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Sport

Olympische Winterspiele

Anti-Doping-Agenturen fordern Ausschluss Russlands

Vier Monate vor den Olympischen Winterspielen ist immer noch nicht klar, ob russische Athleten teilnehmen dürfen. Für den Dachverband der Anti-Doping-Agenturen gibt es allerdings nur eine mögliche Entscheidung.

AFP

IOC-Boss Thomas Bach

Donnerstag, 12.10.2017   12:20 Uhr

Der Dachverband von 69 nationalen Anti-Doping-Agenturen hat den kompletten Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gefordert und zugleich das IOC wegen mangelnder Transparenz heftig kritisiert. Derzeit liefen noch sehr viele Untersuchungen, sagte Geschäftsführer Joseph de Pencier, einzelne Fälle müssten betrachtet werden.

"Deswegen können wir nicht überzeugt sein, dass die russischen Sportler in Pyeongchang tatsächlich sauber wären und nicht vom jahrelangen Betrugssystem profitiert hätten", sagte der Geschäftsführer des Instituts der Nationalen Anti-Doping-Agenturen (Inado) der "Süddeutschen Zeitung". "Deswegen denken wir, dass die angemessene Konsequenz für diesen Vorgang der Ausschluss wäre."

In der Frage eines Banns russischer Athleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro ist das IOC nach Ansicht von de Pencier "nicht weit genug" gegangen. Leichtathleten und Paralympier hätten Russland komplett ausgeschlossen. "Sowohl aus rechtlicher wie auch aus Athletensicht hätte das IOC diesen Weg auch gehen müssen", sagte der Kanadier. "Das Verhalten des IOC war eine Schande."

De Pencier kritisierte das IOC auch deshalb, weil es bei den Untersuchungen in der Russland-Causa auf Zeit spiele und sich damit auch die Entscheidung verzögere. Der McLaren-Report liegt seit fast einem Jahr vor. "Wir wundern uns sehr. Alles sieht so aus, als solle Zeit gewonnen werden", sagte de Pencier. "Wir haben die ganze Zeit gesehen, mit welchem Mangel an Transparenz das IOC mit dem Thema und auch mit der Arbeit seiner Kommissionen umgeht", kritisierte De Pencier.

aha/dpa

insgesamt 3 Beiträge
DerRömer 12.10.2017
1. Warum nicht?
Natürlich muss man diesen Sumpf aus Russland nicht noch unterstützen indem gezeigt wird das, gedopte, angebliche Athleten anerkannt werden indem sie ihnen nicht zukommen Medaillen bekommen. Wer hier anders argumentiert [...]
Natürlich muss man diesen Sumpf aus Russland nicht noch unterstützen indem gezeigt wird das, gedopte, angebliche Athleten anerkannt werden indem sie ihnen nicht zukommen Medaillen bekommen. Wer hier anders argumentiert missachtet die Leistungen der anderen.
larry_lustig 12.10.2017
2. dann bitte auch USA & China
Das sind alles Staaten in denen gedopt wird, positive Ergebnisse durch die nationalen Anti-Doping Agenturen unterdrückt wurden bzw. unzureichend Kontrollen durchgeführt wurden oder Prüfungen erschwert worden sind weil z.B. [...]
Das sind alles Staaten in denen gedopt wird, positive Ergebnisse durch die nationalen Anti-Doping Agenturen unterdrückt wurden bzw. unzureichend Kontrollen durchgeführt wurden oder Prüfungen erschwert worden sind weil z.B. Trainingslager auf militärischen Geländen durchgeführt worden sind (Zu dem die Kantrolleure dann keinen Zugang hatten)
badmintonfreund 14.10.2017
3. De Pencier sagt nicht die Wahrheit
Die im Bericht zitierte Aussage de Penciers "Leichtathleten und Paralympier hätten Russland komplett ausgeschlossen" ist falsch. Beide Verbände haben das aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Grundlagen versucht. Das [...]
Die im Bericht zitierte Aussage de Penciers "Leichtathleten und Paralympier hätten Russland komplett ausgeschlossen" ist falsch. Beide Verbände haben das aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Grundlagen versucht. Das IPC war erfolgreich, die IAAF wollte keinen russischen Sportler in Einzelprüfung zulassen, unterlag aber vor dem CAS (Internationaler Sportgerichtshof) bei einer Klage von Darja Igorewna Klischina. So belegte die Russin beim Weitsprung in Rio Platz 9. Näheres berichtet SPIEGEL ONLINE unter http://www.spiegel.de/sport/sonst/olympia-2016-cas-laesst-darja-klischina-starten-a-1107691.html

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