Peaty bereits vor der WM geschnappt.

2016 schlug Peaty im olympischen Finale von Rio den Janeiro weit vor dem Zweitplatzierten van der Burgh an. Und doch: Medaillen in zwei aufeinanderfolgenden olympischen Brustschwimm-Wettbewerben - das war zuvor einzig dem Japaner Kosuke Kitajima gelungen.

"Ich bin froh, dass ich mit einem Höhepunkt aufhören kann"

2018 schloss sich für van der Burgh nun offenbar ein Kreis. Bei den Commonwealth Games im April konnte er Peaty über 50 Meter Brust noch einmal auf Platz zwei verweisen. Und bei der Kurzbahn-WM gewann er nun Doppel-Gold. Und obwohl van der Burgh vor wenigen Monaten noch einen Rücktritt nach den Spielen 2020 angekündigt hatte, sagte er nun: "Ich bin froh, dass ich mit einem Höhepunkt aufhören kann." Er verabschiedet sich als Kurzbahn-Weltrekordhalter über 100 und 50 Meter Brust, beide aufgestellt zur Hochzeit der auftrieb-verleihenden Hightech-Anzüge.

Peaty, der in China nicht am Start war, bedankte sich auf Instagram mit einer Bildserie bei seinem Vorbild. "Es war eine absolute Ehre, vier Jahre gegen dich schwimmen zu dürfen", schrieb Peaty. Und van der Burgh antwortete: "Ich habe jede Sekunde unserer Duelle geliebt."

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Have an amazing retirement @cameronvdburgh An absolute honour to race you these past 4 years! You inspired me into my first olympics after watching you do it in 2012 and pushed me further than anyone else could! Enjoy London! ������

Ein Beitrag geteilt von Adam Peaty MBE (@adam_peaty) am

sak

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