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Stil

Edles Architektenhaus in Madrid

Weißraum

Nach außen zeigt sich dieser Wohnwürfel recht verschlossen. Doch das ist nur Fassade. Im Inneren warten extra hohe, lichte Räume - und ein Traumblick über Spaniens Hauptstadt.

Javier Callejas/ Estudio Arquitectura Campo Baeza
Mittwoch, 22.03.2017   12:39 Uhr

In unserer Artikelserie "Die Heimsuchung" stellen wir Ihnen in loser Folge außergewöhnliche Immobilien vor, die zum Verkauf stehen, gerade gebaut oder geplant werden oder die einfach nicht von dieser Welt sind. Heute empfehlen wir Ihnen in unserem Steckbrief: "Casa Raumplan".

Das Raumplan-Konzept geht auf den Wiener Architekten Adolf Loos zurück. Um 1910 ging er dazu über, in seinen Villen die Größe und Anordnung der Räume von deren Funktion abhängig zu machen. Das Ergebnis waren teilweise mehrgeschossige ineinander verschachtelte Räume.

Wie schön das aussehen kann, lässt sich in Madrid begutachten. Dorthin, mit einem tollen Blick auf den Ostteil der spanischen Hauptstadt, hat der Architekt Alberto Campo Baeza sein Raumplan-Haus gestellt.

Die örtlichen Bauregularien verlangten einen quadratischen Grundriss mit einer Fläche von zwölf mal zwölf Metern. Die wiederum unterteilte Campo Baeza in vier Quadrate mit einer Seitenlänge von je sechs Metern. Das Raster, auf dem die Räume des Gebäudes ansteigend angeordnet wurden.

Herausgekommen sind viele offene Zimmer mit doppelter Deckenhöhe, teilweise über Galerien miteinander verbunden. Den Abschluss bildet eine Dachterrasse.

Fotostrecke

Fotostrecke: Rundgang durch das Raumplan Haus

Lage: Aravaca, Madrid, Spanien.

Zimmerzahl: Ess- und Wohnbereich, Küche, mehrere Schlafzimmer und Badezimmer.

Garten: Es gibt einen kleinen Garten, mehrere Innenhöfe und eine Dachterrasse.

Extras: Pool und Dachterrasse.

Stilfaktor: Dezenter Würfel in elegantem Weiß. Für Puristen und Freunde des architektonischen Understatements.

Neidfaktor? Allein die Tatsache, dass von außen kaum jemand ins Haus hinein blicken kann, wird viele vor Neid erblassen lassen.

Wer fühlt sich hier wohl? Picasso und seine Kubistenbrüder und -schwestern im Geiste.

Unbedingt mitbringen! Wandfarbe. Bilder. Eine Sonnenbrille, damit man den Traum in Weiß auch im Hochsommer ohne Augenreizung bestaunen kann.

Nachbarn: Bekommen Sie nicht häufig zu Gesicht. Die Sichtachsen sind alle oberhalb des Straßenniveaus und auf die Stadt gerichtet.

Unterhalt: Ab und zu frisches Wasser für den Pool und regelmäßige Fassadenreinigung sind unerlässlich.

Altersgerechtes Wohnen: Der Architekt hat einen Aufzug eingeplant.

Weitere Infos: Gibt es auf der Webseite von Alberto Campo Baeza.

löw

insgesamt 44 Beiträge
alsterherr 22.03.2017
1.
Was bitte ist denn ein "Architektenhaus"? Ist das so etwas wie ein "Ingenieursauto", eine "Arzt-OP"oder eine "Designerbrille" (irgendwer wird sie schon designt haben)?
Was bitte ist denn ein "Architektenhaus"? Ist das so etwas wie ein "Ingenieursauto", eine "Arzt-OP"oder eine "Designerbrille" (irgendwer wird sie schon designt haben)?
arikimau 22.03.2017
2. Hässlich... Arme Nachbarn
Solche häuser gibt es immer häufiger und ich hoffe nicht das es sie noch lange gibt... Neue "Plattenbauten", die vielleicht Wohnlich sind aber als Nachbar will man das nicht anschauen.
Solche häuser gibt es immer häufiger und ich hoffe nicht das es sie noch lange gibt... Neue "Plattenbauten", die vielleicht Wohnlich sind aber als Nachbar will man das nicht anschauen.
Christoph 22.03.2017
3.
Schon wieder so ein kalter, hässlicher Kasten mit dem Wohncharme einer Fertiggarage, genau wie letzte Woche.
Schon wieder so ein kalter, hässlicher Kasten mit dem Wohncharme einer Fertiggarage, genau wie letzte Woche.
achterhoeker 22.03.2017
4. Und?
Für "Erdbewohner" brauchen wir Architekten mit Lösungen damit Slums, Townships, Favelas und wie die Ortschaften sonst noch genannt werden verschwinden. Wenn einer mit Geld sich sowas leistet zeigt das nur [...]
Für "Erdbewohner" brauchen wir Architekten mit Lösungen damit Slums, Townships, Favelas und wie die Ortschaften sonst noch genannt werden verschwinden. Wenn einer mit Geld sich sowas leistet zeigt das nur Abgehobenheit. Armseelig. Da erzählen Globalisierungskritiker das man in der Lage wäre 12 Mrd. Menschen zu ernähren. Nur wo und wie die Leben sollen dafür hat man keine Lösungen. Auf Mülldeponien? Mit Blick über Madrid!
Sonia 22.03.2017
5. Irgendwie so tot - dieses Haus
Ob unsere Nachfahren mit der gleichen Begeisterung wie viele es von uns heute tun, durch die herrlichen alten Städte laufen - diese Architektur von Barcelona bewundern, Paris, London diese herrlichen schönen alten und [...]
Ob unsere Nachfahren mit der gleichen Begeisterung wie viele es von uns heute tun, durch die herrlichen alten Städte laufen - diese Architektur von Barcelona bewundern, Paris, London diese herrlichen schönen alten und restaurierten Häuser in Berlin - diese wunderbaren Fassaden, die alten Villen im Grunewald, in Dahlem und wie die Ortsteile alle heißen - auch im Osten von Berlin - Schmöckwitz, Wendenschloss, Karolinenhof, Pankow - oder Dresden, der Weiße Hirsch ...und Architektenhäuser sind wohl alle Häuser, wenn ich mich nicht irre oder entwerfen inzwischen auch Tischler unsere Häuser? Falsche Überschrift würde ich wagen zu behaupten.

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