06.05.2012
Eishockey-WM
Deutschland kassiert knappe Pleite gegen Lettland
DEB-Stürmer Greilinger (l.): Niederlage gegen Lettland
Hamburg - Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat auf dem Weg zum anvisierten Viertelfinale bei der WM in Schweden und Finnland erstmals verloren. Zwei Tage nach dem ungefährdeten 3:0-Auftakterfolg gegen Aufsteiger Italien musste sich das Team von Bundestrainer Jakob Kölliker dem zweiten Gruppengegner Lettland 2:3 (0:1, 2:1, 0:1) geschlagen geben.
"Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben, denn wir haben zu lange gebraucht, um in unseren Rhythmus zu kommen. Jetzt heißt es, den Kopf oben zu behalten und in den Spielen gegen Russland und Schweden vielleicht den einen oder anderen Punkt zu klauen", sagte Torschütze Kai Hospelt.
Damit steht das DEB-Team vor der dritten Partie am Dienstag gegen Russland schon unter Druck (20.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Die "Sbornaja" hatte zuvor in ihrem zweiten Spiel Norwegen 4:2 bezwungen und die Führung in der Vorrundengruppe B übernommen.
Für das deutsche Team hatten John Tripp (25. Minute) und Hospelt (33.) mit ihren Treffern zunächst die lettische 2:0-Führung durch Miks Indrasis (12.) und Mikelis Redlihs (24.) ausgeglichen. In Unterzahl kassierte Deutschland jedoch durch Aleksejs Sirokovs das 2:3 (53.).
Vor etwa 3000 Zuschauern in Stockholm wurde schnell deutlich, dass der Weltranglisten-13. ein anderes Kaliber sein würde als Auftaktgegner Italien. Die vom ehemaligen NHL-Coach Ted Nolan trainierten Letten wirkten anfangs reaktionsschneller, etwa beim Gegentreffer zum 0:1. Die DEB-Auswahl konnte sich bei Goalie Dennis Endras bedanken, dass sie nach dem ersten Drittel nicht noch höher zurück lag.
Auch im Mitteldrittel legten die Letten anfangs ein hohes Tempo vor und wurden prompt mit dem 2:0 belohnt. Dabei machte Endras keine gute Figur, als er die Scheibe unglücklich nach vorne abprallen ließ. Nach dem Anschlusstreffer durch Tripp übte Deutschland deutlich mehr Druck auf den Gegner aus, stand enger bei den Gegenspielern und erkämpfte sich so den Ausgleich.
In der Anfangsphase des Schlussdrittels riskierten beide Teams nicht mehr allzu viel, sondern waren fast ausschließlich auf Torabsicherung bedacht. Doch Sirokovs machte dem DEB-Team einen Strich durch die Rechnung.
Vor dem Anpfiff hatte Kölliker für eine kleine Überraschung gesorgt. Für die beiden etablierten Stürmer André Rankel (Eisbären Berlin) und Felix Schütz (Kölner Haie), durften Verteidiger Sinan Akdag und Angreifer Daniel Pietta spielen. Beide Krefelder hatten kurz zuvor ihre WM-Spielerlizenz erhalten. Damit sind alle 22 Plätze für die Feldspieler vergeben, es kann keiner mehr nachnominiert werden.
Deutschland - Lettland 2:3 (0:1, 2:1, 0:1)
0:1 Indrasis (11:09)
0:2 Mikelis Redlihs (23:10)
1:2 Tripp (24:58)
2:2 Hospelt (32:03)
2:3 Sirokovs (52:15)
Deutschland: Endras - Ondruschka, Fischer; Krueger, Schubert; Reul, Nikolai Goc; Lavallée, Akdag - Tripp, Hospelt, Furchner; Reimer, Ullmann, Gogulla; Kink, Barta, Kaufmann, Greilinger, Marcel Goc, Pietta
Lettland: Masalskis - Galvins, Krisjanis Redlihs; Bartulis, Cibulskis; Sotnieks, Pujacs; Lavins - Sprukts, Mikelis Redlihs, Indrasis; Daugavins, Sirokovs, Cipulis; Bukarts, Berzins, Meija; Kenins, Saulietis, Stals; Jass
Schiedsrichter: Levonen (Finnland), Reiber (Schweiz)
Zuschauer: 3000
Strafminuten: Deutschland 6, Lettland 0
leh/sid/dpa