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05.02.2013
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Sturz bei Ski-WM

Lindsey Vonn erlitt Kreuzbandriss

Getty Images

Abtransport von Lindsey Vonn: "Es war ein Schock"

Tragischer Auftakt der Ski-WM: Lindsey Vonn ist im Super-G-Rennen schwer gestürzt und musste per Hubschrauber abtransportiert werden. Sie erlitt schwerste Knieverletzungen. Der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier kritisierte, dass das Rennen überhaupt gestartet wurde.

Hamburg - Die Wettkämpfe in Schladming sollen die größte und spektakulärste Ski-WM der Geschichte werden. Doch schon nach dem ersten Tag steht fest, welche Bilder bei den Zuschauern von dieser Weltmeisterschaft in Erinnerung bleiben werden.

Als 19. Starterin war Lindsey Vonn in das Super-G-Rennen auf die 2757 Meter lange Piste gegangen. Nach 45 Sekunden Fahrtzeit hob sie beim sogenannten Posersprung ab, landete unglücklich, verkantete und stürzte schwer. Im Zielraum riss die spätere Siegerin Tina Maze vor Schreck den Mund weit auf, sie musste mit ansehen, wie ihre Konkurrentin liegen blieb.

Zwölf Minuten lang wurde der 28 Jahre alte US-Superstar von den Rettungskräften auf der Piste behandelt, Vonn schrie vor Schmerzen, per Helikopter wurde sie in eine Klinik gebracht. Wie der medizinische Direktor des US-Ski-Teams, Kyle Wilkens, am Abend mitteilte, erlitt Vonn einen Kreuzbandriss sowie einen Riss des Innenbandes im rechten Knie. Zudem habe sich die 28-Jährige einen Bruch des Schienbeinkopfes zugezogen. Damit ist nicht nur die WM in Schladming, sondern auch die ganze Saison für die viermalige Gesamtweltcupsiegerin gelaufen. Es werde erwartet, dass die 59-malige Weltcup-Gewinnerin zur Olympia-Saison 2013/2014 zurückkehrt, hieß es auf der Internetseite des Verbandes.

Fotostrecke

Sturz von Lindsey Vonn: Tragischer Auftakt der Ski-WM in Schladming
Zuvor hatte Oberarzt Christian Kaulfersch im Diakonissen-Krankenhaus von Schladming noch gesagt, dass eine Magnetresonanz-Untersuchung eine "komplexe Knieverletzung, aber keinen Bruch" ergeben habe: "Ich schließe aus, dass sie noch weitere WM-Rennen fahren kann." Weitere Informationen nannte er nicht. Vonn hätte ihn gebeten, keine Details der Verletzung weiterzugeben.

Die vierfache Gesamtweltcupsiegerin verließ noch am Dienstag das Krankenhaus in Schladming. "Sie wird nun in ihr Quartier zurückkehren. Das stellt aus ärztlicher Sicht kein gesundheitliches Problem dar", sagte der Oberarzt. "Sie will ins Quartier zurück, um das Erlebte zu verarbeiten."

Vonns Sturz war der Tiefpunkt eines Renntags, der bereits chaotisch begonnen hatte. Der Start war eigentlich für 11 Uhr geplant, musste wegen anhaltenden Nebels aber immer wieder verschoben werden. Nach nur acht Teilnehmerinnen trat dann noch eine weitere Verzögerung für eine Viertelstunde ein: Ein Streckenposten war im Kurs gestürzt und ebenfalls mit dem Hubschrauber ausgeflogen worden. Nach 36 von 59 gemeldeten Starterinnen wurde das Rennen schließlich endgültig abgebrochen.

Die mit Vonn befreundete deutsche Starterin Maria Höfl-Riesch war nach einem Fehler ausgeschieden. So ganz bei der Sache sei sie aber ohnehin nicht gewesen. "Ich bin jetzt erst mal froh an so einem verrückten Tag, dass ich heil unten bin. Den Sturz habe ich zum Glück nicht gesehen, aber er hat anscheinend fürchterlich ausgesehen."

Mit den Widrigkeiten kam Maze am besten zurecht. "Ich denke, ich habe einen guten Lauf gemacht", sagte die Riesenslalom-Weltmeisterin von Garmisch und sandte Vonn Genesungswünsche: "Es war ein Schock, es ist nie schön zu sehen, wenn jemand stürzt. Ich hoffe, Lindsey geht es gut."

Der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier gehörte am Ende des Tages zu den Kritikern eines zumindest fragwürdigen Rennens. "Man wollte die beste WM machen, die es je gab, und was hat man erreicht: Man hat ein Eigentor geschossen. Ein Superstar des alpinen Sports ist jetzt außer Gefecht", sagte er.

luk/dpa/sid

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insgesamt 28 Beiträge
1.
wb99 05.02.2013
Was ist das für eine sinnfreie Fotostrecke?
Was ist das für eine sinnfreie Fotostrecke?
2. Immer wieder...
kp86368 05.02.2013
das Gejammer von allen Beteiligten. Der Sturz ist bitter und tragisch. Aber niemand zingt die Leute doch da runter, Herr Maier! Ich unterstelle allen Aktiven den Besitz eines Resthirnes um auch NEIN zu sagen. Zudem ist es wie bei [...]
das Gejammer von allen Beteiligten. Der Sturz ist bitter und tragisch. Aber niemand zingt die Leute doch da runter, Herr Maier! Ich unterstelle allen Aktiven den Besitz eines Resthirnes um auch NEIN zu sagen. Zudem ist es wie bei der F1 oder GP, sie wussten um die Risiken in diesem Sport.
3.
no-panic 05.02.2013
Was haben Sie erwartet? Hautnah Action, Sekundenbilder vom Sturz? Mehr Blut?
Zitat von wb99Was ist das für eine sinnfreie Fotostrecke?
Was haben Sie erwartet? Hautnah Action, Sekundenbilder vom Sturz? Mehr Blut?
4.
Christian Weiss 05.02.2013
Es ist immer die selbe Leier. Trainer und Direktoren von Verbänden, die keine Medaillen gewonnen haben, kritisieren die Austragung. Die anderen sind froh, dass das Rennen stattgefunden hat. Die Austragung war meiner Meinung [...]
Es ist immer die selbe Leier. Trainer und Direktoren von Verbänden, die keine Medaillen gewonnen haben, kritisieren die Austragung. Die anderen sind froh, dass das Rennen stattgefunden hat. Die Austragung war meiner Meinung nach regulär. Lindsey Vonn ist nicht wegen schlechter Verhältnisse gestürzt, sondern hat die Sprungdistanz unterschätzt und ist unglücklich gelandet.
5. koana
king.woita 05.02.2013
grundsätzlich teile ich diese meinung. es gibt risiken. die kennt jeder der beteiligten und keiner wird mit vorgehaltener waffe gezwungen. in diesem konkreten fall scheint es jedoch so gewesen zu sein, dass die äußeren [...]
Zitat von kp86368das Gejammer von allen Beteiligten. Der Sturz ist bitter und tragisch. Aber niemand zingt die Leute doch da runter, Herr Maier! Ich unterstelle allen Aktiven den Besitz eines Resthirnes um auch NEIN zu sagen. Zudem ist es wie bei der F1 oder GP, sie wussten um die Risiken in diesem Sport.
grundsätzlich teile ich diese meinung. es gibt risiken. die kennt jeder der beteiligten und keiner wird mit vorgehaltener waffe gezwungen. in diesem konkreten fall scheint es jedoch so gewesen zu sein, dass die äußeren randbedingungen stark grenzwertig waren. (habe das rennen nicht gesehen). und dann kommt dem veranstalter doch eine gewisse sorgfaltspflicht zu. f1-fahrer würde man bei nebel oder schneebedeckter fahrbahn auch nicht rausschicken. oder skispringer bei windstärke 6 von der schanze lassen. ich lasse meine gerüstbauer auch nicht in 80 m höhe bei -15 grad und peitschendem wind montieren. würd ich aber sagen sie sollens machen und drohen sie sonst rauszuschmeißen, würden sie es vermutlich tun. ebenso sind die athleten profis, verdienen damit ihr geld und müssen ran, wenn gefahren wird. es drängt sich schon der verdacht auf, dass zugunsten des zeitplanes oder des ehrgeizigen zieles, die beste wm aller zeiten zu veranstalten, auf biegen und brechen gefahren werden musste, um nicht schon am 1. tag in verzug zu kommen. und mit vonn ist jetzt defintiv ein zugpferd weg. so unrecht hat dermeier nicht.

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Super-G-Weltmeister seit 1991

WM Frauen Männer
2013 Maze (SLO) Ligety (USA)
2011 Görgl (AUT) Innerhofer (ITA)
2009 Vonn (USA) Cuche (SUI)
2007 Pärson (SWE) Staudacher (ITA)
2005 Pärson (SWE) Miller (USA)
2003 Dorfmeister (AUT) Eberharter (AUT)
2001 Cavagnoud (FRA) Rahlves (USA)
1999 Meissnitzer (AUT) Maier (AUT)
1997 Kostner (ITA) Skårdal (NOR)
1996 Kostner (ITA) Skårdal (NOR)
1993 Seizinger (GER) -
1991 Maier (AUT) Eberharter (AUT)

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