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Stil

Rezept für Pizza-Pullbrot

Lasst die Pizzablumen blühen

Grillfeten, Terrassenpartys, Picknicks - endlich kann wieder draußen gegessen und gefeiert werden. Statt langweiliger Baguettes backt man heute Pinwheels. Und wir schieben ein Pizza-Pullbrot in den Ofen.

Peter Wagner
Von Hobbykoch
Samstag, 03.06.2017   06:48 Uhr

Sie heißen Monkey Bread, Pizzablumen, Pull-Apart-Breads, Pinwheels, Rosenkuchen, Pizzasonnen oder Sonnenblumen und sind der Outdoor-Brottrend des noch jungen Frühlings. Allesamt mit demselbem Hefe-Grundteig realisierbar, sind diese Zupfbrote die idealen Begleiter für Grillparty, WG-Frühstück, Agentursommerfest oder den nächsten Kindergeburtstag: einfach und bruchfrei zu transportieren, durch Hefe und fettreiche, herzhafte Zutaten ganztags frisch bleibend und komplett ohne Besteck verputzbar.

Und wie bei jedem aus sozialen Netzwerken in die wahre Welt entsprungenem Food-Trend gibt es natürlich auch hier schon die ersten Kochbüchlein zum Thema. Wirklich brauchbar und jeden seiner nur 9,99 Euro wert ist "Pizzablumen & Pinwheels" der französischen Foodstylistin Bérengère Abraham. Bei der Teigführung setzt sie zwar Erfahrung im Umgang mit Hefeteigen voraus, dafür werden die wichtigsten Falt,- Knick- und Zopf-Techniken mithilfe gut verständlicher Stepfotos hinlänglich erklärt.

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Bérengère Abraham:
Pizzablumen & Pinwheels

Aus dem Französischen von Karen Gerwig.

Thorbecke; 96 Seiten; gebunden; 9,99 Euro.

Solchermaßen gerüstet, lassen sich die flotten und schmackhaften Rezepte, sortiert nach den Grundtechniken "Sterne", "Sonnen", "Sonnenblumen", "Zöpfe", "Pinwheels" und "Gerollte Sterne" problemlos und ohne lange Einkaufstouren umsetzen. Die Kombinationen sind einleuchtend und appetitanregend: Pizzaschnecken mit Pancetta, Oliven und Mozzarella; sonnenblumenförmiges Gebäck mit Thunfisch, Mascarpone und Salbei; ein Zopf mit Kalbshack, Auberginen, Oliven und Pinienkernen, oder ein gedrehtes Pinwheel mit Champignons, Trüffelsahne und dem italienischen Räucherkäse Scamorza. Einzig die süße Backwelt kommt fast nicht vor. Aber wer will schon Nutellablumen zum Schwenknacken naschen?

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Dr. Oetker:
Zupfbrote

Dr. Oetker/ ZS; 96 Seiten; gebunden; 12,99 Euro.

Im Direktvergleich bleibt das ebenfalls 96 Seiten dünne Büchlein "Zupfbrote" trotz des Klassiker-Anspruchs von "Dr. Oetker" und der auf dem Cover versprochenen "Geling Garantie" weit zurück. Im Anhang werden zwar mustergültig die Teigführung und die unterschiedlichen Hefesorten erklärt, doch die zum Teil recht kniffeligen Falt- Dreh- oder Flechttechniken, die diese Brote am Ende ja ausmachen, werden nur kaum verständlich in den Rezepttexten erläutert. Für jegliche hier nun wirklich wichtigen Step-Fotos schien kein Produktionsetat mehr übrig geblieben zu sein.

Das ist schade, denn das Buch zeigt im Gegensatz zu "Pizzablumen" auch sehr viele schöne süße Zupfbrote mit Mandelpudding, Nüssen oder Safran-Vanillecreme. Die einfacheren Pin-Breads, zum Beispiel mit Greyerzer und Lauch, Jalapeño-Chili oder Paprika/Rucola wird man mit etwas Vorstellungsvermögen noch gefaltet bekommen. Aber die große und kunstvoll aussehende "Blumenkohl-Blüte" mit mehrfach gefalteten und verzwirbelten Bereichen ist ohne Step-Unterstützung unbackbar.

Fotostrecke

Fotostrecke: Die Outdoor-Trends der Brotnation

Für alle, für die - kein Wunder in einer Brotnation wie Deutschland - solches Pizzageradel grober Unfug aus der Kinderbäckerei ist, gibt es zum Glück ja noch das Standardwerk "Brot", das in enger Zusammenarbeit mit der "Deutschen Bäcker-Nationalmannschaft" neben allerlei Landbrot auch trendigeres Gebäck wie Süßkartoffel-Maronen-Fougasse, Rotweinbrot oder Schokoladenbrioche professionell rezeptiert.

Wer aber keine Lust hat, für eine schnell hingebackene Grillbegleitung oder ein spontanes Sonntagspicknick erst dicke oder dünne Bücher zu wälzen, kann sich an unser heutiges Rezept für "Pizza-Pullbrot" halten und es nach Belieben mit anderen Zutaten wie Speck, Ziegenstreichkäse, Nüssen oder Sesam verändern.

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Bernd Armbrust:
Brot

Teubner; 384 Seiten; gebunden; 39,90 Euro.

Wir geben dem Ziehharmonika-Gebäck ein bisschen mehr schillernde Kruste, indem die äußere Teigfläche mit etwas Hartweizengrieß bestäubt wird. Doch selbst wenn man dieses Zupfbrot mit anderen Aromagebern herstellt, der Grundkniff bleibt gleich: Statt der langweiligen zweiten Geh-Phase kommt dieser Hefeteig fertig geformt und mit Kräuterbutter gefüllt einfach in den kalten Backofen - auf ein mit heißem Wasser gefüllten Backblech. Während sich der Ofen auf Backtemperatur erhitzt, kann die Hefe ihre Treibarbeit verrichten.

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insgesamt 16 Beiträge
InesH 03.06.2017
1. Lecker! Klingt superlecker!
Lieber Herr PeeWee, das wird ausprobiert. Hefe ist schon gekauft, Mehl, Gries und Kräuter (die hol ich mir aus dem Garten) sind vorhanden, Butter eh immer. Mal sehn, ob das mit dem Fächern klappt, morgen weiß ich das aber. [...]
Lieber Herr PeeWee, das wird ausprobiert. Hefe ist schon gekauft, Mehl, Gries und Kräuter (die hol ich mir aus dem Garten) sind vorhanden, Butter eh immer. Mal sehn, ob das mit dem Fächern klappt, morgen weiß ich das aber. Diesmal danke für die Idee! LG InesH
Tiananmen 03.06.2017
2. Dass ich das noch erleben durfte...
Dass ich das noch erleben durfte, ein Wagner-Rezept, das (fast) ohne Spinnereien daherkommt und das zu allem Überfluss auch noch brauchbar aussieht. Und ohne den dämlichen Küchenklang. Man merkt, es ist Pfingsten. Da kommt [...]
Dass ich das noch erleben durfte, ein Wagner-Rezept, das (fast) ohne Spinnereien daherkommt und das zu allem Überfluss auch noch brauchbar aussieht. Und ohne den dämlichen Küchenklang. Man merkt, es ist Pfingsten. Da kommt bekanntlich der heilige Geist über die Menschheit. Zumindest dieses Wochenende und bei Wagner scheint das so zu sein.
palef 03.06.2017
3. Hey Tiananmen...
...OHNE Spinnereien!!! Mit Pfingsten!
...OHNE Spinnereien!!! Mit Pfingsten!
schlaueralsschlau 03.06.2017
4.
Die Therapie der letzte(n) Woche(n) scheint gehofen zu haben. Ich dachte zuerst dem Herrn Wagner wäre der Wein ausgegangen und der Praktikant musste ran: Ein für Wagner überraschend klar strukturierter Text ohne Dekadenz der [...]
Die Therapie der letzte(n) Woche(n) scheint gehofen zu haben. Ich dachte zuerst dem Herrn Wagner wäre der Wein ausgegangen und der Praktikant musste ran: Ein für Wagner überraschend klar strukturierter Text ohne Dekadenz der Zutaten und die Wagnersche Überheblichkeit. Doch dann bemerkte ich den Wagner: Type 00. Hier in Deutschland ist das etwa Type 550. Auch das Meersalz ist wieder da. Ist sicher Geschmackssache, aber ich würde etwas weniger Salz nehmen. Ich hätte mich gefreut, wenn noch etwas mehr auf die Teigzubereitung eingegangen wäre, denn kein Teig gleicht dem anderen und auch die Mengenangaben können nur als Leitfaden gegen werden. Teig geht meiner Erfahrung mehr nach Gefühl. Sehr schln, dass die Überheblichkeit sich diesmal nur aufden Hartweizengrie beschränkt. Ich denke, dass ich dass Rezept mal nachbacken werde und bin gespannt, ob nicht zu viel Fett oder Wasser enthalten sind. Wie ist das denn jetzt eigentlich mit dem Wein Herr Wagner? Erholsame Feiertage (hoffe wir müssen nicht bis Weihnachten auf das nächste "normale" Rezept warten) und weiter so
hegri 03.06.2017
5. Tolle Ideen
Völlig bescheuerte Namen.
Völlig bescheuerte Namen.

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