Schrift:
Ansicht Home:
Sport

Skirennläufer Felix Neureuther

Heftige Kritik am IOC, radikale Reformidee für den Ski-Weltcup

Felix Neureuther hat das IOC heftig attackiert. So sei Pyeongchang der falsche Austragungsort für die Winterspiele gewesen. Es gehe nur noch um "persönliche Bereicherung, Macht, Politik und das eigene Ego".

DPA

Felix Neureuther

Freitag, 10.08.2018   07:13 Uhr

Skirennläufer Felix Neureuther hat harsche Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geäußert. "Wie soll dieses einzigartige Produkt Olympia noch glänzen? Das IOC streicht die viele Kohle selber ein, anstatt nachhaltig auch die davon profitieren zu lassen, die die Spiele veranstalten oder die Show bieten", sagte Neureuther der "Süddeutschen Zeitung".

Pyeongchang sei als Austragungsort für die Winterspiele 2018 der falsche Ort gewesen, erklärte der 34-Jährige, der wegen eines Kreuzbandrisses im Februar in Südkorea gefehlt hatte. Durch die Vergabe an Orte ohne Wintersporttradition erreiche man die Fans nicht mehr, "sondern killt die grandiose Sportbegeisterung der Menschen", kritisierte Neureuther. Sein Vorschlag: Die Spiele wieder kleiner und überschaubarer machen.

Die Anzahl der Disziplinen sollte reduziert werden

Ein Problem sei aber, dass im Sport "unglaubliche Summen" bewegt würden, fügte der 13-malige Weltcupsieger an. Diese Spirale drehe sich immer weiter. Das Verteilungsprinzip stimme nicht, weil wenige alles für sich haben wollten und dabei Mittel und Wege einschlügen, die nichts mehr mit den ideellen Werten des Sportes zu tun hätten. "Es geht um persönliche Bereicherung, Macht, Politik und das eigene Ego und nicht mehr um das, wofür Sport steht, nämlich Fair Play", sagte Neureuther der "SZ" weiter.

Neureuther schlägt zudem vor, die Anzahl der Disziplinen im Alpinbereich zu reduzieren, um die Attraktivität wieder zu erhöhen. "Ich würde einen radikalen und extrem mutigen Schnitt gut finden - im alpinen Skisport zurück zu drei Disziplinen Abfahrt, Riesenslalom und Slalom", sagte Neureuther. Vierte Disziplin ist derzeit der Super-G.

insgesamt 12 Beiträge
wanniii 10.08.2018
1. Nicht sicher,
ob er Pyeongchang sagte und damit eigentlich die nächste Fußball-WM in Qatar meinte..."Ein Problem sei aber, dass im Sport "unglaubliche Summen" bewegt würden", damit kann man bedenkenlos den Fußball mit [...]
ob er Pyeongchang sagte und damit eigentlich die nächste Fußball-WM in Qatar meinte..."Ein Problem sei aber, dass im Sport "unglaubliche Summen" bewegt würden", damit kann man bedenkenlos den Fußball mit einschließen. Ich schaue mir keine Übertragungen mehr an, muß mich über immense Ablösesummen aufregen und muß in kein Station gehen. Sollen die, die meinen, ein Teil von einem Team von Millionären oder eines Millionär-"vereins" sein zu müssen, auch dort austoben. Auf Schalke gibt es sogar einen Vereinsfriedhof, die die Legionäre sicher niemals betreten werden. Im Endeffekt besteht jeder Sport nur aus Statistiken, die für viel zu viel Geld jede Saison neu geschrieben werden!
panzerknacker 51 10.08.2018
2. Oha!
Er hat ja teilweise Recht. Aber ich werde den Verdacht nicht los, dass sich da einer ins selbstgewählte Frührentner-Dasein schießt.
Er hat ja teilweise Recht. Aber ich werde den Verdacht nicht los, dass sich da einer ins selbstgewählte Frührentner-Dasein schießt.
Wupperflipper 10.08.2018
3. Einen radikalen und extrem mutigen Schnitt!
Von 4 Disziplinen soll eine gestrichen werden. Das ändert natürlich alles )). Und den Kapitalismus hat er jetzt auch endlich verstanden (Diese Spirale drehe sich immer weiter. Das Verteilungsprinzip stimme nicht, weil wenige [...]
Von 4 Disziplinen soll eine gestrichen werden. Das ändert natürlich alles )). Und den Kapitalismus hat er jetzt auch endlich verstanden (Diese Spirale drehe sich immer weiter. Das Verteilungsprinzip stimme nicht, weil wenige alles für sich haben wollten und dabei Mittel und Wege einschlügen, die nichts mehr mit den ideellen Werten des Sportes zu tun hätten.) Wer in einem Haushalt aufgewachsen ist in dem ein "normales" Arbeitsleben nie existierte, der findet die Welt da draußen natürlich sonderbar.
andreasm.bn 10.08.2018
4. Und? Was hat er zu verlieren?
Er hat mit jedem Wort Recht! Wenigstens einer, der sich traut, das Mau. aufzumachen und Klartext zu reden. Und es ist in diesem Fall egal, ob er selber vom System profitiert hat, das macht seine Aussage nicht unglaubwürdiger.
Zitat von panzerknacker 51Er hat ja teilweise Recht. Aber ich werde den Verdacht nicht los, dass sich da einer ins selbstgewählte Frührentner-Dasein schießt.
Er hat mit jedem Wort Recht! Wenigstens einer, der sich traut, das Mau. aufzumachen und Klartext zu reden. Und es ist in diesem Fall egal, ob er selber vom System profitiert hat, das macht seine Aussage nicht unglaubwürdiger.
Steuerfuzzi 10.08.2018
5. Überraschende Einsichten
War Herr Neureuther jun. nicht vor gar nicht allzu langer Zeit für eine Austragung der Olympiade in seiner Heimatgemeinde Garmisch-Partenkirchen, die genau wie beschrieben nachhaltig die Natur im Werdenfelser Land zerstört [...]
War Herr Neureuther jun. nicht vor gar nicht allzu langer Zeit für eine Austragung der Olympiade in seiner Heimatgemeinde Garmisch-Partenkirchen, die genau wie beschrieben nachhaltig die Natur im Werdenfelser Land zerstört hätte und den vollständigen Ruin der Gemeinde nach sich gezogen hätte? Und war nicht die Idee hinter dem Super-G den Abfahrern eine zweite Medaillienchance einzuräumen? Er als Techniker hat da leicht reden. In der Sache total zutreffend aber etwas scheinheilig.

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP