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04.07.2012
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Vermarktung der DEL

Hoffen auf eine neue Zeitrechnung

Von Lukas Stelmaszyk
Eisbären-Spieler Felski: DEL-Meister 2011/2012
DPA

Eisbären-Spieler Felski: DEL-Meister 2011/2012

Die DEL hat ihre Medienrechte verkauft: Ab der kommenden Saison werden so etwa 40 Spiele im Free-TV zu sehen sein - erstmals seit neun Jahren. Das Magazin "SPONSORS" erklärt die Hintergründe des Deals und beschreibt die Vorteile für die Vereine.

Mit einem zufriedenen Lächeln eröffnete Geschäftsführer Gernot Tripcke Mitte Juni in München die Pressekonferenz, bei der die Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ihren neuen Medienpartner präsentierte. Die Sportsman Media Group hält nun exklusiv die weltweiten Bewegtbildrechte sowie die Vermarktungsrechte an der Liga-Website del.org für die kommenden vier Jahre. Nach "SPONSORS"-Informationen besitzt Sportsman nach Ablauf zudem ein Optionsrecht auf Verlängerung des Kontrakts um bis zu drei weitere Jahre.

"Wir haben fast 20 Jahre mit unseren Partnern von Premiere beziehungsweise Sky zusammengearbeitet und die Live-Spiele in dieser Zeit primär im Pay-TV gehabt", sagt Tripcke, nun beginne eine "neue Zeitrechnung".

So wird nun der österreichische Sender Servus TV, mit dem Sportsman bereits seit zwei Jahren in Österreich bei der Berichterstattung über die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) zusammenarbeitet, gemäß dem Vertrag in der Hauptrunde jeweils ein DEL-Sonntagsspiel live übertragen. Während der Playoffs mindestens eine Partie pro Spieltag, die Finalserie wird komplett live ausgestrahlt. Insgesamt ist die Übertragung von etwa 40 Partien geplant. Damit kehrt die DEL nach neun Jahren ins frei empfangbare Fernsehen zurück. Zuletzt hatte Sport1 in der Saison 2002/2003 das Spiel der Woche jeweils am Dienstagabend übertragen.

Der neue Vertrag bringt der Liga mehr als der Sky-Deal

Zu den monetären Rahmenbedingungen beim Vertrag mit der DEL wollte sich Tripcke nicht äußern. Es fließe genug Geld, dass er unterschreiben durfte. Der neue Abschluss soll sich nach "SPONSORS"-Informationen sogar leicht über dem Niveau des bisherigen Vertrages mit dem Bezahlsender Sky bewegen. Dieser hatte drei Millionen Euro pro Saison bezahlt und soll im aktuellen Vergabeprozess nur noch 1,5 Millionen Euro pro Spielzeit geboten haben.

Zudem soll die DEL von Servus TV für Werbung auf der Spielfläche in allen 14 Arenen sowie Werbeflächen auf den Schiedsrichtertrikots zusätzlich eine jährliche Summe im mittleren sechsstelligen Bereich erhalten. Bei Sky ist man über den Verlust der Live-Rechte nicht traurig. "Nach langjähriger Partnerschaft haben wir uns mit der DEL nicht über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit einigen können", sagte Carsten Schmidt, Vorstand Sport und New Business Sky Deutschland.

Bereits seit geraumer Zeit stand in Frage, ob sich der Sender die Rechte überhaupt noch leisten will. Die durchschnittliche Reichweite von rund 20.000 Zuschauern entsprach weder den Ansprüchen des Bezahlsenders noch denen der Liga. Mit dem neuen Fernsehpartner Servus TV werden nun höhere Ziele angestrebt. Sky ist dabei nicht die Messlatte, sondern vorerst einmal Eurosport. Die bis zu acht vom Sender übertragenen Partien pro Spielzeit hatten eine Reichweite von durchschnittlich 150.000 bis 160.000 Zuschauern.

"Das ist für den Beginn erst einmal die Benchmark", sagt Servus-TV-Chef Martin Blank: "Wir gehen aber davon aus, dass das Potential deutlich höher liegt. Wenn wir einen guten Job machen, werden wir deutlich mehr erreichen als Eurosport." Nach "SPONSORS"-Informationen soll bereits relativ kurzfristig eine Reichweite von 200.000 bis 250.000 Zuschauern angestrebt werden.

Dauerhafte Präsenz in den öffentlichen-rechtlichen Sendern angestrebt

Ein ambitioniertes Ziel, wenn man zugrunde legt, dass Eurosport eine höhere technische Reichweite vorzuweisen hat. Blank zeigt sich optimistisch: "In Deutschland gibt es 36 Millionen Fernsehhaushalte, 29 Millionen davon können wir technisch erreichen. Das bedeutet, dass 80 Prozent aller Haushalte in Deutschland Servus TV empfangen können."

Der Sender habe bereits heute eine Vollverbreitung im digitalen Satelliten- und Kabelbereich und wachse im analogen Kabelbereich. Tatsächlich eingeschaltet haben den Sender laut Blank bisher 14,7 Millionen Haushalte. "Das sind 41 Prozent, aber da tut sich einiges. Bis zum Jahresende werden wir in jedem Fall 50 Prozent und Ende kommenden Jahres 70 bis 75 Prozent aller Haushalte erreicht haben."

Offen ist, ob weitere Sublizenzen an Fernsehsender wie zuletzt Eurosport vergeben werden. Bei der Highlightverwertung stehen die Öffentlich-Rechtlichen hoch im Kurs der DEL-Verantwortlichen. Eine dauerhafte Präsenz bei den reichweitenstarken Sendern - zum Beispiel in der ARD-"Sportschau" am Sonntag - würde die Marke DEL verbessern.

Der Spielplan wird dafür den Bedürfnissen der Sender angepasst. "Es ist geplant, dass der Spieltag mit dem Ende der Live-Übertragung am Sonntag um 20.15 Uhr abgeschlossen ist. Entsprechend werden die anderen Spiele voraussichtlich um 14.30 und 16.30 Uhr beginnen", sagt Tripcke.

Sportsman will die Liga auch in den neuen Medien stärker vermarkten, sehr zur Freude der Club-Sponsoren. Doch vorerst gilt es von den Beteiligten die gegebenen Rahmenbedingungen bestmöglich zu nutzen. Erst dann wird sich zeigen, ob die derzeitige Euphorie wirklich berechtigt war.

Forum

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insgesamt 3 Beiträge
1. Tja, hmm
mimas101 04.07.2012
und wieviele Sportvereine und ihre Sportarten sollen die GEZ-zwangsbeglückten eigentlich noch durchfüttern? Schon das penetrante Zumüllen mit der Tour de Pharmacy, Rasenpflegereien in allen Lagen und Skisport reicht mittlerweile; [...]
und wieviele Sportvereine und ihre Sportarten sollen die GEZ-zwangsbeglückten eigentlich noch durchfüttern? Schon das penetrante Zumüllen mit der Tour de Pharmacy, Rasenpflegereien in allen Lagen und Skisport reicht mittlerweile; das es zufälligerweise noch andere Sportarten gibt erfährt man regelmäßig alle 4 Jahren während Olympia. Es ist eine Fehlentwicklung Sport rein als Produkt zu betrachten das man einfach nur besser vermarkten müsse.
2. Warum GEZ
Koenicksekk 04.07.2012
Wo steht was das die GEZ-Gelder dafür benutzt werden sollen? Servus TV und Eurosport sind private Sender und arbeiten selbstständig. Die Highligts von Übertragenen Spielen sollen auch auf ARD und ZDF gezeigt werden, das Kostet für [...]
Wo steht was das die GEZ-Gelder dafür benutzt werden sollen? Servus TV und Eurosport sind private Sender und arbeiten selbstständig. Die Highligts von Übertragenen Spielen sollen auch auf ARD und ZDF gezeigt werden, das Kostet für die Sender so gut wie nichts. Ich freue mich wenn man emdlich mal Eishockey im Fernsehen sehen kann. Nicht nur Fußball von der 1. bis zur 5. Liga wie bisher. Jedoch müssen sich alle Sportarten sich vermarkten. Siehe Tennis, wenn da kein deutscher Star spielt will auch keiner was von dieser Sportart wissen. Man muß versuchen die Aufmerksamkeit auf die eigenen Sportart zu bringen, erst dann entsteht interesse.
3.
Crom 04.07.2012
Eishockey ist die beliebteste Hallensportart in Deutschland. Es ist wirklich schade, dass man diese im ÖR komplett ausblendet.
Zitat von mimas101und wieviele Sportvereine und ihre Sportarten sollen die GEZ-zwangsbeglückten eigentlich noch durchfüttern?
Eishockey ist die beliebteste Hallensportart in Deutschland. Es ist wirklich schade, dass man diese im ÖR komplett ausblendet.

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