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Sport

Trotz lebenslanger Sperre

Mutko nimmt Olympia-Bann gelassen

"Alles zweitrangig": Russlands Vize-Premierminister Witali Mutko hat entspannt auf seine lebenslange Sperre für Olympische Spiele reagiert. Wichtiger als er seien ohnehin die Sportler.

REUTERS

Witali Mutko

Donnerstag, 07.12.2017   12:45 Uhr

Der russische Vize-Premierminister Witali Mutko hat seine lebenslange Sperre für Olympische Spiele mit demonstrativer Gelassenheit hingenommen. "Das ist alles zweitrangig", erklärte der umstrittene Funktionär, der für das Internationale Olympische Komitee (IOC) als Sportminister (2008 bis 2016) verantwortlich für das umfassende Doping-Betrugssystem war, das während der Winterspiele 2014 in Sotschi seinen Höhepunkt erreicht hatte.

"Ich habe dazu meine eigenen Gedanken", sagte Mutko in einem Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur R-Sport, "aber noch einmal, wichtiger sind die Sportler. Ihre Probleme stören mich mehr als mein eigener Bann." Der 58-Jährige hatte trotz erdrückender Beweislast stets widersprochen, dass es ein von der Regierung gestütztes Dopingsystem in Russland gegeben habe.

Am Dienstag hatte das IOC Russland wegen des Dopingskandals von den Winterspielen im kommenden Jahr in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) ausgeschlossen. Russische Sportler dürfen allerdings unter bestimmten Bedingungen als neutrale Athleten an den Start gehen.

Witali Mutko ist trotz aller internationaler Kritik nach wie vor Cheforganisator der Fußball-WM im kommenden Jahr in Russland. Zudem ist er Präsident des russischen Fußball-Verbands RFS. Der Weltverband Fifa sieht die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft derzeit nicht beeinträchtigt. Die Fifa-Ethikkommission um deren Chefermittlerin Claudia Rojas hüllt sich bislang in Schweigen.

mru/sid

insgesamt 5 Beiträge
AndreasKurtz 07.12.2017
1. Drückende Beweislast?
Die gibt es leider eben nicht, es gibt einen zweifelhaften Kronzeugen, einen voreingenommenen politisch motivierten McLaren-Report aber keine positiven Dopingproben. Das ist die erdrückende Beweislast.
Die gibt es leider eben nicht, es gibt einen zweifelhaften Kronzeugen, einen voreingenommenen politisch motivierten McLaren-Report aber keine positiven Dopingproben. Das ist die erdrückende Beweislast.
rabkauhala 07.12.2017
2. Ich habe dazu meine eigenen Gedanken.
Ich auch. Zum Beispiel warum die russische Administration nicht zulässt, die Befragung von einzelnen Personen durch unabhängige Ermittler bzw. Gerichte zuzulassen. Nein solche Zeugen werden versteckt, deren unabhängige [...]
Ich auch. Zum Beispiel warum die russische Administration nicht zulässt, die Befragung von einzelnen Personen durch unabhängige Ermittler bzw. Gerichte zuzulassen. Nein solche Zeugen werden versteckt, deren unabhängige Befragung unterbunden oder sie "verschwinden". (siehe MH 17, kleine grüne Männchen, russische Truppen was weiß ich wo überall) KGB-Methoden halt, gelernt ist gelernt. So kann ganz Russland nach bis in alle Tage nach Beweisen kreischen, deren Ermittlung sie selbst verweigern. Dann stürmt die 5. Kolonne Putins durchs Netz und zeigt zur Belustigung aller auf andere, nicht vergleichbare Fälle die RT und Sputnik zur Verfügung stellen.
von Rummel 07.12.2017
3. Der weiss auch, dass es eine politische Sache ist.
Und keine sportliche. Die Idee von Olympia wird durch das Eingreifen von Geheimdiensten zur Propaganda ad absurdum geführt.
Und keine sportliche. Die Idee von Olympia wird durch das Eingreifen von Geheimdiensten zur Propaganda ad absurdum geführt.
yossariania 07.12.2017
4. Ich
teile Ihre Empörung voll und ganz. Aber würden Sie vielleicht zur Erleuchtung des gemeinen Publikums beitragen und uns mitteilen, wann und wo russische Staatsbürger von unabhängigen Gerichten zur Befragung vorgeladen [...]
Zitat von rabkauhalaIch auch. Zum Beispiel warum die russische Administration nicht zulässt, die Befragung von einzelnen Personen durch unabhängige Ermittler bzw. Gerichte zuzulassen. Nein solche Zeugen werden versteckt, deren unabhängige Befragung unterbunden oder sie "verschwinden". (siehe MH 17, kleine grüne Männchen, russische Truppen was weiß ich wo überall) KGB-Methoden halt, gelernt ist gelernt. So kann ganz Russland nach bis in alle Tage nach Beweisen kreischen, deren Ermittlung sie selbst verweigern. Dann stürmt die 5. Kolonne Putins durchs Netz und zeigt zur Belustigung aller auf andere, nicht vergleichbare Fälle die RT und Sputnik zur Verfügung stellen.
teile Ihre Empörung voll und ganz. Aber würden Sie vielleicht zur Erleuchtung des gemeinen Publikums beitragen und uns mitteilen, wann und wo russische Staatsbürger von unabhängigen Gerichten zur Befragung vorgeladen wurden und die russische Administration deren Aussagen verhindert hat?
steingärtner 07.12.2017
5. Nachfrage
Mit verschwundenen oder verstecktem Zeugen meinen sie Rodschenkow ?
Zitat von rabkauhalaIch auch. Zum Beispiel warum die russische Administration nicht zulässt, die Befragung von einzelnen Personen durch unabhängige Ermittler bzw. Gerichte zuzulassen. Nein solche Zeugen werden versteckt, deren unabhängige Befragung unterbunden oder sie "verschwinden". (siehe MH 17, kleine grüne Männchen, russische Truppen was weiß ich wo überall) KGB-Methoden halt, gelernt ist gelernt. So kann ganz Russland nach bis in alle Tage nach Beweisen kreischen, deren Ermittlung sie selbst verweigern. Dann stürmt die 5. Kolonne Putins durchs Netz und zeigt zur Belustigung aller auf andere, nicht vergleichbare Fälle die RT und Sputnik zur Verfügung stellen.
Mit verschwundenen oder verstecktem Zeugen meinen sie Rodschenkow ?

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